O’Reilly’s wirft deutsche Phantastik-Autoren raus! England zeigt sich solidarisch!

„Oh, ‚rlly?!“

Eklat am Rande der Frankfurter Buchmesse 2011:
Pfeifen unerwünscht – Das Frankfurter Bahnhofsviertel-Pub O’Reilly’s wirft Deutsche Phantastik-Autoren geschlossen raus.

— Buchmesse-Donnerstag Abend (13.10.2011) in der Frankfurter Innenstadt. – Eine Reihe deutscher Phantastik-Autoren, unter ihnen der bekannte Jugendbuch- und Thrillerautor Thomas Finn („Weißer Schrecken“), die Jugendbuchautorin Jutta Wilke („Holundermond“), sowie die Autoren Andrea Bottlinger, Carsten Steenbergen, Ann-Katrin Karschnick, Thomas und Stephan Orgel und andere Vertreter des phantastischen Genres wurden nach nicht einmal 30 Minuten und nur einem halben Bier aus dem berüchtigten Frankfurter Pub geworfen.

Grund des rüden Rauswurfs: Hilfsbereitschaft.

Die sichtlich überforderten Bedienaushilfen (zumindest ist das anzunehmen, denn das Zeigen des ausgesteckten Mittelfingers in Richtung zahlender Gäste dürfte einer professionellen oder zumindest ordentlich angelernten Servicekraft nicht passieren) erwiesen sich schon beim Auffinden der Reservierung nicht nur als unfähig sondern auch unfreundlich.

In Folge der verschlampten Reservierung wurde den Autoren schließlich ein Tisch am Eingang der Toiletten zugewiesen. Die Bedienung war trotz mäßiger Besucherzahlen erschreckend langsam. Eine kurz darauf eintreffende Gruppe britischer Messebesucher, die am selben Tisch Platz fand, wurde schlichtweg vollkommen ignoriert, so dass die hilfsbereiten Autoren die säumigen Gläserträgerinnen schließlich mit einem wohlmeinenden Pfiff auf die Gäste aufmerksam zu machen versuchten.

Wenn die darauf folgende Szene typisch für das Pub sein sollte, ist in Zukunft dringend von einem Besuch dieser Lokalität abzuraten.
Eine der in Sichtweite des Tisches mit dem Thekenpersonal schwatzenden Bedienungen zeigte als einzige Reaktion darauf den erhobenen Mittelfinger in Richtung der Gäste. Eine weitere, beinahe ebenso unprofessionelle Schankhilfe bemühte sich immerhin an den Tisch, um die vollkommen unschuldigen Briten rüde anzumaulen. Als die pfeifende Autorin (!) daraufhin das Missverständnis aufzuklären versuchte, wurde ihr ein kühles „Mit dir rede ich heute Abend kein Wort mehr.“ mitgeteilt. (Man beachte auch die ebenso ungefragte wie ungebührliche Vertraulichkeit der Aussage, die ohne vorherige Vorstellung erfolgte.)
Die darauf folgende Entschuldigung und Erklärung der Hintergründe des Pfiffes (Hilfsbereitschaft, sowie in Hamburg übliches Verfahren, eine unachtsame Servicefachkraft auf sich aufmerksam zu machen) wurde mit unfreundlich-trotzigen Kommentaren abgeschmettert: Dies sei nirgendwo üblich und mithin eine bodenlose Frechheit und überhaupt vollkommen inakzeptabel, sowie nicht entschuldbar.
Eine Bestellung der peinlich berührten britischen Gäste wurden übrigens auch jetzt nicht aufgenommen. Stattdessen verschwand die unfreundliche Frankfurter Grazie mit finsterer Miene wieder in den Tiefen des Pubs.

Knappe drei Minuten später erschien sie allerdings wieder, knallte die Rechnung auf den Tisch – und warf die deutsche Autorenriege mit etwa dem folgenden Wortlaut hinaus:
„Tut mir leid, dass das für euch blöd gelaufen ist. Der Tisch wird neu vergeben – ihr dürft jetzt gehen.“

Wie sich herausstellte, war das nicht als Scherz gemeint. Die Miene der jungen Dame wurde übrigens auch nicht freundlicher, als die Gäste es in Folge an Trinkgeld mangeln und sie einzeln und centgenau abrechnen ließen, ihre angefangenen Biere im Stehen zu sich nahmen und sich wortlos verabschiedeten. Löblich hingegen die Reaktion der Briten, die sich peinlich berührt ( und völlig unnötig – schließlich waren ja nicht sie der Schandfleck deutscher Gastfreundschaft am fraglichen Abend) entschuldigten und sich solidarisch zeigten, indem sie ebenfalls die Lokalität verließen.

Nach dem Rauswurf (v.l.n.r): Carsten Steenbergen, Jutta Wilke, Thomas Finn, Stephan Orgel, Steven Hensel

Wie wir feststellen mussten, wird auf einschlägigen Bewertungsportalen im Internet ohnehin vor den unfreundlichen Bedienungen und dem mangelhaften Service im O’Reilly’s in Frankfurt gewarnt. Wir wissen jetzt zumindest, welche Bedienungen gemeint waren und können damit nur abraten, diesen Pub zu besuchen.

Zumal der servierte Burger vermutlich nur deshalb so schnell auf dem Tisch stand, weil er geschmacklich und seiner Konsistenz nach ziemlich wahrscheinlich nicht einem Herd sondern der Mikrowelle entstammte.

Die Phantastik-Autorengruppe verbrachte den weiteren Abend thematisch passend im nahe gelegenen „Utopia“ auf der Kaiserstraße in Frankfurt – dieses Restaurant ist im Übrigen sehr zu empfehlen, serviert hervorragenden Kaffee und verfügt über kompetente, überaus freundliche und hilfsbereite Angestellte. Die Küche ist einsehbar (Burger werden frisch zubereitet) und die Whisky-Auswahl ist deutlich reichhaltiger und qualitativ hochwertiger als die des O’Reilly’s.

Nachtrag: O’Reilly’s z.B. auf Qype. Wir sind nicht allein mit unseren Beobachtungen.

5 comments for “O’Reilly’s wirft deutsche Phantastik-Autoren raus! England zeigt sich solidarisch!

  1. 17. Oktober 2011 at 14:47

    Da hab ich ja echt was verpasst dadurch, dass ich früher gegangen bin.

    • Tom
      17. Oktober 2011 at 19:43

      Und zwar buchstäblich um Minuten, Andrea. Als wir uns draußen verabschiedet hatten und ich reingegangen bin, war die Show quasi schon rum. Ich durfte gerade mal noch im Stehen austrinken.

  2. Dirk
    17. Oktober 2011 at 18:01

    Oha… kein Trinkgeld für die überaus unkompetente Servicehilfskraftpraktikantin?? …aber das wär wohl phantastisch gewesen, oder?! :o)

  3. 18. Oktober 2011 at 10:17

    Lustig…
    In dem Laden bin ich vor 2 Wochen mit meiner Freundin gewesen.
    Nach 20 Minuten sind wir dann einfach gegangen, da es scheinbar keine Bedienung gab. Vielleicht habe die einfach zahlende Gäste nicht nötig.

    Eine Pinte weiter die Straße runter hatten wir dafür schon nach unter zwei Minuten alle gewünschten Getränke.

  4. 22. Oktober 2011 at 19:05

    Ui, das hört sich ja nach jeder Menge Aktion an. Hoffendlich war das Bier wenigstens nicht schal.

    LG

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