Von Brot und Büchern – Buchmesse Frankfurt 2010

Guten Morgen allerseits und schönen Freitag.

So, beinahe eine Woche nach der Internationalen Buchmesse in Frankfurt und dem Buchmesse-Convent in Dreieich (und Tag 1 mit der neuen Festplatte in meinem iMac) komme ich jetzt auch mal dazu, mich abschließend zum Messewochenende zu äußern. Der übliche Messevirus hat nämlich nicht mich erwisccht, sondern diesmal meinen Rechner. Kompletter Festplattenzusammenbruch – 23 Tage nach Ablauf der Garantie. Natürlich.
Immerhin machen sich Paranoia und TimeMachine von Apple letztendlich bezahlt: Mein letztes, komplettes Backup war gerade eine Stunde alt. Jetzt sind wir also zurück, die Messefotos sind ein zweites Mal auf den Rechner geladen – ich kann also berichten.

t_c_s_buchmesse-ffm_2010

Same as Leipzig: Tom, Carsten, Stephan, Maike, Chris - © Zauberspiegel

Zum Einstieg mal ein Gruppenbild, das als Hommage an die Buchmesse Leipzig entstand. Die üblichen Verdächtigen waren auch auf dieser Buchmesse wieder gemeinsam anzutreffen. Okay, nicht unbedingt als Pulk und nicht so geballt wie am WerkZeugs-Stand in Leipzig, aber man lief sich doch über den Weg.

Aber von Anfang:
Nach lustigem Stau-Hopping hatte ich am Donnerstag schon Frankfurt erreicht, bekam dann aber die Info von Stephan, dass er aus gewissen privaten Gründen verhindert sei, schon an diesem Tag die Messe zu besuchen. Also stellte ich mich allein in die S-Bahn und ließ mich auf die Messe schippern, um dort eine kurze 2-Stunden-Runde zu drehen, mir einen Überblick zu verschaffen und mal zu schauen, wer so alles da ist – und womit.

Fazit des Donnerstags:
Frankfurt ist unübersichtlich und erschreckend schlecht strukturiert. Von der Messe ganz zu schweigen. Die Hallen sind lediglich grob nach Sparten geordnet (mit „grob“ ist gemeint, dass es zum Beispiel Stände zum Thema „Hörspiel/Hörbuch“ in 4 verschiedenen Hallen gab. Ausländische Labels nicht mitgerechnet). Einen Hallen-Belegungsplan gab es auf 3 Arten:

  • entweder man kaufte den offiziellen Plan der Buchmesse für richtig ordentlich viel Geld
  • man schummelte ein wenig und besorgte sich den inoffiziellen Plan für Lehrlinge (dazu muss man allerdings wissen, wo und wie), oder
  • man entdeckte, wie ich, etwas abseits einer Tür die ausgehängten Blaupausen zumindest von Halle 3 und 4. Die waren dort aber vermutlich nur für die Aufbauteams angebracht und offensichtlich nur vergessen worden.

Ansonsten musste man sich mit Raten, Fragen oder systematischem umherirren behelfen. Letztendlich dürfte mein Laufpensum auf dieser nicht gerade kleinen Messe etwa das dreifache von dem betragen haben, was nötig gewesen wäre. Das ist ein alter Trick in Kaufhäusern – auf Messen finde ich derartiges sehr, sehr störend. Vor allem, da ich bis zum Schluss nicht jeden Stand gefunden habe, den ich aufsuchen wollte.
So gesehen hat mir  der Donnerstag schon nach nur 2 Stunden bereits gereicht. Ich hatte einen groben Überblick für Freitag, ich hatte Falko Löffler um etwa 15 Minuten verpasst, Bernhard Hennen und ein paar andere mir bekannte Leute  wie z.B. die Herren vom Perry-Rhodan-Stand kurz gegrüßt – und anschließend den Abend sehr fein in einer Flammkuchen-Kneipe in Bad Homburg verbracht.

Freitag:
Der Plan war, um 9 Uhr auf der Messe zu sein, um uns dann in Ruhe um 10 Uhr mit Carsten vor Halle 3 zu treffen und in Folge den Tag zu dritt über die Messe und von Termin zu Termin zu ziehen. Das vereitelte dann zum einen die Bundespolizei, die auf den Messezufahrtsstraßen vor Frankfurt unbedingt ausländische Mitbürger kontrollieren musste und dabei kilometerlange Staus verursachte. Ich vermute aber, sie haben alle Terroristen gefangen. Zumindest habe ich nichts von einem Anschlag gehört.

Zum anderen scheiterte unser Termin dann an Carstens Orientierungssinn – aber wie bei ihm üblich traf er allein auf dem Weg in die Halle beim Verlaufen eine große Handvoll Leute, wie Stephan R. Bellem oder Horst vom „Zauberspiegel„. Also erstmal Frühstückskaffee.

b_leute_hva

Host von Allvörden, Zauberspiegel

b_leute_srb

Stephan R Bellem

Der dann ziemlich natlos in ein Mittagessen unter Kollegen überging. Mit Philipp Bobrowski, Andrea Bottlinger (die jetzt ganz offiziell bei der Agentur Meller unter Vertrag ist, was mich sehr für sie freut!), Falko Löffler (der neben seinen Hörbüchern auch seinen Jugendkrimi auf der Messe stehen hatte) und einer ganzen Reihe anderer Leute. Das Essen war wie üblich gnadenlos überteuert (Gulaschsuppe mit trocken Brötchen z.B. für schlape 6 Euro) – aber in Ordnung, dafür waren wir ja auch nicht dort (und der versierte Messegänger hat ohnehin seine Trinkflasche und Power-Fruchtriegel© dabei).

Andrea und Carsten beim üblichen Essen im Switzerland

Andrea und Carsten beim üblichen Essen im Switzerland (Man beachte die Preise!)

Darauf folgte wiederum ein kurzes Sit-In mit meinen verehrten Chefredakteurinnen von der Phantastik-Couch. Bei der der Gelegenheit habe ich mir gleich noch die Rezension zum irgendwie beängstigend klingenden Mash-up „Heidi unter Monstern“ aufdrücken lassen. Von einem Peter H. Geißen. Irgendwie habe ich bereits Angst.

Darauf folgte ein Stakkato an Kurzterminen, Händeschütteleien und von-Stand-zu-Stand-Rennereien mit noch mehr interessanten Leuten, wie z.B. dem Hamburger Schauspieler und Sprecher Detlef Tams, von dem ich dann lernte, dass es wirklich seltsame Jobs gibt – wie Telefonansagen-Sprecher bei SKY. Wenn ihr also mal bei SKY anruft und euch jemand auffordert, die ‚8‘ zu drücken, weil Sky leider durch Asteroideneinschlag alle Satelliten vernichtet wurden – Der Typ am anderen Ende ist Detlef.

Schnell war es 5, wir verzichteten auf weitere Erkundungen und Spntantermine – es gab kostenloses Kölsch. Und zwar bei Lyx.
Ein hervorragend gewählter Termin – denn alle, alle hatten inzwischen reichlich Durst und die Nase voll von den Messepreisen. Während wir also (ich fürchte nur mit halbem Ohr) der Neuigkeiten aus dem Hause Egmont Lyx lauschten und selig Kölsch-Gläser durch die Reihen reichten, konnte ich dann noch kurz mit Christian Humberg sprechen (Leider nicht mit Bernd Perlies, der immer noch am interviewed-werden war. Den wollte ich mir für den Abend aufheben. Da war er dann aber schon krank. Dazu später mehr). Über Steampunk.

Ohnehin war das unser Hauptthema an diesem Messetag – und auch bei Lyx, wo wir ein wirklich angenehmes Gespräch mit Anja Arendt und Ulrike Gerstner von Lyx zum Thema Steampunk, Steamtown und Anthologien im Allgemeinen und Besonderen hatten. Ach ja – Vielen Dank an dieser  Stelle. Nochmal! *fg*

Anja und M, unsere sympathischen Gastgeberinnen bei Lyx

Anja und Ulrike, unsere sympathischen Gastgeberinnen bei Lyx

Nach dem Lyx-Termin machte sich das „Rat Pack“ (zit. Stephan R. Bellem) dann beschwingt auf Richtung Bahnhof. Zum Teil mit der S-Bahn, zum anderen Teil mit Autos. Die S-Bahn hat mit ca. 30 Minuten Vorsprung gewonnen. aber das nur am Rande. Mit 11 Leuten fielen wir wieder beim Chinesen ein – dem selben wie im letzten Jahr. und wir bekamen wieder die Tafelrunde im Separee. So ist’s recht. Falls wir aber nächstes mal noch mehr Leute sein sollten, müssen wir anbauen oder doch mal reservieren. An einem Messe-Freitag in Bahnhofsnähe mit 11 Leuten einen Tisch bekommen – so viel Glück haben wir sicher nicht noch mal. Jedenfalls war das All-you-can-possibly-stuff-into-you-Buffet chinesisch-japanischer Leckereien für knapp 16 Euro wieder mal sein Geld wert. Und wieder hat sich keiner von uns gemerkt, wie der Laden eigentlich heißt*.

Daniela Knor und Falko Löffler an unserer chinesischen Tafelrunde

Daniela Knor und Falko Löffler an unserer chinesischen Tafelrunde

Anekdote am Rande:
Ich hatte am Piper-Stand in Halle 3 schon letztes Jahr die aufstellung einer der turmhohen Display-Säulen bewundert. Diese Säulen sind bis weit über Kopfhöhe rundum mit Büchern voll gestellt.
Auch die Rückseite der einen Säule, die etwa 40 cm von der Wand entfernt steht.
Im letzten Jahr „präsentierte“ Piper hier Markus Heitz‘ „Drachenkaiser“, was mich schon damals tierisch amüsierte. Irgendwie ist das ja nun nicht gerade einer der besten Plätze für eines der Hauseigenen Zugpferde. Aber da Markus damals auch andernorts noch „Stellplatz“ hatte, hat mich das nicht weiter gewundert. Man muss ja auch einen so ungünstigen Platz voll bekommen.
Nugierig wie ich bin, habe ich aber natürlich auch in diesem Jahr gleich nachsehen müssen, wen Piper diesmal in die Ecke gestellt hat. Und siehe da: Neben dem von mir rezensierten „Winnetou unter Werwölfen“ fand ich auch Thomas Finns neuesten Roman „Weißer Schrecken„. Eine Messeneuheit, die ich sonst noch nirgends entdeckt hatte.
Amüsiert habe ich das Tom dann Abends beim Essen erzählt – woraufhin ihm fast das Sushi aus dem Gesicht fiel.

Er hatte nämlich nicht gewusst, dass „Weißer Schrecken“ überhaupt schon fertig war – geschweigedenn, dass es auf der Messe war (er hatte noch kein Exemplar gesehen und vom Verlag nichts erfahren). Immerhin hätte er sich als nicht ganz unwichtiger Autor des Segments hier ein wenig darauf einstellen können!
Ein kurzes Telefonat brachte eine Entwarnung – auf der Messe stünden nur Dummies. Na okay. Das erklärt die doch selten bescheidene Platzierung auf der Säulenrückseite ebenso wie die Tatsache, dass Tom nichts davon wusste. Ich hatte ja auch nicht reingeschaut.

Dumm nur:
Es waren tatsächlich KEINE Dummies, wie ich inzwischen weiß. Es waren die fertigen, druckfrischen Romane. Piper, Piper… geht man so mit seinen Autoren um? Ich hoffe nur, das ist euch jetzt wirklich angemessen peinlich – und vor allem hoffe ich, dass ihr euch für das nächste Jahr etwas mit dieser dämlichen Säule ausdenkt. Die ist nämlich wirklich selten ungeschickt. Ich kann euch sogar dabei helfen. Nicht, dass ich eines Tages da hinten stehe! ;)

Nach dem Abendessen rollten wir dann auf dem Galaktischen Forum ein und verbrauchten einen schönen, wenn auch ziemlich verrauchten Abend unter Autorenkollegen, Verlagsleuten und dem Volk aus der Fachpresse. Dank der Perry-Truppe hatten wir es nämlich auf die Einladungsliste geschafft. Das hieß vor allem: Beine ausstecken, reden, trinken, reden, zuhören, trinken, reden… hatte ich schon mal, glaub ich… Jedenfalls war es sehr entspannend und vor allem schön, noch weitere Leute wieder zu treffen: Ob Michelle Gyo von … Piper *g*… Carolina Möbis oder Thea Bergermann, ob Gesa Schwarz oder Bettina Meister vom Zauberspiegel – es war ein rundum netter Abend in ausgesprochen netter Gesellschaft. Vielen Dank, an dieser Stelle an Klaus N. Frick und sein Team aus der Perry-Redaktion.
Besonders interessant war übrigens das Gespräch mit Felix Mertikat, einem der Macher von „Steam Noir„, einem Comic-Projekt, das einfach grandios aussieht – und das zu Steamtown wie die Faust auf’s Okular passt. Allein die Skizzen – wow. Jungs, wir wollen da wirklich was machen!
Tommy Krappweis, mein Samstag-Nacht-Jugendidol („Xtreme Auf den Bus warting“) war übrigens auch da. Er hatte auf der Buchmesse seinen neuen Fantasyroman („Mara und der Feuerbringer“) vorgestellt und gab jetzt Anekdoten zur Entstehung von Bernd das Brot zum Besten. Brot ist lustig. Fürwahr.
Und eine gewisse Strichliste auch.

Im Bett waren wir so gegen 3 Uhr.
Und das, obwohl am nächsten Tag noch der BuCon in Dreieich anstand.
Davon aber im folgenden Post.

*nur falls es jemanden interessiert:

Yan Jing GmbH

Kaiserstraße 67
60329 Frankfurt

069 232541

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *