Die Aufreger der Woche

Diesmal mit: RTL und den Gamern, dem offenen Brief der Druckkostenzuschussverlage und dem Abgang von Apple-Gründer Steve Jobs. Und vom Schreiben. Natürlich.

Na gut, vielleicht nicht der Woche, aber doch der letzten Tage. Davon abgesehen, dass es sichern icht alles ist, was mich beschäftigt.

Zum Ersten: RTL hat einen… na, nennen wir es mal vorsichtig „Bericht“ zur weltgrößten Computerspielemesse, der GamesCom 2011 in Köln gebracht. Ein Bericht, in dem Messebesucher und Computerspielefans recht pauschal als streng riechend, saufend, modisch geschmacklos und beziehungsunfähig dargestellt werden.
Was erstens keine feine Art, zweitens schlecht recherchiert (und damit ein klarer Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht ) und drittens auch noch ziemlich dämlich ist.
Letzteres vor allem, wenn man bedenkt, dass besagte „Gamer“ gern Zeit vor dem Rechner verbringen und damit über eine Medienkompetenz (zumindest in Bezug auf die „neuen Medien“ aka. Internet und Film) verfügen, die den verantwortlichen Redakteuren schon mal abzugehen scheint. Denn sonst hätten sie es nicht gewagt, folgenden, wahrhaft dilettantischen Beitrag zu produzieren. Oder zumindest zu veröffentlichen.
Dumm vor allem auch, da  es sich wie gesagt um die weltgrößte Messe einer Industrie handelt, deren Umsatzzahlen die Hollywoods schon seit Jahren locker übersteigen. Einer Industrie, die ja schließlich auch RTL über ihre Werbeausgaben finanziert. Diese und ihre fleißig zahlenden Kunden quasi im eigenen Haus (also in Köln) zu beleidigen ist … ungeschickt. Möglicherweise geht RTL ja bei ihrem Bericht von dem Niveau der Leute aus, die sie vielleicht als ihr Vorabendpublikum betrachten. Aber man sollte eben nie von sich auf andere schließen.

Ja, viele der Gamer reagieren jetzt natürlich ein wenig über. Denn nein, die „lobbylose“ Computerspielergemeinde wird durch diesen Beitrag wohl kaum nachhaltig geschädigt werden.
Beim eigenen Zielpublikum rennt RTL mit diesem launigen Stimmungsmacherstückchen ohnehin vermutlich offene Türen ein – und ansonsten nimmt den Tutti-Frutti-Heimatsender und ihre Ansichten doch ohnehin keiner ernst. Denn wenn wir ehrlich sind: Nach Hugo Egon Balders Glanzstückchen ging’s dann bergab. Wie sie hiermit mal wieder beweisen.

Abschließend: Diese Reaktion der WoW-Legende Barlow hier finde ich definitiv den gelungensten Konter.
PWND.

Was noch – ah ja.
Die DKZV, kurz für „Druckkostenzuschuss-Verlage“.
Also die Verlage, die von ihren Autoren Geld dafür nehmen, dass sie deren Bücher produzieren und zum Verkauf bereitstellen. Das Wort „anbieten“ wurde absichtlich nicht gewählt.
Die lieben Leute, namentlich der Cornelius-Verlag aus Halle, entblöden sich jedenfalls nicht, einen offenen Brief in die Welt zu setzen. In diesem lehnen sie sich heißblütig, inbrünstig und voller Empörung dagegen auf, von etablierten Verlagen, von Autoren und von Aktionsbündnissen wie FAIRLAG (dem ja unter anderem der Verband deutscher Schriftsteller angehört)  als „Pseudoverlage“ bezeichnet zu werden. Wer mag, kann sich das absurde Machwerk gern durchlesen – aber einen Passus möchte ich euch nicht vorenthalten:

Es werden die Verlage beschimpft, unrechtmäßig zu handeln, doch die Unterschriften auf den Verträgen gehören zur Hälfte den Autoren. Tatsächlich unterschreiben Autoren Verträge (ein Vertrag über eine Versicherung ist komplizierter als ein Autorenvertrag), die ihnen schaden, doch beklagen sich danach nicht über ihre Unmündigkeit, sondern frönen als Frustrationsausgleich der Erstellung von „Schwarzen Listen“ – ohne Anflug von Selbstkritik.

Das heißt, bei Cornelius gibt man im OFFENEN Brief freimütig zu, dass Verträge gemacht werden, die Autoren schaden! Da fällt mir nur Judith Holofernes‘ Antwort zur BILD ein: Ich glaub, es hackt.

Ich glaube, ich muss da gleich mal aus Prinzip unterschreiben. Also bei Fairlag.

And now to something completely different:
Steve Jobs hat seinen Job an den Nagel gehängt.
Der Apple-Mitgründer und Design-Visionär hat in den sauren Apfel gebissen und sich selbst aus gesundheitlichen Gründen von seiner Arbeit als CEO entbunden. Das sorgt für aufregung in der Applewelt und fur Zukunftsängste unter den Macianern. Für viele scheint das so zu sein, als hätte der Papst sein Amt niedergelegt. Ich selbst musste dabei nur daran denken, dass mich mein Banker vor 10 Jahren gefragt hat, ob es sich meiner Ansicht als Grafikdesigner und Mac-User nach lohnen würde, Apple-Aktien zu kaufen. Klar, habe ich damals gesagt. Machen. Die steigen nur im Wert. Sichere Bank, sozusagen. Schade. Hätte ih damals selbst nen Tausender übrig gehabt, wüsste ich jetzt schon mal, wovon ich diesen Winter Heizöl kaufe. und hätte immer noch ein nettes Sümmchen übrig. Das wird sich auch nach Jobs nicht ändern. Aber ich habe schon wieder keinen Tausender übrig. Das Problem hat der neue CEO nicht. Soweit ich weiß, hat er als Einstandsgeschenk mal kurz eine Million Apple-Aktien bekommen. Vielleicht hat er ja ein paar für mich übrig.

Was das Schreiben schließlich betrifft: Ich bin unmotiviert.
Das heißt, eigentlich bin ich hochmotiviert und sitze derzeit auf glühenden Kohlen – aber einige Mühlen mahlen leider ziemlich langsam. Jetzt hoffe ich darauf, dass wenigstens noch im August eine gute Nachricht bei uns eintrifft. Einen Tag hat er ja noch, der August. Denn bald ist schon wieder ein halbes Jahr vergangen, schon wieder kommt eine Buchmesse – da muss sich doch mal endlich was tun.
Und das demotiviert ein wenig. Was mich in meiner momentanen Schreibarbeit ausbremst, denn von den erwarteten Entwicklungen hängt ab, was den Rest des Jahres in diesem Bereich passieren wird. Ob noch Zeit für ein oder zwei Kurzgeschichten bleibt, oder aber ob wir ausgebucht sein werden. Bislang aber heißt es warten und Daumen drücken. Und abschließende Korrekturläufe zu anstehenden Geschichtenveröffentlichungen erledigen. Es sieht danach aus, als kämen dieses Jahr noch zwei Geschichten von uns raus. Vielleicht drei. Zumindest steht schon mal eines fest (es wurde gestern offiziell verkündet): Ich werde auf dem Bucon in Dreieich dieses Jahr lesen. Am 15. 10. also um 12.00 Uhr bei der Vorstellung der „Ley Lines“-Anthologie aus dem Ulrich-Burger-Verlag. Eine Kleinigkeit nur – aber hey, das erste mal vor echtem Publikum. Uah. Naja, eine gute Übung auf jeden Fall. Nach uns liest Carsten Steenbergen. Aber der ist ja, gemessen an uns, ein alter Hase..

Schöne Woche noch.

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