Was von der Woche übrig blieb

Kurz zusammengefasst: Unter anderem Schnee, Wikileaks-Proteste, eine WorldMap of Facebook, Bewerbungen, Gedanken zum Social Network Marketing, der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, Manuskripte und Schnee von gestern.

Haken wir mal die Themen ab:

1. Schnee

Ja. In den meisten Gegenden reichlich, hier im Main-Spessart-Tal eher mau. Sehen wir mal von den 15 Zentimetern ab, die letzte Nacht gefallen sind, ist das versprochene Schneechaos hier ausgeblieben. Aber auch wenn es andere Gegenden deutlich heftiger erwischt hat als uns, so stellt sich mir doch die Frage: Was erwarten die Leute eigentlich vom Winter? Ich bin jedes Jahr wieder erstaunt darüber wie viele Menschen jedes Jahr wieder darüber erstaunt sind, dass es im Dezember schneit. Auch mal mehr als einen halben Meter nebeneinander. Vielleicht sollte ich das nicht sein. Sie aber auch nicht.

Auf jeden Fall stelle ich derzeit mal wieder fest, dass vor allem diejenigen, die im Sommer als erste über die Hitze und Trockenheit klagen, bei Winteranbruch am  lautesten über Kälte und Schnee jammern. Verbunden mit der den Deutschen scheinbar angeborenen Leukophobie und dem damit verbundenen, sofortigen Verlust sämtlicher Fahrfähigkeiten ist der Wintereinbruch auch in diesem Jahr wieder ein Erlebnis. Wir haben jedenfalls den heutigen Tag mit Kind und Schlitten im Schnee genossen. Arbeiten kann ich auch jetzt, nachts.

2. Wikileaks-Proteste

Jaja, wir müssen protestieren und Petitionen unterschreiben, damit die Verfolgung und Strafbarmachung von Wikileaks aufhört. Ich bin mir immer noch nicht sicher. Warum nicht, das habe ich bereits dargelegt – und ich habe eigentlich noch keine Gegenargumente gehört.
Um es deutlich zu sagen: Ich halte nichts davon, Wikileaks ungerechtfertigt zu kriminalisieren. Ich halte erst recht nichts von einer Beschneidung der Pressefreiheit (ich bin ja nicht blöd). Ich halte nichts von der Vorverurteilung und dem Ausschluss von WL durch Konzerne wie Amazon und Co., sei es aus vorauseilendem Gehorsam oder staatlichem Druck. Und ich halte nichts von „Cyber-Krieg“-Aktionen – egal ob durch WikiLeaks-Sympathisanten oder von Staats wegen.

Aber ich halte auch nichts davon, Wikileaks zu Heilsbringern zu stilisieren. Was daran liegen könnte, dass ich immer noch nicht verstanden habe, was an der Verbreitung von vertraulichen Dokumenten „journalistische Arbeit“ oder „Meinungsäußerung“ sein soll. Wer immer sich auf Artikel 19 der Menschenrechtserklärung beruft, sollte bitte auch Artikel 29 derselben im Kopf behalten und sich fragen, ob er dem wirklich gerecht wird. Und wer gegen die Knechtung der Cyber-Partisanen und generell der Öffentlichkeit in unseren unterdrückerischen, westlichen Staaten wettert, sollte daran denken, dass er das (also wettern) hier KANN und DARF. Wikileaks weiß, warum sie keine russischen oder chinesischen Materialien veröffentlichen. So eine kleine, lästige Opposition ist dort traditionell schnell ausgeschaltet. Irgend jemand hat immer ein paar Gramm Pollonium 210 zur Hand.

Jedenfalls haben sich die deutschen Medien wie die taz oder die Frankfurter Rundschau jetzt aufgerafft, und rufen gemeinsam zur Unterzeichnung von Petitionen, Appellen und Erklärungen auf. Hier zum Beispiel. Das sollte man sich auf jeden Fall mal durchlesen – und wer mag, der unterzeichnet es. Oder auch nicht. Das ist freie Meinungsäußerung.
Jedenfalls: Ich mag Humon und ihre immer wieder treffenden Cartoons. Der hier zum Thema.

3. Die facebook-Weltkarte

Ein sehr schickes und dekoratives Ergenis einer Untersuchung durch Paul Butler, Praktikant bei Facebook. Und ein politisch wie wirtschaftlich interessantes dazu. China und Russland bleiben nämlich auf seiner facebook-Karte nahezu völlig im Dunklen. Paul hat für seine beeindruckende Darstellung die Daten von etwa zehn Millionen der insgesamt rund 500 Millionen facebook-Nutzer in eine zweidimensionale Projektion umgesetzt. Die Verbindungen der einzelnen Anwender stellte er dabei als Linien zwischen den verschiedenen Orten vor dem an sich dunklen Hintergrund dar. Leer bleiben dabei große Teile Afrikas ebenso wie Russland oder China, während sich in Europa sogar Ländergrenzen erkennen lassen. Kanada und Alaska sind übrigens auch noch facebook-beruhigte Zonen. Sehr schick, das Ganze. Würde sich sogar als Poster gut machen.

Für eine größere Darstellung das Bild anklicken.

Nachtrag: Zu diesem Thema auch interessant – dieser Artikel hier.

4. Bewerbungen

Da gab es diese Woche für mich, als immer noch in-between-jobs befindlichen Grafikdesigner und Texter, gleich so Einiges. Unter anderem auch klischeehafte Erlebnisse, die ich bisher in den Bereich der urbanen Legenden oder Holzhammer-Comedy geordnet hätte. Ich denke, darüber sollte ich eine Glosse schreiben. Hier aber eine ehrliche Antwort auf die Frage „Wo sehen sie sich in 10 Jahren?“: Auf der Spiegel-Bestseller-Liste. Aber das wollten die vermutlich nicht hören. Deshalb habe ich es mir verkniffen. Mehr dazu folgt. Versprochen. Und in der Zwischenzeit: Tipps und Angebote werden nach wie vor angenommen. Sowieso.

5. Social Network Marketing

Dass es ein schwieriges Pflaster ist, dem bislang wenige Unternehmen halbwegs gewachsen sind, ist ohnehin klar. Also zumindest denen, die sich damit von Berufswegen auseinandersetzen. Oder besser: Es sollte zumindest denen klar sein. Leider rifft das oft genug ja auch nicht zu. Diese Woche bin ich jedoch über einen Artikel gestolpert, der  es ziemlich gut zusammenfasst, warum das so ist. Der ‚BrandBuilder‘ Olivier Blanchard erklärt in seinem Blog, was viele Unternehmen – und beinahe ebensoviele ‚Profis‘ aus Werbung und Marketing falsch machen. Es ist eigentlich ganz simpel.
Und letztendlich läuft es auf einige wenige, ganz einfache Punkte hinaus. Zum Beispiel:

  • SocialMedia-Marketing ist etwas, wofür man Geld in die Hand nehmen muss. Wie jede andere Marketingmaßnahme auch.
  • Dieses Geld muss man denen geben, die sich wirklich damit auskennen. Nicht einfach nur der Werbeabteilung oder denen, die sich um die Anzeigenwerbung kümmern.
  • Das Unternehmen (und das heißt, die Geschäftsleitung, muss sich tatsächlich auch für das interessieren, was in diesen Medien geschieht und wie sich die Firma präsentiert. Das bedeutet ’social‘: aktive Interaktion.
  • Man muss etwas zu sagen haben. Anwesenheit genügt nicht.
  • Man muss einen Plan haben.

Das alles sind eigentlich einfache und logische Grundregeln. Die die meisten Unternehmen nicht verstehen. Lustigerweise sind es die selben Regeln, die wir in Online-spielen schon vor 15 Jahren festgestellt haben. Und die lassen sich wiederum eindampfen auf:
-Du brauchst eine gute Idee, für die du die Leute begeistenr willst (ehrlich gesagt, stimmt das nicht. Du brauchst nur eine Idee. die Güte ist egal)
-Du brauchst eine gewisse Schwungmasse an Leuten. 5% der Zielgruppe haben sich bewährt. Fünf Prozent und der Schwung wird groß genug, um (zumindest in Foren, auf Sozialen Netzwerkplattformen und in ähnlichen Einrichtungen bis hin zu Multi-Uer-Online-spielen) jede Idee zu einem Erfolg zu machen. Das ist übrigens auch wissenschaftlich belegt.
Wissenschaftlich untersucht und statistisch belegt ist allerdings auch das noch immer große Unverständnis für die Funktionsweisen der Sozialen Plattformen und das dort mögliche Marketing. Und so wird halt etwas daraus, das man, in Anlehnung an gern geäußerte Berufswünsche ziel- und planloser Schulabgänger, mit „wir machen Irgendwas Mit Sozialen Medien“ bezeichnen kann.
Schön also, dass man zumindest bei den Verlagen in Deutshcland langsam einen etwas souveräneren Umgang mit diesen Werkzeugen erkennen kann.
Leander Wattig mit seiner Website ‚Ich mach was mit Büchern‚ und seinem regen Facebook-Engagement dürfte daran einen nicht unbeträchtlichen Anteil haben. Das sollte man schon mal loben erwähnen.

6. Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag

…über den ich schon berichtet hatte – ist jetzt vom Tisch. Darüber können wir alle froh sein. Ganz besonders wir Blogger. Ohne im Detail darauf einzugehen – man kann das Wie und Warum hier nachlesen. Auf jeden Fall gut zu wissen und eine der positiven Nachrrichten dieser Woche.

7. Manuskripte

An dieser Stelle eine kleine Information für all diejenigen, die ab und an hierher schauen, um zu hören (bzw. lesen), was sich so an der Autorenfront der Orgels tut. Also gut, Folgendes:

  • Anthologiebeitrag 1, für die DSA/Myranor-Anthologie, ist abgeliefert. Mit etwa 81.000 Zeichen ist das Ganze auch nicht gerade klein. Jetzt warten wir noch auf den Lektoratsdurchgang und dann sind wir sehr gespannt, wie das Endergebnis aussehen wird.
  • Anthologiebeitrag 2 ist ebenfalls abgeliefert und wartet auf’s Lektorat. Aus zuverlässiger Quelle weiß ich: Die Anthologie hängt in den Seilen, kommt aber auf jeden Fall. Es ist also nur eine Frage der Zeit. Trotzdem hätten wir für diesen Beitrag eigentlich lieber eine andere Geschichte abgeliefert, uns aber aufgrund des ursprünglichen Zeitplanes für diese entschieden. Im Nachhinein schade. Denn jetzt wäre ja doch genug Zeit für die ursprüngliche Idee gewesen. Aber vielleicht gefällt euch die Geschichte ja trotzdem.
  • Anthologiebeitrag 3 wird bis zum Sonntag fertig und geht in den Versand. finde ich aber schon jetzt sehr, sehr gelungen. und ich bekomme seitdem Johnny Cash mit seiner Coverversion von „Hurt“ nicht mehr aus dem Kopf. Spielt da nämlich eine kleine Nebenrolle, der Song. *g*
  • Manuskript 1 hingegen liegt nach langer ruhephase jetzt doch mal bei einem Verlag und wir warten auf eine Rückmeldung. Die kommt natürlich erst im neuen Jahr – aber wir sind wirklich gespannt.
  • Manuskript 2 (Steamtown – Die Fabrik) ist bei einem anderen Verlag gelandet. Zusammen mit einer daraus folgenden Idee. sobald es hier etwas Neues gibt, werden wir drüben auf www.Steam-town.de darüber berichten. Aufjeden Fall werden wir uns in dieser hinsicht auch nochmal mit einem Hörbuchlabel unterhalten.
  • Manuskript 3 ist in Arbeit. Das scheppt sich ein wenig dank der derzeitigen privaten Situationen von sowohl Stephan als auch mir, wird aber bis Ende Januar in die nächste Phase gehen. Soviel kann ich verraten: Heroische Fantasy. Düster, schmutzig und mit einer Handvoll skuriler Charaktere. Derzeit schreiben wir beide bei diesem Manuskript lustigerweise auf Papier. Irgendwie läuft das gerade besser, da ablenkungsfreier. Aber die Zeit der Übertragung in den Rechner ist nahe. ;)
  • Und am Rande schließlich: Stephan und ich bauen gerade an einer offiziellen Autoren-Homepage. Dort gibt’s dann mehr zu erzählen. Hier bremst uns gerade nur ein Providerwechsel mit entsprechenden, technischen Umstellungen ein wenig aus. Abgesehen davon, dass wir natürlic hbeide in der knappen Zeit eher schreiben als Website basteln wollen. ;)

8. Schnee von gestern

frisch aufgewärmt, sozusagen. Auf unserem YouTube-Kanal gibt es jetzt eine schon etwas ältere Steamtown-Kurzgeschichte von Stephan zum hören.
„Die Nacht in Steamtown“ wurde von der großartigen Karen Schulz-Vobach eingelesen. Und das völlig kurzfristig und auch noch so kurz vor Weihnachten. Herzlichen Dank nochmals an dieser Stelle! Also unbedingt mal reinhören:

httpv://www.youtube.com/watch?v=DV4yvvNDg8c

PS: Typografen-Leckerli

Für Gestalter, Typografen und Schrift-Freunde empfehle ich, sich mal die serifenlose Melbourne des Hamburger Gestalters John Marco Müller anzusehen.
Eine der besten neuen Schriften, die mir seit langem begegnet ist – und wenn sie fertig ist, sicher eine, für die ich mehr als eine Verwendung haben dürfte.

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