Von Buchschaffen und Buchwundern

N’Abend allerseits.
Es ist schon wieder eine Weile her seit meinem letzten Blogeintrag.
Ich habe eine Menge interessante politische und gesellschaftskritische Themen ausgelassen. Von den seltsamen Ideen der Grünen und der Piraten (die immer noch nicht genau begriffen zu haben scheinen, wie was das Wort Urheberrecht genau bedeutet. Aber das Thema hat ja Stephan Bellem schon brauchbar bearbeitet) bis zur heutigen Ernennung Guttenbergs als kompetenten Berater der EU-Kommission für Internetfreiheit (Jeah. Right. Mit Freiheiten, die man sich per Internet rausnimmt, kennt er sich ja aus. Wie wär’s mit Frau Hegemann als Assistentin?).

Aber lassen wir das – es ist schließlich bald Weihnachten.

Da ist mir schon mehr nach einem Weihnachtswunder.
In Ordnung, ist eigentlich keines, das zu Weihnachten passiert ist, dafür aber nicht weniger wundervoll.
Im März dieses Jahres bekam die Scottisch Poetry Library ein absolut ungewöhnliches, wundervolles Geschenk. Eine Papierskulptur, geschaffen aus einem Buch. Samt mysteriöser Nachricht. Und es sollte nicht das einzige Geschenk dieser Art sein, das in den folgenden Monaten in Edinburgh auftauchte.

Eines grandioser als das andere und zusammen – und Dank dem Fotografen Chris Scott genial in Szene gesetzt. Zehn Skulpturen tauchten insgesamt auf – und bis heute ist das Geheimnis, das direkt aus einem Buch von Neil Gaiman stammen könnte, nicht gelüftet. Und das finde ich gut. Soll es ein Geheimnis und Wunder bleiben – das ist genau das Quentchen Phantastik, das wir Bibliophilen ab und an in unserer Welt brauchen.

Unter Bibliophilen und Büchermachern waren Stephan und ich auch am Samstag.
Brunch bei unserer Literaturagentur Schmidt&Abrahams in Speyer, um genau zu sein. Das war ein sehr sehr angenehmer (wenn auch ein wenig kühler – rein temperaturtechnisch) Termin mit vielen, netten Menschen. Eine Menge alter Bekannter natürlich, aber auch ein ganzer Haufen mir neuer Gesichter. Diese Agentur vertritt wirklich interessante Personen.


Eine Erkenntnis des Tages: Covergestaltung ist, wie wir bereits geahnt haben, ein wirklich kniffliges Thema.
Es ist kein Zufall und erst recht keine einfallslosigkeit, dass sich z.B. Völkerroman-Cover oder nackte_muskulöse_Männerkörper-mit-Leopardenmusterung-Romantasy-Titel so extrem ähneln. Und es ist auch nicht nur der Zielgruppe unter den Käufern geschuldet. Es ist für Buchhändler verdammt wichtig.
Warum?
Weil die Herren und Damen monatlich Hunderte Titel zur Auswahl haben (nein, nicht nur in der Fantasy – über alle Genres gesehen). Keiner kann sie alle kennen. Und wenn nicht gerade „Der neue Stephen King“ vorn drauf steht (was die Einsortierung in’s Regal deutlich vereinfacht), dann ist ein eindeutig dem Genre/Subgenre/Trendthema zuzuordnendes Cover ein schlagendes Verkaufsargument. Nicht nur dem Endkunden gegenüber. Denn selbst große Buchhandlungen haben nur begrenzten Platz. Und im Zweifelsfall gewinnt da das buch, das ohne größeres Nachdenken exakt auf den richtigen Tisch gelegt werden kann, wo es zwischen den „Leute, die dieses Buch kauften, kauften auch“-Kollegen liegt. Das kann dann sogar ein ungewöhnliches, deutlich besseres Cover zwingend schlagen. Sozusagen das „was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“-Prinzip.

Das war mir bislang noh nicht in letzter Konsequenz klar, leuchtet mir aber ein.
Und lässt eben z.B.  Auswüchse wie die „Fantasy in da Hood“ (ihr erinnert euch) in einem etwas verständlicheren Licht erscheinen.

Außerdem ist mir so natürlich noch etwas klarer, unter welchen Vorraussetzungen unser Verlag bereits vor zwei Wochen das Grafikbüro auf die ersten Titelentwürfe gebrieft hat. Die Richtung der Einordung ist ja bereits klar, auch wenn der roman noch eine ganze Weile nicht fertig ist. Und damit eben vermutlich auch die grobe Fahrtlrichtung der Gestaltung. Ich bin jedenfalls gespannt wie nochwas.

Und bis dahin schreiben Stephan und ich fleißig weiter an den zweiten 100 Seiten, die Ende des Monats fällig sind. Es geht voran, auch wenn der Bodycount diesmal etwas etwas gesunken ist. aber man muss ja auch mal Atempausen lassen, nicht? *g*

In diesem Sinne – ich meld mich.
Ich muss noch was schreiben.

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