Wear the Lilac for Sir Pratchett

sir_pterry2Terry Pratchett muss übrigens seit diesem Jahr offizielle als „Sir Terry Pratchett“ (genauer eigentlich als ‚Sir Terence David John Pratchett“), OBE bezeichnet werden.

Das war mir glatt entgangen. Bin wohl doch ein schlechter Pratchett-Fan.
Also als Nachtrag:
Er erhielt am 31. Dezember 2008 den Ritterschlag der Queen und ist seitdem, dank seines OBE (eine Art britisches Bundesverdienstkreuz), ein ‚Knight Bachelor‚. Das freut mich bei Fantasy-Autoren immer besonders – und in diesem Fall haben wir ja noch den Abschaum des Abschaums, einen HUMORISTEN und Fantasy-Autor!
Die Engländer sind halt doch ein wenig besser drauf, als Deutschland. Ich kann es mir zumindest nicht vorstellen, dass zum Beispiel Frau Funke für ihre Verdienste um die Literatur den Bundesverdienstorden bekommt. Und wenn sie hundert mal mehr Bücher absetzt, als Günter Grass oder Herr Enzensberger zusammen. Eskapismus wird in Deutschland nicht belohnt.

Jedenfalls – zurück zu Pratchett:
Im Zuge seiner Alzheimer-Erkrankung fand, angelehnt an die Flieder-tragenden Revolutionäre aus „Nightwatch“ in diesem Jahr ein inoffizieller Alzheimer-Awareness-Day, statt, der zugleich zum Spenden für die Alzheimerforschung aufruft.
lilac-pin Das ganze läuft unter dem Motto „Wear the Lilac“ und findet am 25. Mai statt und basiert auf der Idee von „Match it for Pratchett„. 2010 wieder.
In „Nightwatch“ war der 25. Mai der Gedenktag für all jene Revolutionäre, die in der Ankh-Morporkischen Revolution kämpften und gefallen sind (oder in Reg Shoe’s Fall: Kämpften, gefallen sind und weiterkämpften). Seitdem ist der 25. Mai inoffizieller Gedenktag für Pratchetts Arbeit.
Ähnlich dem „Towel Day“ für Douglas Adams‘ Werke am… hoppla… 25. Mai. *g* – Kann mal jemand daran denken und Mr. Pratchett fragen, ob das Datum eine Hommage an Mr. Adams ist. Immerhin habe ich noch eine Ausgabe von The Colour of Magic (glaub ich. ich müsst nachschaun. einer der ersten Bände zumindest), auf der verkündet wird: „Der Douglas Adams der Fantasy“.
Eine Ablegerversion ist eben ‚Match it for Pratchett‚, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, mit Pratchett gleich zu ziehen und so viele Spenden zu sammeln, wie Terry an den Alzheimer Research Trust gespendet hat: eine halbe Million Pfund (bzw. rund eine Million US-Dollar).

Wear the Lilac ist seitdem nicht mehr nur eine ehrbezeugung der Arbeit Pratchetts gegenüber, sondern gleichzeitig auch ein sichtbar getragenes Zeichen für den Kampf gegen Alzheimer (vergleichbar in etwa mit der roten Aids-Schleife).

In diesem Zusammenhang empfehle ich wirklich, sich die BBC-Dokumentation anzusehen, in der Terry Pratchett von seinem ersten Jahr mit der Diagnose Alzheimer berichtet:
Terry Pratchett – Living with Alzheimer’s. Die ich leider nur als Torrent kenne – wenn jemand einen Tipp hat, wo man sie online sehen kann – her damit, damit das noch mehr Leute sehen können. Denn die BBC hat den Beitrag leider von ihrer Seite entfernt – und auf U-Tube steht er noch nicht. Ich bin für jeden Hinweis dankbar.
Alzheimer ist schlicht ein wichtiges Thema, das man nicht ausklammern sollte. Auch nicht als eskapistischer Fantasy-Autor. Wie Sir Pratchett deutlich zeigt, Nicht-Sir Enzensberger (oder deutlich gesagt: Statt Dinge zu verbreiten, von denen du keine Ahnung hast, Hans Magnus: Tu mal was Sinnvolles).

Und allen, die sich ein wenig in dieser Richtung informieren und auf dem neuesten Stand bleiben wollen, was Herrn Pratchett betrifft, sei der offizielle Pratchett-Newsletter wärmstens ans Herz gelegt: Discworld Monthly („The truth shall make ye fret“).
Einer der wenigen Newsletter, den zu abonnieren sich wirklich lohnt und auf den ich mich auch nach Jahren des Lesens immer noch freue. Das ist eher selten bei den Mail-Belästigungen. Selbst wenn ich sie mal bestellt habe.

Ansonsten – schönes Wochenende noch. Immer dran denken: He aten’t dead yet!

Ein Interview mit Terry Pratchett zum Thema Alzheimer und seine Diagnose:

httpv://www.youtube.com/watch?v=sUHARRJhjso&feature=related

Als PS:

Just a note to say all is progressing on schedule towards starting filming Going Postal, which is now only a matter of weeks away.

Base camp is set up in Budapest with Jon and the troops making their way there as we speak, however the filming schedule, which I did anticipate at this time is being juggled, to allow one or two locations to decide when they can fit us in for filming and for the Golems to be ready for filming action… I’m learning quickly that they may be nice guys those Golems and totally reliable, but they take an age to walk anywhere!

Und das sagt uns:
Die Verfilmung von „Going Postal“ schreitet voran. (Bitte nicht zu verwechseln mit Uwe Bolls unsäglicher Videospiel-Verfilmung „Postal“, in der das mit Abstand (so ziemlich eine Marathon-Länge, schätze ich) beste der Gag im Vorspann ist. Und sogar der ist… okay, er ist ein Kracher. Aber nur mäßig lustig.)

Wieder etwas, worauf wir uns freuen dürfen.

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