Bin dann mal da.

Einen wunderschönen Donnerstag, verehrte Leserschaft.

Ich habe jetzt schon wirklich eine Zeit nichts geschrieben (sieht man von Pressetexten ab, von denen der interessanteste noch mit Maurerarbeiten auf einer Berghütte zu tun hatte). Das tut mir aufrichtig leid und bringt es außerdem mit sich, dass ich etwas aus der Übung bin, was die Blog-Beschickung angeht.
Aber jetzt habe ich Urlaub und damit ist ein wenig Besserung in Sicht. Was das Schreiben angeht. Wettertechnisch wurde zu diesem Anlass auf kräftigen Landregen umgestellt.
Das ist nicht schön, gibt mir aber eine Ausrede, schon wieder am Rechner zu sitzen und mich neben längst überfälligen Datensicherungen und Entmistungsarbeiten auch um ein Blogupdate zu kümmern. Beziehungsweise in den kommenden Tagen auch mehrere.

So. Und dann sitze ich hier und frage mich, worüber ich eigentlich berichten wollte.
Über Thomas Plischkes grandiose Erwähnung auf Spiegel-online, wo ihm immerhin fast der halbe Artikel über Zombies gewidmet wurde (also nicht ihm. Seinem Roman. Das darf man nicht verwechseln)? Im Kulturteil. Das nächste Mal will ich im Wissenschaftsteil was darüber lesen. Oder im Sportteil. Im Politikteil muss es nicht sein. Da sind ohnehin schon zu viele Hirntote zu verzeichnen.
Jedenfalls – nein. Darüber wurde schon berichtet und der Artikel ist ohnehin bereits im Archiv.

Ölpest und BP?
Ist mit der erfolgreich verlaufenen Aktion „Kill Shot“ eigentlich erledigt. Aber mal ehrlich – die Namen haben sich doch Counter Strike-spieler und potentielle Amokläufer ausgedacht, oder?
Wobei ein derart dickes Rohr offen zu haben eine deutlich effektivere Massenmordmethode ist, als ein paar vergleichsweise kleinkalibrige Waffen auf Schulhöfen. Hauptunterschied: der Schul-Amokläufer bekommt keinen Goldenen Schuss in Form von Millionenabfindungen und Pensionen. Der bekommt höchstens den Kill Shot. Interessant waren die vielen ach so kreativen Wettbewerbe, ein Logo für BP zu entwerfen, das mit Öl zu tun hat. Wettbewerbe wie Logos gab’s im Dutzend billiger, allen hinterher die Kreativ-Geister von Greenpeace. Bei aller Sympathie, Leute: Beim gefühlt 20. Wettbewerb zu exakt diesem Thema wird’s dann eher nervig. Mit die ersten und damit auf jeden Fall Anwärter auf den Kreativbonus sind die Hintermänner 8oder Frauen) der Twitter-Satire BPGlobalPR („Destroying the gulf for: 87 days“).
Nicht nur, dass die zuerst mit einem öligen BP-Logo auffuhren – sie haben auch in den letzten Monaten eine ebenso elegante wie zutiefst böse Persiflage auf BP und ihre Pressemeldungen herausgegeben, dass ich sie fast vermissen werde. Aber nach angedachten BP-Bohrungen im Mittelmeer haben wir ja eine Chance auf  „Attacking the Adria“, wo man versuchen wird, Bohrlöcher mit in Zement gegossenen, italienischen Staatsanwälten zu verschließen. You know: BP cares. Und 188.000 Leute lesen mit.
Batman twittert übrigens auch. Allerdings muss der wiederum an seiner PR noch ein wenig arbeiten. Das klingt doch mehr nach Hancock.
Next.

Ein ergiebiges Thema wäre sicherlich auch die Loveparade und die allgemein wieder geäußerte Betroffenheit.
Aber da ich weder direkt noch indirekt betroffen bin (schon weil ich niemanden kenne, der dort war oder auch nur in der Nähe wohnt), muss ich auf diesen Zug nicht aufspringen. Nächstes Thema.

Und zwar eines, das mir näher liegt. Klar. Bücher.
Ein Zweck von Büchern ist, gelesen zu werden. Genau das kommt bei mir momentan definitiv zu kurz. Und das gleich aus mehreren Gründen.
Zum einen hatte ich in der letzten Zeit einfach zu wenig Zeit. Und die wenige zeit, die mir blieb, habe ich erstmal besser für Job (also den Brotjob) genutzt. Insofern beschränkte sich meine Literatur in der letzten Zeit auf so Dinge wie „Webseiten optimieren 2.0“ oder „Deutsch für junge Profis„. Wobei letzteres sich tatsächlich zum einen gut liest. Was das mindeste ist, was man bei einem Buch dieses Titels erwarten können sollte. Zum anderen ist es selbst abseits des Presse- bzw. Werbetextes ein richtig nützlicher Ratgeber und als Basismaterial wertvoller als so manche „Wie schreibe ich einen Bestseller ind 24 Stunden“-Fiebel. Kann ich empfehlen.
Ein zweiter Punkt, der mein Lesepensum einschränkt, ist die Tatsache, dass einiges geschrieben werden muss. Und zwar bald.
Zum einen ist da noch immer eine Kurzgeschichte, deren Abgabe für dieses Wochenende ansteht. Zum anderen ein Exposé, das noch auf eine fertige Leseprobe wartet, wenn es in spätestens 2 Wochen verschickt sein soll. Habe ich also die Wahl zwischen Lesen und schreiben, gewinnt momentan sicherlich das Schreiben. Oder das online-Lesen. Was sich allerdings auch eher auf Recherche- und Fortbildungsmaterial beschränkt. Das erfüllt nicht so, wie ein Buch zu lesen – aber es sättigt dermaßen, dass ich danach kaum noch Lust auf ein Buch habe. Nicht gut, aber derzeit nicht zu ändern.

Zwei der Recherchematerialien aus Papier sind gerade übrigens GEO Epoche. „Renaissance in Italien“ und „Der 30jährige Krieg“. Das sind zwar nur Ergänzungen, aber mir fällt dabei immer wieder auf, um wie viel hochwertiger die GEO im Vergleich zum ‚National Geographic‘ sind. Das beginnt schon bei der Wortwahl in den Artikeln. NG neigt immer wieder zu unnötigen Superlativen und reißerischen Texten, die ein wenig wie ‚discovery Channel‘ meets ‚QTv‘ klingen. Geo dagegen ist sachlich und überzeugt durch Inhalte und sauber geschriebene Texte mit interessant eingeflochtenen Details. Das ist ungleich wertvoller.

Ein anderes Medium der Fortbildung ist: Newsletter.
Nicht nur, was das Lesen der Inhalte angeht, sondern auch die Aufmachung (und Frequenz) derselben.
Ich habe mir in den letzten Wochen noch einige geordert, um mir das mal bewusst durchzusehen. Meine Güte, verschicken manche Firmen einen Müll. Andere brillieren durch Penetranz: Das Marketing-Fachblatt W&V (werben&verkaufen) zum Beispiel bringt es derzeit auf 5-6 Newsletter PRO TAG (!!!). Da gibt es den Mrogenletter, den Newsletter, den Sonder-Newsletter, den Extra-Newsletter und den Newsletter mit den unnützen Nachrichten, der mal eben rausgeschickt wurde, weil der PRaktikant noch was zu tun brauchte. Grund genug, das Ding abzuschießen. Der Newsletter des „Art Lawyer“ ist da wesentlich weniger penetrant und gleichzeitig deutlich informativer. Mal ganz davon abgesehen, dass da auch gelegentlich was für den Buchmarkt dabei ist. Ein weiterer Newsletter, den ich empfehlen kann, ist tatsächlich der fachmedien.net-newsletter. nicht nur, weil Stephan dort Redakteur ist, sondern weil es für den Verlagsletter von Fachseite aus nur wenig Vergleichbares gibt. Interessant war hier heute zum Beispiel der Bericht über die Weigerung der deutschen Zeitungen und Zeitschriften, ein wenig mit der Zeit zu gehen und sich auf ePublishing wirklich einzustellen.

Was für Fortbildung ist natürlich auch die Frage: Wo kaufe ich meine Bücher?
Online? Schön und gut. Aber wenn ich das hier sehe, dann weiß ich wieder, warum ich doch lieber in Buchhandlungen einkaufe. Und das wird sich so schnell nicht ändern.
Ich hab ja jetzt Urlaub. Da wird auch mal wieder ein gemütlicher Buchkauftag drin sein. Nicht in Nürnberg, aller Vorraussicht nach – aber wer mal dort ist, sollte Thalia und Hugendubel links liegen lassen und auf deranderen Straßenseite (rechts also) in die Buchhandlung Jakob gehen. ein Familienbetrieb mit drei Generationen buchhändlern und einem wirklich genialen, verwinkelten Laden. Mit Gewölbe für die Schätze der Buchkunst. Das Tolle an den Jakobs: ich habe noch kein Buch dort gefunden, über das sie mir nicht eine fundierte Meinung abgeben konnten. Versuch das mal bei einer Verkäuferin im Hugendubel.

selexyz-dominicanen-2

Das internet, das überlassen wir mal anderen Produkten.
Zum Beispiel dem Sex Tape von Eva Mendes.

Ps: Kein Sextape gibts meines Wissens von Oliver Dierssen, dem Fledermausland-Mann. Aber dafür eine neue Website.
Kann man gern besuchen. Tolle Tapete übrigens, Oli. *g*

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