Qindie – neue Plattform für Independent-Autoren

Da ist sie also: Die neue Plattform für Independent-Autoren, von Independent-Autoren.

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Sinn und Zweck der Übung:
Ganz einfach – Das Web und die einschlägigen Verkaufsportale dort werden derzeit überschwemmt von einer schier unüberblickbaren Anzahl von verlagsunabhängigen Produktionen. Das Selbstverlegen (neudeutsch: Self-Publishing) von Selbstgeschriebenem ist einfacher denn je und jeder ist heute ein Autor. Oder glaubt es zumindest.

Das Problem dabei ist die Qualität. Nicht einmal so sehr der Ideen an sich, sondern die schlicht handwerkliche Qualität des Verkauften.
Da beherrschen die einen die Grundlagen des Schreibens nicht, die anderen halten ein vernünftiges Lektorat (oder auch nur Korrektorat) für gänzlich überbewertet, bei dem dritten macht es die rein technische oder typografische Formatierung schlicht unmöglich, das Teil zu lesen und immer wieder bekommt man schon beim Cover regelrechte Augenkrämpfe. Und für vieles davon gibt man auch noch Geld aus. Klart, 99 Cent oder auch 2,60 Euro sind nicht die Welt, aber viel zu oft wäre leider auch das in einem Päckchen Kaugummi oder einem Hygiene-Beitrag auf der Autobahnraststätte besser angelegt.

In diesem Wust aus täglichen Neuerscheinungen die (das muss man zugeben: doch wenigen) Perlen zu finden, die ihr Geld wert oder auch mehr als wert sind, ist nicht einfach und oft mit erheblichem Zeit- und Rechercheaufwand verbunden. Und dabei gibt es wirklich auch unter den verlagslosen Autoren einige, die einen zweiten Blick wert sind und deren Arbeiten die paar Cent oder Euro für ein gelungenes eBook wirklich rechtfertigen. Nur: wie findet man die?

Wie gesagt, wir sprechen hier nicht von Inhalten. Geschmack ist unterschiedlich und Geschichten, die mir nicht gefallen, mögen durchaus eine riesige Schicht potentieller Käufer und Leser ansprechen, die den Stoff lieben. Und umgekehrt. Nein, es geht um das reine Handwerk beim selbstverlegten Buch.

An dieser Stelle will Qindie einhaken.
Eine ganze Reihe erfolgreicher und professioneller Selbstverleger (unter ihnen gestandene Autoren großer Verlage, die eben auch andere Sachen selbst veröffentlichen) hat sich zusammengetan, um eine Art Qualitätssiegel ins Leben zu rufen. Qindie – Qualitäts-Independent-Produktion eben.

Hier bewertet die Gemeinschaft der Autoren zusammen, ob anderen Indie-Autoren das Prädikat „handwerklich einwandfrei“ verliehen werden kann. Und diese Empfehlung äußert sich dann im Qindie-Siegel, das auf den Werken dieser Autoren prangen darf. Qindie ist dabei kein Verlag, keinem Verleger angeschlossen und keiner Jury unterworfen. Es ist kein DKZV-Konstrukt und es kostet kein Geld. Es erfordert lediglich Qualität und eine grundlegende Professionalität von allen, die dieses Siegel tragen wollen. Es geht schlicht darum, dass diese Independent-Autoren den Plan haben, einen Qualitätsstandard für selbstverlegte Bücher zu etablieren, der dem Leser auf den ersten Blick (nämlich dem auf’s Cover) sagt: Dieser Autor gibt sich Mühe, handwerklich ordentliche Arbeit abzuliefern und seine Werke in wirklich lesbarer Form auf den Markt zu bringen. Dein Geld ist also nicht zum Fenster hinaus geworfen. Das Buch selbst mag dir gefallen, oder auch nicht, aber du kannst es wenigstens ohne Schreikrämpfe lesen!

Ein wirklich lobenswertes Projekt, das sich hoffentlich tatsächlich etablieren kann.
Dann dann würde zum Beispiel auch ich mal selbstverlegte Bücher online kaufen, auch wenn ich den/die Autoren nicht kenne. Was ich nämlich derzeit lasse, weil ich mich schon zu oft geärgert habe.

6 comments for “Qindie – neue Plattform für Independent-Autoren

  1. Max
    30. Mai 2013 at 09:28

    Qindie hat bereits für soviel aufsehen gesorgt und ist einem solch unglaublichen Start auf den Markt gekommen, dass ich mir mittlerweile keine Sorgen mehr darum mache, dass es sich eventuell nicht etablieren könnte. Natürlich steht es zum Teil auch heftig in der Kritik, dies aber vor allem von denen die Nachteile daraus ziehen, z.B. eben weil die Qualität ihrer Bücher nicht für ein Siegel ausreicht. In diesem Punkt hoffe ich auf einen Wandel. Die Autoren sollten sich nicht über Qindie aufregen, sondern es als Ziel sehen das Siegel zu bekommen, da man es quasi als Auszeichnung ansehen kann. Wer sich dieser Aufgabe nicht gewachsen fühlt, aber trotzdem veröffentlichen möchte, sollte sich eher nach Hilfe oder einem alternativen Veröffentlichungsweg umsehen als ein mangelhaftes Buch auf den Markt zu bringen. (…) (Redaktionell gekürzt)

    • Tom
      30. Mai 2013 at 14:02

      Danke für die positive Meinung zum Thema, Max. Ich habe allerdings die abschließende URL entfernt, da ich Druckkostenzuschussverlagen prinzipiell keine Werbefläche auf meinem BLog einräume.
      Ich bitte hierfür um Verständnis.

  2. 27. November 2013 at 10:40

    Hallo Tom!

    Ein genialer Einfall, wie ich finde. Es ist immer wieder spannend zu beobachten, wie sich das Geschäft mit dem Buch in der Online-Welt weiterentwickelt. Ich habe mich ein bisschen auf der Seite umgeschaut und festgestellt, dass Susanne Gerdom die Initiatorin ist. Sehr schön. Ich werde das auf jeden Fall beobachten. Danke für den Tipp!

    (Und Glückwunsch zum DPP übrigens!)

  3. 28. November 2013 at 13:28

    Komisch, der Browser hat meinen Kommentar verschluckt, oder etwas anderes. Ich versuche es nochmal:

    Danke für den tollen Tipp! Das könnte ein Durchbruch in der Indie-eBook-Szene werden, zu der ich leider auch gehöre. „Leider“ weil es tatsächlich anarchische Zustände sind, die da herrschen, und es bisher kein gutes Licht auf einen Autor wirft, wenn er selbstverlegte eBooks vorzuweisen hat …
    Ich werde Qindie auf jeden Fall verfolgen, vor allem weil die großartige Susanne Gerdom ja da mitmischt.

    Und außerdem: Glückwunsch zum Deutschen Phantastik Preis!

    • Tom
      28. November 2013 at 13:36

      Ich glaube, da wurde nix verschluckt – ich war nur ein paar Tage nicht am Rechner und kam nicht zur Kommentarfreischaltung. ;)

      Danke, übrigens. *g*

  4. 28. November 2013 at 18:18

    Ach, wie voreilig. :) Aber mein Browser hatte mir tatsächlich an anderer Stelle Probleme gemacht, einen Kommentar zu hinterlassen. Ab jetzt warte ich brav.

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