Im Zeichen der Schlange

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steht der letzte Tag vor der feierlichen Eröffnung des WaldWichtelWeges in Marktheidenfeld.
Morgen ist es nämlich so weit, nach ziemlich genau 2 Jahren fleißiger Arbeit einer ganzen Menge Leute.

Aber von Anfang an.
Das ganze steht natürlich nicht im Zeichen der Schlange, sondern dem des – wie der Name schon sagt – Waldwichtels.

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Des Waldwichtels und einer ganzen Reihe von Kobolden, Elfen, Tieren und sonstigen Waldbewohnern. Allerdings keiner Schlange.
Wie die sich da eingeschlichen hat, habe ich keine Ahnung.

In Ordnung, JETZT von Anfang an.
Vor über zwei Jahren ist ein Team des örtlichen Waldkindergartens auf die Idee gekommen, verfügbares Geld aus der Kasse des Vereins dazu zu nutzen, den Kindern einen Waldlehr- bzw. Walderlebnispfad zu bauen. Und zwar speziell für Vor- und Grundschulkinder, für die es so etwas hier am Ort noch nicht gibt.
Für die es so etwas, wie sich dann herausstellte, in der ganzen  Spessartregion bislang noch nicht gibt. Oder gab. Deswegen wurde aus der Idee für einen kleinen, eigentlich nur für die ortsansässigen Kinder gedachten Projekt nach intensiverer Planung etwas weit Größeres. Was mit ein paar kleinen Tafeln anfing hat morgen, wenn der WichtelWeg schließlich feierlich eröffnet wird, einen Aussichtsturm, einen Musikbaum, einen Barfußpfad, einen Zauberwaldsumpf und eine ganze Menge mehr, was Kinder mit Ihren eltern entdecken können. Und dank Unterstützung und Förderung durch Stadt, Naturpark Spessart und die Landesregierung Unterfranken sieht das ganze auch noch wirklich hochwertig aus.
Gut, das liegt nicht allein am Geld, sondern am Arbeitseinsatz von einer wirklich großen Menge Menschen, angefangen bei den Leuten vom Waldkindergarten über die Eltern der Waldkids, über eine Menge Handwerker, sowohl vom städtischen Bauhof als auch privaten und örtlichen Firmen (Zimmerleute, Transporteure, Schlosser, etc.) bis hin zu Künstlern: Schnitzer, Maler, Illustratoren und so weiter.
Mein Teil am Ganzen war neben der Unterstützung bei der Konzeption und technischer Beratung bei der Produktion vor allem der Entwurf und die Fertigung der Druckdaten für die Schilder, die Prospekte, Flyer, Postkarten und was sonst noch so gebraucht wurde und wird. Das waren auch für mich in den vergangenen zwei Jahren eine ganze Menge Arbeitsstunden nach der Arbeit.

Und jetzt bin ich mindestens so gespannt wie der Rest, wie das Endergebnis jetzt fertig montiert und begehbar im Wald aussieht. Ich hab’s nämlich noch nicht gesehen. Fertig, meine ich.
Das wird morgen Vormittag passieren. Ich hoffe nur, dass da auf dem letzten Meter nicht noch eine Panne passiert ist. Aber bis jetzt hab‘ ich nichts derartiges gehört.

Auf jeden Fall kann ich ab jetzt die abendlichen Arbeitseinsätze wieder mehr auf die Schreibarbeit konzentrieren, was gut und bitter nötig ist, wenn wir unsere Termine halbwegs halten wollen.
Schön wäre es beim derzeitigen Wetter, wenn ich das auf der Terrasse machen könnte – aber mein treues Laptop, das mich über ein Diplom, mehrere Jahre Freiberuflichkeit und geschätzte 3.000 Seiten Manuskripte und Kurzgeschichten begleitet hat, gibt langsam wirklich den Geist auf.
Ich hatte ja in den letzten Wochen immer wieder mit dem Gedanken an ein iPad als Ersatz gespielt. Aber nach ersten zögerlichen Handhabungstests muss ich sagen: Es ist keine Alternative.
Nicht dafür, wofür ich es brauche. Als schneller Bild-Sichter für Fotografen zum Beispiel ist es hervorragend. als E-Mailmaschine für unterwegs, Multimedia-Center oder Daddelbox für en Urlaub ist es in Ordnung und als Spielstation vor eine Million und eine App sicherlich nicht zu schlagen. Und als MustHave bei professionellen Kundenpräsentationen als Werber ohnehin die erste Wahl (vielleicht noch kombiniert mit einem Hosentaschen-Beamer). Aber als Laptop- oder NetBook-Alternative für Schreiberlinge taugt es leider noch nicht.
Es ist nett und hat einen hohen Spaßfaktor. Aber vorher kauf ich mir doch ein iPhone. Das ist handlicher und man kann wenigstens damit telefonieren. Und vor allem werden die Preise für gebrauchte der aktuellen Generation jetzt rasant in den Keller purzeln, nachdem Steve Jobs diese Woche die Nachfolgergeneration 4 G vorgestellt hat. Ich fand es übrigens peinlich, dass Apple allen Ernstes die Leute von Gizmodo nicht zur Präsentation eingeladen haben. Nur weil die Gizmodos ja ein herumliegendes Modell der nächsten Generation aufgekauft und im Netz verbreitet analysiert haben.
Im Ernst – was sollte das denn? Wenn jemand überhaupt von dieser Sache profitiert hat, dann doch das Marketing von Apple. Billiger wären sie nie an eine gute, virale Kampagne gekommen. Da hätte man  wenn schon nicht Dankbarkeit dann doch wenigstens Sportsgeist zeigen können.
Wie auch immer. Ich hätte mir trotzdem ein preiswertes NetBook von Apple gewünscht. Ist ja nicht so, dass sie’s nicht könnten.

Was gibt’s sonst noch… Ach ja. Fußball-WM in Südafrika und Ärger mit den Wuwuzelas (oder Uwe-Seelers oder wie immer die Dinger sich genau schreiben).
Meine Meinung dazu? Ist mir egal. Es mag blasphemisch sein, das zu sagen, aber ich habe (außer morgens im Radio) so ein Ding noch nicht gehört, ich habe noch keine WM geschaut und ich kann mit fußball nichts anfangen. Da muss ich auch zur WM nicht dem mir unverständlichen Massentaumel beugen und plötzlich begeistert sein, mir Fahnen auf’s Auto und in den Atem montieren und so tun, als gäbe es (abgesehen von Lenas Sieg in Oslo) nichts Wichtigeres auf dieser Welt.
Wobei ich, wäre ich europäischer Politiker, jetzt auch über die WM jubeln würde. Es gibt wohl nichts, was Sparpläne einfacher umsetzbar macht, als eine zeitgleich stattfindende WM. Mögen sie (die Pläne) noch so unliebsam, oft schwachsinnig und zu anderen Zeiten zu gewalttätigen Massenprotesten führend sein – im Taumel der WM geht alles durch. Da interessiert auch eine Ölpest nicht. Die Karibik ist weit weg von Afrika.

Apropos Ölpest: Wofür sich Twitter wirklich lohnt, ist derzeit die wirklich gelungene BP-PR-Campagne von BPGlobalPR.
Natürlich ist das nicht wirklich von BP, sondern eine sehr ironische bis sarkastische Persiflage im besten Titanic-Stil, die derzeit täglich über Twitter läuft und BP und die Ölpest kommentiert. Unbedingt reinschauen.

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