Heyne-Rücksendung?

Jep.
Heyne-Rücksendung.

Kaum ist man mal ein Wochenende nicht daheim, schon schickt man mir ein dickes Bücherpaket. Beziehungsweise uns.
Ich schätze, dass es so gemeint ist: Zwei Autoren – zwei Bücher. —-

Da die Manuskripteinreichung bei Heynes Wettbewerb „Schreiben Sie einen Magischen Bestseller“ von zwei Autoren stammte (also meinem Bruder Stephan und mir) finden sich in unserem Paket auch zwei Bücher.
Außerdem finden sich in unserem Paket auch die schon mehrfach im Netz zitierte Standardabsage vom Heyne-Wettbewerbslektorat (datiert vom 22. Juli 2009) und unser Manuskript (mit der Eingangsnummer 75 und dem handschriftlich vermerkten Eingangsdatum 19.01.09).
Damit kann ich die Wettbewerbsgeschichte zumindest für mich nach ziemlich genau einem halben Jahr abschließen. Wobei ich natürlich weiterhin berichten werde, wenn es etwas neues von den Teilnehmern (besonders den Finalisten) zu erzählen gibt.

Ach ja:
Unsere beiden Bücher sind zum einen Joe Abercrombies „Kriegsklingen“. Ja, Carsten. Es wird wohl nix mit dem Austauschen der Bücher nach dem lesen. Wir haben das gleiche. Hmpf.

Dazu kommt allerdings noch etwas, das mich nachdenklich stimmt und ein wenig verwirrt.
Buch Nummer zwei trägt nämlich die Aufschrift „Unkorrigierte Leseprobe – Das Buch erscheint im Oktober als Heyne Hardcover“.

Das Ganze hat 126 Seiten und trägt auf dem Vorsatzblatt (also der allerersten Seite) den ominösen Text: Unkorrigierte Leseprobe – Papier und Ausstattung entsprechen nicht der (Verkaufs-) Auflage. Das vollständige Buch erscheint als Hardcover im Oktober 2009 im Heyne-Verlag. Bitte nicht vor dem 08.10.2009 besprechen.“

Auf der letzten Seite steht: Lesen Sie weiter in:
Guillermo del Toro, Chuck Hogan: DIE SAAT
Ab Oktober 2009 in allen Buchläden.

(zum Vergrößern Bild anklicken)

Okay. So ein Beileger ist natürlich ein gefundenes Fressen und eine perfekte Eigenwerbung. Ich frage mich nur gerade: Ist es Zufall, dass das ausgerechnet in meinem Paket gelandet ist? Bin ich der einzige, der so etwas bekommen hat (und wenn nicht – wer noch?).
Wenn ja: Geschickt gemacht. Da sendet man also ein Vorab-Leseexemplar dem Teilnehmer, der über die Buchmesse-Veranstaltung zum Finale berichtet hat, die Gewinnerin Victoria Schlederer interviewed hat und das Vorab-Leseexemplar vom Hohlbein-Preis (Kryson) gleich noch samt Interview rezensiert.
Kann es vielleicht sein, dass das in der Absicht passiert ist, dass hier noch die Werbetrommel gerührt und gleich zur Eröffnung (hier im Blog oder auf der Phantastik-Couch) zeitnah rezensiert wird?

Clever.

Es ist eigentlich schade, dass die Oktober-Ausgabe der „Couch“ schon ein paar Tage VOR dem 08.10. erscheinen wird.
Aber hey, wenn ich weit genug vor diesem Termin (ich muss es ja dann noch lesen) auch noch ein Paket mit dem Hardcover vor meiner Tür finde, dann tu ich mein Möglichstes, und spreche mit meinen Chefredakteurinnen, ob wir im Oktober nicht ein wenig verzögern können. ;)
Sonst wird es erst November. Was jetzt natürlich immer noch interessant ist – besonders, da im November sicherlich auch der Bericht zum Deutschen Phantastik Preis 2009 und der Buchmesse-Con in Dreieich erscheinen wird.

Auf jeden Fall geht natürlich das Konzept auf, dass ich als Empfänger darüber berichten werde – und damit quasi kostengünstige Werbung betreibe. Wirklich geschickt gemacht.

Bei der Durchsicht der Manuskript-Leseprobe fällt mir übrigens wirklich auf, wie weit sich das ganze inzwischen noch mal weiter entwickelt hat.
Zum einen gibt es jetzt eine andere Leseprobe. Gut, das ist nicht weiter verwunderlich, da wir ja nicht mehr gezwungen sind, 100 Seiten zu versenden – und auch noch den Anfang. Damit kann man etwas anders auswählen.
Zum anderen aber sieht dieser Anfang inzwischen ziemlich anders aus. Allein die ersten 20 Seiten sind der Kürzung zum Opfer gefallen, die aus rund 700 Normseiten jetzt ca. 340 gemacht haben. Was nicht heißt, dass wir 360 Seiten komplett gestrichen haben. Das ist lediglich etwa 100 Seiten widerfahren. Die restlichen wurden aussortiert und könnten, wenn nötig, das Skelett einer Fortsetzung bilden.
Allerdings hat das tatsächlich nochmal einen gewaltigen Batzen Arbeit und einiges an inhaltlicher Umstrukturierung erfordert.
Ich habe also eine Leseprobe zurück erhalten, die wir so heute überhaupt nicht mehr rausschicken würden.

So, was gab’s noch?
Mein Handy hat am Freitag den Geist aufgegeben. Vollständig und laut Telefonmann in seinem kleinen Telefonladen unwiederbringlich.
Was ärgerlich ist. Nicht wegen des Telefons. Das kann ich ersetzen. Wohl aber wegen der Daten. Bilder und Co liegen zwar auf dem Chip – aber viele der Adressen und Nummern hatten auf der Sim keinen Platz mehr und liegen auf dem internen Speicher.
Das letzte Backup auf dem Rechner ist allerdings schon gut 9 Monate her.
Mist.

Außerdem habe ich das Wochenende am Rande des Ruhrpotts verbracht. Wirklich ein malerischer Flecken Erde, in dem Stadtviertel noch „Negerdorf“ heißen und Trinkhallen schlicht wie das, was sie sind. Das nenne ich mal gerade heraus. Bei einem Menschenschlag mit erstaunlich hoher Quote an verbogenen Zeitgenossen. Es war… interessant.

6 comments for “Heyne-Rücksendung?

  1. 27. Juli 2009 at 06:55

    Also gehen sie nicht nach der Postleitzahl ;-)

    • Cessy
      27. Juli 2009 at 08:49

      Nein, glaub ich nicht. Ich habe PLZ 4 und habe immer noch nix.
      Auffällig ist jedoch, wenn man sich mal durch diverse Foren kämpft, dass viele, die eine hohe Eingangsnummerrierung haben, ihre Manuskripte als „zurück erhalten“ melden.
      Für mich sieht es eher so aus, als wenn die letzten Eingänge die ersten Ausgänge sind.
      Wer weiss, vielleicht sind es auch 5 Azubis, die vom Stapel nehmen und der Eine ist eben schneller als der Andere ;-)
      Warscheinlich gibt es gar kein System dahinter.

  2. Tom
    27. Juli 2009 at 20:05

    Hm.
    Ich muss meine aussagen also ein wenig revidieren.
    Kollege Carsten hat die Leseprobe zu „Die Saat“ auch in seinem Paket gefunden – es scheint also, das das kein Zwei-Autoren-Bonus war, denn immerhin hat er sein Manuskript allein verfasst.

    Um so mehr frage ich mich, was es damit auf sich hat.
    Haben das alle Empfänger einer Rücksendung diese Woche bekommen?
    Oder gab es noch andere Beilagen?

    Mysteriös. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, das Heyne breitgefächert ein „unkorrigiertes Leseexemplar“ unter das Volk wirft, wenn sie damit rechnen müssen, dass ebendieses ebenjenes bespricht. Womöglich gerade aufgrund der Unkorrigiertheit nicht unbedingt positiv.
    Da aber die Besprechung nicht vior der Vorstellung erfolgen soll, kann Heyne auch aus den Kritikpunkten einer tatsächlich konstruktiv-kritischen Rezension ja keinen Nutzen mehr ziehen. Dann können sie nur noch sagen: „Ja mei, okay, aber im lektorierten und korrigierten Exemplar ist das dann anders.“

    Gut, es ist „lediglich“ eine Übersetzung – inhaltlich wird sich also ohnehin nichts mehr ändern. Aber trotzdem. Verstehe ich nicht.

    @PLZ:
    Die Feststellung habne wir ja mittlerweile getroffen: Nach Postleitzahlen geht es nicht – ebenso wenig wie nach Eingang. Es scheint tatsächlich keinerlei System dahinter zu stecken.

    • 27. Juli 2009 at 22:04

      So sieht´s aus.
      Ich hatte wie gesagt die Nummer 51 mit Datumsvermerk … äh, moment. Ich habe ja gar keinen Datumsvermerk! Was nu?
      Ob ich auserwählt bin? Vielleicht … ja … ganz bestimmt …
      Nee, war nur Spaß.
      ;)
      Also ich sehe das genauso: Kein System.

      Das Leseexemplar hat auf jeden Fall seinen Zweck erfüllt. Ich bin neugierig auf das Hardcover. Mal sehen, ob ich es im Oktober dann auch rezensiere…

      • Tom
        27. Juli 2009 at 22:28

        Wie – du hattest schon Zeit, es zu lesen?!
        Wann bitte hast du das gemacht? Sag mir nicht, dass du schon wieder Urlaub hast!

      • 29. Juli 2009 at 19:14

        Ach was, nee. Natürlich nicht. Aber große Schrift, wenig Seiten und zwei Zugfahrten. Da war das Heftchen durch.
        ;)

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