Vom Umgang mit Kritik

21. Januar 2012
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Kritik ist so eine Sache.
Zumal Literaturkritik. Oder sagen wir mal Buchkritik (Literatur ist ein so großes Wort. Klingt so nach Marcel Reich-Ranicki und “Dietheth Buch itht tho thlecht – ich habe eth gar nicht ertht gelethen!”).
Na gut – bleiben wir bei Rezensionen.

Eigentlich war ich nicht sicher, ob ich diese eine Sache, die gerade in Blogger-, facebook- und Autorenkreisen so Wellen schlägt, überhaupt kommentieren möchte.
Aber zum einen ist es inzwischen so absurd geworden, dass man es fast schon Real-Satire nennen könnte und zum anderen – ich bin selbst (unstudierter) Rezensent und aspirierender Autor. Zumindest aber Texter. Insofern darf ich mich empört (im ersten Fall) und beschämt (als letzterer) zugleich fühlen. Da kann ich auch gleich was dazu sagen.

Die meisten von euch werden sicherlich wissen, worum es geht – aber für die anderen nochmal ganz kurz zusammengefasst:

Previously in Fringe …

Nein, Moment.
In Myriels Bücherblog.

Myriel, eine passionierte Bloggerin und online-Rezensentin hat Mitte November 2011 einem FantasPhantastischen Roman mit dieser Rezension bedacht.
So weit, so gut. Also die Rezension – wohl eher nicht der Roman. Es gehört unter Rezensenten und Viellesern immerhin schon Einiges dazu, dass man ein dickes Buch bereits nach 90 Seiten weglegt. Das ist mir erst zwei oder dreimal so passiert (und ich hoffe, dass das über mich als Autor keiner mal schreiben muss).
Aber gut, das hat auch mit persönlichem Geschmack des Rezensenten zu tun – mindestens genauso viel, wie mit dem handwerklichen und erzählerischen Geschick des Autoren.
Man könnte also als Autor auch sagen: Na gut, den Geschmack nicht getroffen – sei’s drum, ich les jetzt nochmal die anderen fünf Lobhudler und dann geht’s mir gleich wieder gut. Man kann schließlich nicht alle retten.
Zum Beispiel.

Das ist eine Art, mit Kritik umzugehen – es gibt eine ganze Reihe davon.
Empfohlen wird (neben “Kritiken und Rezensionen gar nicht lesen” – was kein Autor schafft, den ich kenne):

- Kritik schlucken und keinesfalls antworten
- Kritik als wertvolle Hinweise und Momentaufnahme sehen
- Wenn man kommentieren muss: Höflich und knapp für die persönliche Meinung danken
- nie, Nie, NIE auf Diskussionen einlassen (darüber könnte man freilich diskutieren …)
- mit Humor reagieren

Kann man alles machen.
Was man nicht tun sollte, ist pampig werden, die beleidigte Leberwurst öffentlich zu Markte tragen und scharf zurückschießen. Denn ja, es gibt die alte Autorenweisheit “Mach mich nicht an, ich bin Autor. Ich kann dir in meinem nächsten Buch böse Dinge zustoßen lassen.” Aber verstolpert man sich bei seinen Kritikern in der Presse (und das gilt online heute noch mehr denn je), dann könnte es auch heißen, dass das in einem Kritiken-Selbstmord endet.

Der fragliche Autor führt sehr schön vor, wie das funktioniert.
Es wäre allerdings möglich, dass er seine Verlegerin verklagen könnte, weil sie ihm aktiv Hilfe bei der öffentlichen Selbstdemontage leistet. Eigentlich sollte sie ihn ja vor derartig impulsiven Kollisionen mit der Öffentlichkeit bewahren. Er ist schließlich Künstler – eine empfindsame, verletzliche Seele, deren Temperament nun mal zum SchaumschlagÜberschäumen neigt. Das gehört zum Beruf. Sie hingegen sollte den nüchternen, geschäftsfraulichen Part übernehmen, der stets bemüht ist, die Kollateralschäden von Rezensionen wie auch von Künstler-Reaktionen zu begrenzen. Und nicht selbst auch noch geschäftsschädigend sein.

Wie auch immer. Im folgenden Kommentar-Abtausch entspinnt sich durch die beleidigten (und teilweise beleidigenden) Reaktionen von Autor und Verlegerin auf der einen Seite und die nüchternen, hilfreichen oder auch spöttischen Kommentare der Blogleser andererseits ein wunderschönes Schauspiel, das eines deutlich macht:

Wenn man im Web einen Shit-Storm auslöst, dann sollte man sich vorher ganz genau versichern, aus welcher Richtung der Wind weht. Sonst geht das am Ende nicht nur in die Hose, sondern voll ins Auge.

Nein, zum Boykott der Bücher des Autors hat niemand aufgerufen – außer vielleicht die Reaktion des Autors selbst. Was nämlich die Leser im Internet am allerwenigsten vertragen, ist, wenn eine/r der Ihren als blöde und unwürdig, eine Meinung zu einem Buch zu haben, hingestellt wird. Dass, wie er an anderer Stelle behauptet, seine Verkaufszahlen davon profitieren, halte ich (unbewiesenermaßen, zugegeben) allerdings für ein Gerücht. Es sei denn natürlich, sie würden ohnehin im niedrigen zweisteligen Bereich liegen. Da sind 10 Prozent Zuwachs schnell mal erreicht. Die Befürchtung, er würde also trotz seiner unverschämten Überreaktion letztendlich davon profitieren, dass sein Name jetzt unter vielen Menschen bekannt wird, die bislang noch nie etwas von ihm gehört hatten, teile ich nicht. Ein paar werden das Werk vielleicht kaufen, um sich ihre eigene Meinung zu bilden – die meisten Normalsterblichen werden das eher anhand seiner Reaktionen tun. Das mag unfair seinem Werk gegenüber sein. Kann ich nicht beurteilen – ich kenne nur die Leseprobe von Amazon. Möge sich jeder seine eigene Meinung bilden (Ich habe lediglich die Worte “bemüht”, “Infodump” und “nachlässig lektoriert” im Kopf. Aber auch sowas ist Geschmackssache). Tatsache hingegen ist, dass ich wohl auch in den nächsten ein, zwei Jahren keinen Roman des Herrn rezensieren werde. Einfach, weil man Rezensenten nicht so behandelt.

Myriel war in ihrer Besprechung nämlich weder unhöflich noch beleidigend, ja nicht einmal persönlich (was mir durchaus schon passiert ist). Gut, sie war schnippisch – aber was einem so richtig weh tut, das darf man schon mal etwas süßlich kommentieren. Sicher, sie ist keine “studierte” Literaturkritikerin (aber das sind ich und meines Wissens auch Herr Reich-Ranicki nicht. Weder studiert, noch Kritikerin), aber das heißt nicht, dass sie sich nicht nach einem gewissen Teil eines Werkes eine Meinung über das Gelesene bilden kann, die sie dann frei aussprechen und sogar schreiben darf. Und sie hat ja ganz eindeutig keine Meinung über das noch-nicht- bzw. nicht-mehr-Gelesene geäußert.

Ja, man sollte ein Buch, das man rezensiert, möglichst komplett gelesen haben.
Sollte. Man muss es aber nicht.

Denn gelegentlich (das Erlebnis hatte zumindest ich schon), hat man das Gefühl, ein Stück, pardon, Scheiße vorgesetzt bekommen zu haben. Ich glaube nicht, dass irgend jemand verlangen kann, dass man dann noch das ganze restliche Stück essen muss, um sagen zu können, dass es tatsächlich Scheiße war und sich nicht etwa in der zweiten Hälfte noch Karamellpudding versteckt hatte.
Dann sollte man als Autor besser schweigen und aus diesem Geschmackserlebnis des Rezipienten (und Kunden!) lernen, das Mischungsverhältnis (und die Abfolge der Zutaten) zugunsten des Karamellpuddings zu verschieben. Man kann natürlich auch die Scheiße das nächste Mal durch Mousse au Chocolat zu ersetzen. Man kann im Zweifelsfall auch annehmen, dass man an einen Kunden geraten ist, der eben Mousse au Chocolat nicht von Fäkalien unterscheiden kann. Aber man sollte zumindest überprüfen, ob man bei der Mischung nicht aus Versehen Ingredienzien verwechselt hat.
(Ich hoffe jetzt mal, dass ich das beim ersten Verriss meiner eigenen Arbeit selbst mit Grazie bewältige …)

Aber zurück zum Thema:

Zu behaupten, dass Rezensenten erpresserisch vorgehen oder gar von der “Konkurrenz” bezahlt würden, um geschäftsschädigend zu arbeiten, ist schlicht eine unverschämte Unterstellung. An dieser Stelle hört der Spaß auf. Und hier mit einer Anzeige wg. “Verleumdung” zu drohen, könnte, wenn man sich denn die Mühe machen wollte, exakt eine solche nach sich ziehen.

Ich arbeite für ein größeres Rezensionportal, das, im Gegensatz zur “Bücherzeit”, sogar von der Werbung von Verlagen lebt. Wir bekommen, ebenfalls im Gegensatz zu Myriel (wenn ich das richtig lese), den größten Teil unserer Bücher kostenfrei zur Verfügung gestellt – im vollen Wissen der Verlage, dass wir etwas, das uns nicht passt, kritisch und schonungslos besprechen. Das gehört dazu – und selbst nach einer vernichtenden Rezension bekommen wir das nächste Mal wieder Lesestoff. Das gehört ebenfalls dazu. So, wie es zum Ehrenkodex der meisten mir bekannten Rezensenten gehört, einen Bestechungsversuch mal eben locker mit zu erwähnen. Uns geht es um Material, das wir unseren Lesern mit bestem Wissen empfehlen können – und diese verlassen sich darauf. Keiner von uns würde sich seinen Ruf als Rezensent selbst zerstören, indem er ein Werk, das es nicht verdient, ungerechtfertigt lobt. Unsere Leser sind nicht blöde – sie merken, wenn wir sie verarschen wollen. Mit einer Rezension, die sich “gekauft” liest, ist keinem von uns geholfen. Mit einer offenen, kritischen Buchbesprechung dagegen schon. Und letztendlich dem Verlag wie dem Autor auch. Wenn sie denn zuhören.

Die wenigsten von uns sind studiert (aber wenn ich irgendwo mal den Studiengang “Literaturkritiker” finde, werde ich zumindest schauen, was deren Lehrmaterialien sind. Versprochen). Die wenigsten von uns sind freilich auch ohne Fehl, aber darum geht es nicht. Wir haben eine Meinung, die wir vor unseren Mitlesern vertreten, indem wir nach bestem Wissen und Gewissen Empfehlungen aussprechen – oder eben auch nicht. Das kann den Autoren passen oder auch nicht – den Mund zu verbieten oder uns gar pauschal Unfähigkeit, erpresserische Absichten oder Bestechlichkeit vorzuwerfen ist so unverschämt, dass es darauf eigentlich nur eine Antwort gibt:
Den entsprechenden Autoren sich selbst demontieren zu lassen und weiter Rezensionen zu schreiben, die die Leser und die Mitrezensenten (auch die der “Konkurrenz”) ernst nehmen können. Und wenn wir dabei etwas finden, das unserer Ansicht nach nach Scheiße schmeckt, dann haben wir das auch zu sagen. Im Idealfall mit höflichen, sachlichen Worten. Aber zu behaupten, dass es eine Mousse gewesen wäre, ist nicht drin. Nicht mal für Freiexemplare und Geld. Wir rezensieren nicht für Autoren und Verlage – wir sind Vorkoster für Leser. Es ist unsere Pflicht, wahrheitsgemäß von unseren Eindrücken zu berichten. Eine Rücksichtnahme auf die Befindlichkeit des Koches oder des Restaurantbetreibers ist dabei lediglich optional.

Es gibt eine einzige Möglichkeit für den Vorkoster, das zu vermeiden:
Er schweigt komplett, lässt seine Leser selbst kosten und geht in Zukunft woanders essen. Macht also seinen Job nicht. Kann er tun. Muss er aber nicht.

In diesem Sinne: Mahlzeit.

PS:

Der fragliche Autor kommentiert (in einer öffentlich lesbaren Gruppe auf Facebook):
xxxxx ‎@xxxxx: im Gegenteil – der Verkauf läuft gerade deswegen prima – die Leute kaufen jetzt  xxxx-xxxx, lesen es und geben mir Recht: der Roman ist SUPER, sagen sie – allerdings nichts für Greenhorns.
‎…und ich bekomme Inbox soviele Zusprachen von Autoren die es ebenfalls satt haben, Geschenke und Gelder an kriminelle Rezensenten zu zahlen für positive Kritik. Genug ist Genug! Literaturkritiker haben neutral und objektiv zu sein!

Zwei Fragen dazu an die Autoren hier:
1. Sagt mal, wer von euch zahlt denn Rezensenten was?
2. Kann ich was abhaben? Oder kennt ihr Autoren, die was zahlen? ‘N Bier? In Leipzig zum Beispiel?

PPS:
Einige Ergebnisse des fraglichen Shitstorms – Stimmen aus anderen Quellen:

- Autor Stephan R. Bellem
-Rezensionsportal Zauberspiegel
-Blog “Metronaut.”
-Kritikblog “Kotzendes Einhorn”
-Bücherblog der Bücherelfe
-Bücherblog SaraSalamander
-Lesekreis
-Autor Philipp Bobrowski auf FB

-Rezensionsblog Little Dhampirs

-Thoughtfein
-Fandom Observer
-Lies mit
-MuellerManfred
-Schrottpresse
-Nachhaltigkeit und Social Media

-ScienceBlogs: Astrodicticum simplex
-Rauhe Sitten
- und so weiter

Und von den Reaktionen auf Facebook wollen wir mal schweigen.

NACHTRAG: Für von Buchbloggern und negativ-Rezensionen frustrierte Autoren und Verleger gibt es jetzt hier Soforthilfe!

NACHTRAG 2 (10.02.2012):
Obwohl ich das Thema ja eigentlich, außer dem gelegentlichen Amusement via Autorenseitenbesuch (ich verlinke an dieser Stelle nicht, aber der Ausdruck “Your Daily Asht” im Sinne von “deine tägliche Portion völlig abwegige Verschwörungstheorie” ist schon ab und an gefallen), abhaken wollte, hier doch noch zwei, wie ich finde, sehr gelungene Nachträge.
Beide stammen aus Michael Butschers Blog ‘abwaschbar’ und sind nicht nur amüsant, sondern auch traurig und informativ.
Vielen Dank dafür, Michael.

> John Asht: Allein gegen die Mafia

> Der eigenartige Buchclub


Geschickter Marketing-Coup von Autor und Verlag? Ich weiß nicht so recht …

PPPS:
Auch eine Form der Kritik. Die Satire.
Zum Beispiel der Komiker John Steward über SOPA (ihr wisst schon – dieser seltsame U.S.-Amerikanische Gesetzesantrag Stop Online Piracy Act vom letzten Posting)

Tags: asht, autor, John Asht, Kritik, Literaturkritik, myriel, Rezension, Roder-Verlag, verlag

13 Responses to Vom Umgang mit Kritik

  1. Sammelmappe
    22. Januar 2012 at 11:36

    Was es nicht alles gibt! Unverständlich ist für mich, dass sich die beiden nicht in Grund und Boden schämen.

  2. 22. Januar 2012 at 20:14

    Okay, dann fühl ich mich mal angesprochen:

    >Zwei Fragen dazu an die Autoren hier:
    >1. Sagt mal, wer von euch zahlt denn Rezensenten was?
    >2. Kann ich was abhaben? Oder kennt ihr Autoren, die was zahlen? ‘N Bier? In Leipzig zum Beispiel?

    Zu 1: Zahlen? Was ist denn so der Marktwert für eine positive Rezension? Gibt’s da das Grundpaket (“der Roman ist gut”), das erweiterte Paket (“der Roman ist sehr gut”) und das All-Inclusive-Seventh-Heaven-Angebot (“der größte Roman aller vergangenen Zeiten und aller Zeiten, die noch kommen werden”)?

    Zu 2: Nein. Nein. Nein. Nein.

    Aber auf der anderen Seite, wer bin ich schon, dass ich John Asht widerspreche? Ich bin unwürdig!

  3. 22. Januar 2012 at 21:55

    Viele gute Gedanken, eine gute Bewertung der Situation und nette Streichungen.

    Es war ein Vergügen, dies zu lesen.

    Danke Tom.

    Alexander

  4. 23. Januar 2012 at 16:38

    Ich hab dich bei mir auch gleich mal in die Linkliste aufgenommen. Der Autor macht sich selbst kaputt und VERLEUMDET uns, indem er von Verleumdung spricht… blöd.

  5. Wiesodenn
    23. Januar 2012 at 19:59

    Wenn der shitstorm vorbei ist wird der Autor samt Verlag wieder in der Versenkung verschwinden.

  6. 24. Januar 2012 at 16:01

    Als jemand der mit Selfpublishing sowie einem Buch im klassischen Verlag Erfahrungen gemacht hat: Beim Buch im Selbstverlag habe ich a) Rezensionsexemplare angeboten, b) gezielt aber unangefordert Rezensionsexemplare an Zeitschriften/Blogs/Multiplikatoren etc. verteilt in der Hoffnung, dass hinten tatsächlich eine Rezension herausfällt, bzw. der Wunsch war im Begleitbrief auch artikuliert. Nie wäre ich darauf gekommen, Geschenke oder Geld beizulegen/anzubieten oder überhaupt Einfluß auf den Inhalt der Rezension nehmen zu wollen. Es trat auch nie ein Rezensent an mich heran und hat etwas derartiges verlangt und das wäre auch finanziell gar nicht drin gewesen, bzw. ich hätte ihm einen Vogel gezeigt und auf eine gestellte Rezension verzichtet.

    Und ihr könnt mir glauben, dass hat mich hier schon einiges an Zähneklappern gekostet, wenn ich z.B. ein Exemplar an eine Zeitschrift mit großer Reichweite und ebenso großem Anspruch geschickt habe. Das war dann so ein “OhgottOhgott, wenn nun doch ein sachlicher Fehler drin ist … _die_ finden den sicher und dann zerreissen sie uns in der Luft. Oder sie finden es blöd, die Idee blöd.. alles blöd…” Umso größer war der Brocken der vom Herz geplumst ist, wenn sie dann tatsächlich das Buch rezensiert haben und die Rezension auch noch positiv war.

    Schlechte Rezensionen gab es natürlich auch. Da grummelbrummelt man in sich rein, ist anderer Meinung, widerspricht vielleicht sogar in irgendeiner Form, aber Haltung sollte man doch wahren. Es gibt nun mal kein 100% perfektes Buch und schon gar keines, dass von allen auf die gleiche Weise wahrgenommen wird.

    Mit Verlag sah das auch so anders nicht aus, nur dass wir dem Verlag die Blogs/Mulitplikatoren nannten die wir mit Rezensionsexemplaren bedacht haben wollten und das Marketing hat sich selbsttätig um den Kontakt zu allen relevanten On- und Offline-Medien gekümmert.

    Beim Schnacken mit den Lektoren kommt man auch schon mal auf die negativen Seiten der Buchbranche zu sprechen, z.B. welche Buchhandelsketten sich extrem hohe Rabatte ausdingen oder die Buchpreisbindung mit welchen Methoden unterlaufen wollen. Das Rezensenten Geld fordern oder sonst was, kam aber nie zur Sprache. Einfach weil es das nicht gibt.

    Leser sind ja auch nicht blöde. Wenn sie merken, dass Rezensionen unangemessen positiv oder negativ sind und nicht zu der tatsächlichen Qualität eines Werkes passen würden sie schnell merken, dass sie in dem jeweiligen Medium keine ehrliche Bewertung zu erwarten haben. Und im Internet ist die Konkurrenz nur einen Klick entfernt.

  7. 24. Januar 2012 at 17:19

    Schön zusammengefasst. Ich wollte auch noch einen Blogeintrag verfassen, aber es ist alles gesagt.
    Warum diese Sache angezettelt wurde und wie auch imemr sie weitergeht, ich bin beruhigt: Keine Ahnung, wie ich mich nach der ersten schlechten Kritik fühlen werde, aber ich bin sicher, dass meine Reaktion nicht “so daneben” sein wird. Denn schlimmer geht’s nimmer…

  8. 1. Februar 2012 at 01:39

    Zum Thema erlaube ich mir, auf unsere Februarausgabe hinzuweisen. Die hat die Titelgeschichte “DIE REZIMAFIA” und beschäftigt sich exakt mit diesem Fall. Das Schöne: der Download kostet nix. :-)

    http://www.fandomobserver.de/2012/02/fo272/

  9. Website zum Buch
    27. März 2012 at 14:24

    Über Geschmack lässt sich streiten – das ist wohl eine der bekanntesten Streitfragen der Welt.
    Ich denke, es ist vollkommen in Ordnung, wenn der ein oder andere das ein oder andere Buch als nicht gut empfindet. Das große Problem liegt leider nur bei der Akzeptanz: Rezensenten können sagen “mir persönlich hat es nicht gefallen, sollten aber nichts wie “so ein sch***, wer das schreibt muss dumm sein…” schreiben. Auch negative Kritik kann konstruktiv sein.
    Genau das selbe gilt natürlich auch für den kritisierten Autor. Aber das wurde ja schon wunderbar beschrieben (ich zitiere):
    - Kritik schlucken und keinesfalls antworten
    - Kritik als wertvolle Hinweise und Momentaufnahme sehen
    - Wenn man kommentieren muss: Höflich und knapp für die persönliche Meinung danken
    - nie, Nie, NIE auf Diskussionen einlassen (darüber könnte man freilich diskutieren …)
    - mit Humor reagieren

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