Fantasy in da Hood

Von Trends in der Fantasy und wichtigen Details, will man ein erfolgreicher Fantasy-Autor werden.

– Heute war ich in der großen Stadt. In Würzburg, um genau zu sein. Zum einen Klamotten-Gutscheine von diversen Geburtstagen und sonstigen Geschenke-Festivitäten verbraten, zum anderen: Buchhandlungen gucken.

Zu ersterem: Der Beutezug umfasst vor allem dem Wetter angemessene Hosen – und Pullover. Winterjacken waren ebenfalls im Angebot. Jede Menge – aber ich konnte mich zurückhalten.

Außerdem kann ich voller Stolz mitteilen: Ab jetzt kann ich auch erfolgreicher Fantasy-Autor werden. Ich bin jetzt im Besitz meines ersten wirklich schwarzen Hemdes.
Das ist schließlich Grundausstattung. Stephan hatte ja schon, aber solange ich immer mit dunkelblau, dunkelbraun und derartigem Halbgarem herumgemacht habe, konnte das ja nichts werden. Aber jetzt.
Vielleicht zur Sicherheit noch eine schwarze Lederhose? Mal schaun.

Möglicherweise sollte ich mir noch eine markante „Bitte machen sie eine typische Handbewegung“-Geste zulegen. So wie Markus Heitz zum Beispiel. ;)
Sicher ist sicher.

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Auf die Wichtigkeit des richtigen Pseudonyms hat ja schon Kollege Bellem zur Genüge hingewiesen. Auch in Würzburg gilt nämlich: Willst du ins Bestseller-Regal, wähle ein ‚H‘.
Links oben stand Hardebusch, weiter gings mit Heitz, Hennen und über Hines und Hobb zu Hohlbein, der das Regal in den unteren beiden Reihen abschloss. Jeder mit eigenem Regalreiter.

Nach erfolgtem und erfolgreichem Einkauf (ich bitte davon abzusehen, mir in Zukunft noch einmal Galeria-Kaufhof-Gutscheine zu schenken. Dort gibt es NICHTS, was sich für mich zu kaufen lohnt!), stand dann „Buchhandlungen“-Gucken auf dem Plan. Ich habe mich erfolgreich zurückhalten können, die gesamten Jasper-Fforde-Romane für je 2.99 zu kaufen und stattdessen Cover-Sightseeing betrieben.

Besonders ergiebig war dabei der Hugendubel in der Innenstadt, der sich ja durch gefühlte 50 Regalmeter Fantasy+Scifi auszeichnet.

Erste Feststellungen:
– Deutsche SciFi ist unterrepräsentiert. Gerade mal 3 Justifiers-Romane zum Beispiel – und auch die mussten sie erst suchen.
– Tommy Krappweis‘ „Mara“-Serie gibts gar nicht im normalen Jugendbuch-Angebot. „Müsste man bestellen“ war die Ansage. Dafür gibts jede Menge mit Vampiren, Engeln und Dämonen und Hölle. Ja, in der Jugendbuchabteilung.

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Ein ziemlich auffälliger Trend allerdings ist die Kopfbedeckung des Jahres: da Hoodie!
Ernsthaft. Das sah fast schon albern aus, in der Auslage. Aber schaut selbst.

Hier natürlich der Vater des Trends:

Und hier die dazugehörigen Blagen:

Besonders schön diese Auslage:

Der Blick wandert nach unten…

und bis ganz runter.

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Und das war nur EINE der Buchinseln.
Wenn ich mich recht erinnere, gab es noch mehr, noch weit mehr von Kapuzen halb verhüllte Gesicher von Leuten mit Stöcken, Messern und japanoiden Klingenwaffen.
Nicht zu vergessen ein halbes Dutzend Magier mit ausgestreckten Fuchtelhänden. Aber bei denen ist die Kapuze ja gute alte 80er-Tradition. Raistlin lässt grüßen. Und grüßen. Und grüßen. Und…

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Trend 2: Sigillen.
Meist dramatisch glühende bis feurige, im Hintergrund einer Personen- oder wahlweise Waffengrafik.
Schon Hubert von Goisern sang weiland: „Rund muaß sei und a wengal resch, uh mei!“

So, wie bei Kris Greene und blanvalet.


Okay, Bild 2 ist etwas misslungen – Linker Hand findet man die neue Aufmachung von Richard Schwartz‘ Askir-Serie aus dem Hause Piper, daneben die Abercrombies von Heyne.
Nein, keine Angst, das waren noch nicht alle. Auch davon gab es noch ein paar mehr – rund und leuchtend im Hintergrund ist ‚in‘ – in (allerdings wohltuend) abgewandelter Form schließlich auch bei Markus Heitz:

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Vielleicht sollte man die Erfolgskonzepte verbinden:
Die heldenhaft blitzenden Kinne von Mr. und Mrs. Hood mit gebleckten Unterarmklingen martialisch vor leuchtend magischem Siegel.

Wird bestimmt ein Renner!

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Kaputziger Nachtrag:

Alex „Cynx“ hat das kurz und knackig noch viel schöner hier zusammengefasst als ich mit meinem Uralt-Handy.

Und dabei auf etwas hingewiesen, das in den Auslagen fehlte, hier aber unbedingt hingehört.
Kollege Falko Löffler hat nämlich fast alles richtig gemacht – und das schon 2008!

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Fast? – Ja. Zum entscheidenden Erfolg gehört noch eine Waffe auf’s Cover!
Vielleicht nochmal überarbeiten lassen!

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3 comments for “Fantasy in da Hood

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