Warum?

Warum gibt es eigentlich dieses Webtagebuch?

Diese Frage habe ich mir schon oft selbst gestellt, komme aber auf keine andere Erklärung als die üblichen Profilneurosen und exhibitionistischen Grundüberlegungen der Blogciety.

“Weblogs sind die Klowände des Internet”
Jean-Remy von Matt

Dem Motto Jean-Remy von Matt folgend (“Weblogs sind die Klowände des Internet”) habe ich mich allerdings von Anfang an geweigert, mich dem Strom anzuschließen und ein stinknormales Weblog zu eröffnen. Jean-Remy und ich, wir wissen es besser, wir machen nicht bei jeder neuen Mode mit. Wir vertrauen statt dessen auf das gute alte Webtagebuch, das bereits vor gut einem halben Jahrhundert funktioniert hat.

“Jeder kleine Pisser, der gerade mal die Tastatur senkrecht halten kann,
breitet bereits vor aller Welt seine Akneprobleme aus.
Egal, ob sie zuhört, oder nicht.”
Stephan C. Orgel

Doch Jean-Remy und ich, wir verschließen uns nicht dem Fortschritt, wenn er uns nur sinnvoll erscheint und unsere Arbeit erleichtert. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, von den seit 2004 liebevoll mit der Hand und einem Texteditor gestrickten Artikeln (nachzulesen auf www.achronos.de/2hp) auf billige, mit WordPress dahingepfuschte Massenware umzusteigen. Nicht zuletzt, um die unersättliche Wissbegier meiner treuen Fan-Gemeinde (die inzwischen auf 3 bis 4 angewachsen ist) noch schneller bedienen, und Ihnen meine täglichen Akne-, Gewichts- und sonstigen widerlichen Intim-Probleme brandaktuell auf den Frühstückstisch liefern zu können

Prominentenzitate werten einen Artikel ungeheuer auf und
lassen ihn intellektuell anspruchsvoller erscheinen.”
Stephan C. Orgel

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, werter Leser*, viel Vergnügen beim Lesen meines garantiert nicht tagesaktuellen Webtagebuchs.

Internet, den 30. Mai 2008
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Stephan
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* Widerliches Geschleime in Form von persönlicher Ansprache gibt dem Leser das Gefühl, ernst genommen zu werden, selbst wenn man ihn für einen kranken kleinen Drecksack hält, der nichts besseres zu tun hat, als sich an den intimen Erlebnissen seiner Mitbürger aufzugeilen. **

** Habe ich diese Sternchen-Fußnote wirklich gerade laut gedacht…?