Stephan Bellem: Ü30 – eine Live-Biografie

Ich möchte heute ein Buch empfehlen. Nicht eines von unseren, sondern das des Kollegen Stephan R. Bellem. Es ist ein eBook – und ein ungewöhnliches Buch in mehr als einer Hinsicht.

Ungewöhnlich ist ‚ü30 – und immer noch Pickel‚ zum einen, weil es noch nicht fertig ist. Es ist, wie gesagt, eine Live-Biografie. Sie wird geschrieben, während wir es lesen und während der Autor es erlebt. Jeder, der das Buch kauft, erhält in Zukunft regelmäßige, automatische Updates. Auf diese Weise ist der Leser tatsächlich live und direkt dabei, nicht nur, während es entsteht, sondern auch, während Stephan es erlebt.

Das heißt, nicht nur wir wissen nicht, wie die Geschichte des 31. Lebensjahres von Stephan Bellem ausgehen wird – er selbst weiß es natürlich auch noch nicht.

Das eigene Leben mit 30 einmal komplett um den Baum wickeln … und ich meine hier das Alter, nicht die Geschwindigkeit. Wer sich schon immer gefragt hat, wie es sich im Keller der Gesellschaft lebt, der kann auf den Selbsttest verzichten und dieses Buch lesen. Aber auch der eine oder andere Einblick in den Alltag eines veröffentlichten Autors kommt nicht zu kurz. Und das Beste: Sie und ich, wir werden mein erstes ü30-Jahr gemeinsam beschreiten. Mit kostenlosen Updates erleben Sie hautnah mit, wie es mir ergehen wird. Ich bin gespannt – Sie nicht auch?

Was wir allerdings jetzt schon wissen, ist, dass auch das ungewöhnlich wird. Stephan gibt uns einen ziemlich intimen, ziemlich ungeschönten Einblick in sein Leben. Das ist nicht immer schön und oft genug bleibt einem das Lachen im Halse stecken (obwohl es, bei aller Tragik des bisher veröffentlichten, humorvoll ist). Das ist verdammt mutig.

Es ist vor allem aber auch verdammt ehrlich. Und damit meiner Ansicht nach schon jetzt wertvoller, als sensationsheischende, handwerklich halbseidene Publicity-Stücke wie „Feuchtgebiete“ und ähnlicher Publicityquark.

Wer wissen will, wie es sein kann, als mehrfach veröffentlichter (und nebenbei bemerkt ziemlich guter) Phantastik-Autor in Deutschland zu leben, wie es ist eine Pechsträhne zu erwischen, inklusive Harz IV und den ganzen Hässlichkeiten in diesem Fahrwasser, wer sehen will, ob und wie er dort wieder rauskommt – und wer dabei auch noch gut unterhalten sein will, dem kann ich das Buch nur ans Herz legen.

Mal ganz davon abgesehen, dass man mit dem Kauf des Buches auch noch einen Teil dazu beitragen kann, dass diese Live-Biografie besser endet, als sie angefangen hat. Und das ist doch auch verdammt ungewöhnlich.

Es verdient alle Aufmerksamkeit, die es bekommen kann – und jeden Leser.
Und wenn es kein einfaches Buch ist, immer schön dran denken – es ist für den Autoren garantiert noch weniger einfach. Aber man kann ihn dabei unterstützen.

Und das dürft ihr ruhig weitersagen.

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