Fragen über Fragen

… die mich – und andere – bewegen.

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Zum ersten natürlich:
Die beantworteten Interviewfragen mit Victoria Schlederer sind seit gestern in der Monat-Mai-Ausgabe der Phantastik-Couch zu lesen. Jetzt frage ich mich nebenher ein wenig, warum da nicht wenigstens noch eine Kurzbiografie oder eine kleine Erklärung zu Victoria (von der Heyne-Seite ab-) geschrieben wurde – aber eigentlich muss ich das nicht mich fragen, sondern meine Chefredakteurinnen. Mach ich vermutlich bei Gelegenheit.
Immerhin darf ich gar nicht meckern, kann ich mir doch stattdessen die Frage stellen, wie unser Informationstext zu Steamtown es geschafft hat, dort gleich noch zum Couch-Talk des Monats Mai zu avancieren. Das war ehrlich gesagt völlig unerwartet, wollte ich doch meiner Chefredakteurin eigentlich nur mal zeigen, womit sich unsereins so nebenher noch beschäftigt. Aber wie gesagt: Ich werde mich da sicherlich nicht beschweren! Herzlichen dank an dieser stelle von unserer Seite aus! *g*

Edith sagt: An dieser Stelle könntest du gleich mal noch ein Fundstück anführen: Das von Heyne gelüftete Cover-Design für „Auf des Teufels Maskerade“, direkt aus dem Vertriebskatalog (schön, wenn man Buchhändler kennt… *g*).

Geht in Ordnung, Edith. Hier:

auf_des_teufels_maskerade

Der Grafiker übrigens sagt: Schickes Cover. Da hat sich Heyne offensichtlich das selbe gedacht, wie ich es jain Bezug auf Victorias Roman gleich nach der Buchmesse auch schon geäußert habe. Es hat wirklich was von:

jonathan_strange_etcWieso wundert mich also dieses Cover gar nicht? *g*

Wer’s in aller Pracht sehen will (und sich die ISBN schon mal vormerken): einfach auf das unten stehende Bild klicken.

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Okay – back to topic:

Eine Frage habe ich aber doch noch, im Themenkreis der Couch:
Wie kann man einem Buch im Rahmen einer Rezension 100 von 100 möglichen Prozent geben – und das, wo man sogar Kritikpunkte daran hat? Der Tipp des Monats mit dem wahrlich genialen Heyne-Verkaufsschlager-Titel „Die Beamt…“ Tschuldigung, „Die Vampire“ mag durchaus den Tipp des Monats wert sein – aber 100%?!

Also… ich weiß nicht. (Deswegen frag‘ ich ja)
Ich habe selbst meinen mehrfach gelesenen Top-Favoriten von Herrn Pratchett noch nie mehr als 90% verpasst – und selbst „Der Herr der Ringe“ hat aus meiner Sicht genügend Kritikpunkte, um ihm eine realistische 80 bis 85 (maximal) zu verpassen.
Also wer von mir 80%+ (oder, nach meiner eigenen Skala, 8,0+) Punkte erreicht, hat aus meiner Sicht einen wirklich gelungenen Top-Titel verbockt. Das will ich nur mal anmerken.

Aber 100%?!
Das wäre ja dann doch wohl das PERFEKTE Buch, das Buch der Bücher, das Buch, nach dem nichts mehr kommen kann.
Das würde ich ja noch nicht einmal unserem eigenen Buch verpassen (und das find ich wirklich ziemlich gut. *g*).
Bei allem Verständnis für die Begeisterung zu einem bestimmten Buch – aber ich frage mich, ob 100% nicht tatsächlich „ein wenig“ übertrieben sind. Das macht, unter uns gesagt, irgendwie unsere Tätigkeit als Rezensent lächerlich. Ist natürlich nur meine Ansicht. Aber das heißt dann wohl, dass sich niemand, dessen Buch ICH rezensiere (egal, wie sehr ich das Buch mag!) Hoffnungen auf einen „Tipp des Monats“ bei der Phantastik-Couch machen muss. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich jemals 100%-Punkte vergeben werde. Egal, wofür.
Konsequenterweise hat das aus meiner sicht rundum gelungene Lesevergnügen von A. Lee Martinez, Der Automatische Detektiv, von mir stolze 85% erhalten und das eher unwichtige „Drachenwacht“ von Frau Novik schale 50%. zu finden oben unter „Kritiken“ – oder eben auf der Couch.

Was ich mich im übrigen auch frage, das ist, mit welchen Suchanfragen Leute den auf meine Website hier finden.

Google: Barfuß auf’s Klo
Google: Penis Enzyklopädie
LiveSearch: werbung
Google: plattenbau projekt
Ah… ja.
Vor allem aber: Google: Ich möchte aber lieber bei Tom auf’s Klo

Bitte… Was?!
Kann mir das mal bitte jemand erklären?

Diese hier Google: heyne wettbewerb autoren anschreiben allerdings bringt mich wieder auf eine Frage, die ich schon fast vergessen hatte. Eine berechtigte Frage eigentlich: Wollte Heyne nicht die Manuskripte zurücksenden?
Fragt sich (bzw. ich frage mich): Hat schon irgend jemand sein Manuskript zurück erhalten?
Ist schon irgend jemand von Heyne angesprochen worden, der NICHT zu den fünf Finalisten gehört hat?
Können sich alle Hoffnung machen, die noch nichts von Heyne geschickt bekommen haben – oder ist es nur ein schlechtes Zeichen, wenn man (immerhin nach dann doch schon wieder fast zwei Monaten) noch nicht einmal sein Altpapier zurück erhalten hat. ;)
Aber vielleicht haben sie auch meinen Vorschlag beherzigt, das Zeug an Ort und Stelle geschreddert und das eingesparte Porto gespendet. Jedenfalls hüllt sich Heyne in Schweigen.

Immerhin aber hat Carsten inzwischen seinen eigenen Eintrag bei Schmidt&Abrahams.
Und Schlitzohr, wie er ist, featured er da gleich auch nochmal Steamtown. Gratulation, Carsten.
Apropos S&A: Deren Star-Autor Christoph Hardebusch hat sich jüngst in die Reihe der Arbeitsplatz-Zeiger gestellt (na okay, er hat knapp daran vorbei geschossen, aber vermutlich ist das Regal aufschlussreicher als der Schreibtisch. Schönes Regal übrigens. Steht auch hinter meinem Schreibtisch. Unter anderem. IKEA. Das legendäre LEKSVIK. Was, ganz nebenbei, eine Kommune nicht in Schweden, sondern in Norwegen ist, die zum einen dafür bekannt ist, dass in ihrer Nähe eine Seeschlacht stattgefunden hat (und einst eine deutsche Marinebasis war) und zum anderen, dass hier Steine schmeißende Trolle wohnten.
Also wer die Frage beantwortet haben will, woher Christoph seine Ideen bezieht – ein Blick auf sein Bücherregal genügt…
(Und falls es jemanden interessiert: In meiner Seitenleiste hier ist MEIN Leksvik-Regal zu sehen. In dem die Hardebusch-Bände übrigens an der exakt selben Stelle stehen wie in seinem. Gefolgt von Witzko, Hines, Heitz, Hennen, Koch und Nicholls (oder, um es anders auszudrücken: Die Trolle, Die Kobolde, die Golbins, die Zwerge, die Elfen, die Anderen, die Orks. Irgendwann hab ich aber aufgehört. Die Wombats fehlen also genauso wie Die Tagelöhner. Dafür folgt Die Druiden. Das wiederum kann ich als Fachbuch absolut empfehlen. Mal kein sinnentleertes Eso-Geschwafel.
Ansonsten: Schöne Tür, Christoph. Um die beneide ich dich.

Wie dem auch sei:
Da Herrn Hardebusch das Regal allein als Inspiration auf Dauer doch nicht reicht, lässt er seine Blog-Leser gleich noch für sich arbeiten (eigentlich eine klasse Idee, seine überzähligen Bücher los zu werden). So, und eine der Gewinnerinnen, Andrea, ist eine Mit-Autorin, geschätzte Leserin wiederum auch meines Blogs und – was viel wichtiger ist – unsere erste Gastautorin in Steamtown! Freut euch schon mal auf das „Interlude“ zwischen Kapitel 2 und 3, das einiges verdichten wird (herzlichen Dank auch. Immer gegen mich…).

fluchdesdrachenPs: Was natürlich beim Thema „Fragen“ nicht fehlen darf, ist das hier:

Am Sonntag wird feierlich die 130. Folge der Drei ??? präsentiert: Der Fluch des Drachen mit einer großen Record-Release-Party in Braunschweig!

9 comments for “Fragen über Fragen

  1. 7. Mai 2009 at 14:56

    Ich dachte, der Chouchtalk hieße so, weil da getalkt wird ;-) Aber Glückwunsch zu dieser Erwähnung.

    Ich glaube, wegen der Formulierung „eine der Gewinnerinnen“ wären dir die anderen Gewinner böse. Aber freut mich sehr, dass ich hier schon angekündigt werde :-)

    • Tom
      7. Mai 2009 at 15:12

      gnaa… wäre dir ein hässliches Ungetüm wie „eine/r der GewinnerInnen (und -Außen erst recht)“ lieber? *g*
      Das mit dem Couchtalk hatte ich eigentlich auch gedacht. Ich meine – wir hätten uns auch nicht schlagen lassen ,wenn es darum gegangen wäre, mit jemandem zu reden. Aber gut… Beschweren kann ich mich ja nicht. *g*

      • 7. Mai 2009 at 18:06

        Ich wäre mit „einer der Gewinner“ auch sehr zufrieden gewesen. Ich finde politisch korrekte Formulierungen dämlich und betrachte in solchen Zusammenhängen die männliche Form einfach als neutral. Das bewahrt vor Gehirnverknotungen *g*

        Das mit dem Cover ist übrigens interessant, das muss ich ja auch gleich mal bloggen.

      • Eva
        24. Mai 2009 at 13:20

        Kurz mal zum Couch-Talk auf der Phantastik-Couch:
        Im Moment ist das der Ort, wo über alles gesprochen (naja eher geschrieben) wird, was uns (und somit möglicherweise auch andere..) abseits der vorgestellten Bücher im Bereich der Phantastik fasziniert und vielleicht nicht schon xy-mal woanders vorgestellt wurde
        Daher war der „Couch Talk Mai“ genau der richtige Ort, um das „Steamtown“-Projekt vorzustellen.
        Es würde sich natürlich anbieten, den „Couch-Talk“ in Form eines Blogs zu präsentieren, ist aus diversen Gründen aber im Moment nicht machbar.
        Zu der Wertungskontroverse, haben wir uns ja schon ausgetauscht, aber DAS muss noch raus:
        „Aber das heißt dann wohl, dass sich niemand, dessen Buch ICH rezensiere (egal, wie sehr ich das Buch mag!) Hoffnungen auf einen “Tipp des Monats” bei der Phantastik-Couch machen muss.“
        Ich hoffe, Du traust uns jetzt da etwas mehr Urteilsvermögen zu……
        Liebe Grüße
        Eva

      • Tom
        27. Mai 2009 at 22:52

        Ich hatte dir darauf ja schon geantwortet – aber ich fände es auch toll, wenn das baldmöglichst (wieder) als Blog in Betrieb wäre. Es verwundert halt einige Leser.
        Was die Wertung angeht – schon verstanden. *g* Aber: Klar traue ich euch da mehr Urteilsvermögen zu.
        Nur wissen das eben die Leser der Couch nicht unbedingt. Vorschlag zur Bekämpfung des Problems: Jeder Rezensent darf nur einmal im Jahr eine 100 vergeben (und meine versteigere ich dann höchstbietend nach dem Beispiel des Emmissionshandels, da ich sie nicht benötigen werde).
        Dann ist dem inflationären Gebrauch dieser Wertung ein wenig Einhalt geboten.
        Und im Jahr darauf machen wir das dann für die 99…
        ;)

  2. Stephan
    7. Mai 2009 at 21:24

    Meinen Geschmack trifft das Cover nicht unbedingt. Während das Strange&Norrell-Cover so ein bisschen was von britischen Firmenschildern oder Plakaten hat, wirkt Des Teufels Maskerade irgendwie kindlich auf mich. Aber immerhin könnte es im Buchladen zwischen den ganzen gleichgeschalteten Fantasy-Bildchen auffallen. Zweck (irgendwie) auch erfüllt.

    • Tom
      7. Mai 2009 at 23:20

      Tatsächlich denke ich, dass das Design auch ein wenig aus der „Not“ heraus entstanden ist.
      Eine Kombination von Zeitdruck und Kostenersparnis.
      Erstens lässt sich eine derartige Illustration in etwa einer Woche bis zur Serienreife entwickeln und abstimmen; das heißt, zwei Wochen nach der Buchmesse konnte begonnen werden, damit an die Buchhändler heran zu treten und die Vermarktungsmaschine anlaufen zu lassen. Bei der Beauftragung eines konventionellen Cover-Malers gehen da schnell mal zwei Monate ins Land, bis Skizzen erstellt, Entwürfe ausgesucht, fertig gemalt, nochmals ausgewählt, reingezeichnet und schließlich im Layout sind. Zwei Monate hatte Heyne aber nicht (wir erinnern uns: es sind noch nicht einmal 2 Monate seit dem Finale her und das ganze steht bereits im Katalog – und was normalerweise 1 bis 2 Jahre Vorlauf hat, muss in diesem Fall bis Dezember (rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft) über die Bühne sein).
      Zum anderen kann man mit einer Sonderfarbe (rot auf weißem Papier. Also eine Farbe im Druck) fix alle Materialien innerhalb von Tagesfrist nach produzieren. Das Motiv ist vollkommen größenunabhängig, kann also auf jede Idee und jede Verwendung, von der Visitenkarte bis zum Großplakat, ohne weitere Bearbeitung binnen von buchstäblich Minuten angepasst werden – und das zu einem Bruchteil der Kosten anderer Varianten. Von den Produktionskosten ganz zu schweigen.
      Dass es dabei durch seine Schlichtheit auch noch wohltuend aus der Menge der restlichen, derzeit ja gerade wieder zur unmäßigen Überfrachtung neigenden Cover der Phantastischen Abteilung hervorsticht, ist vermutlich eher ein glücklicher Nebeneffekt. Das Prinzip kenne ich von meiner Diplomarbeit. *g*
      Und in dieser Hinsicht ist der Gestalter auf jeden Fall zufrieden. Plansoll erfüllt. aus meiner Sicht sogar wohltuend übererfüllt. ;)

  3. Bernd
    7. Mai 2009 at 23:27

    Ich finde das Cover ansprechend. Schlicht, aber doch gelungen. In jedem Fall fällt es in der Masse von Neuerscheinungen auf und das ist wichtig. Ich würde es im Laden auf jeden Fall in die Hand nehmen und mir näher ansehen. Von daher… Hut ab für Heyne und Frau Schlederer.

    Tja… 100 % Bücher sind schwer zu finden. Ich glaube schon, dass es sie gibt. Aber ehrlich gesagt habe ich auch noch keines gefunden. Schade eigentlich… aber die Geschmäcker sind halt auch verschieden und die Eindrücke meist subjektiv. Vielleicht fand der Rezensent das Buch ja wirklich „perfekt“, war ganz euphorisch und braucht in Zukunft deshalb kein anderes mehr.

    • Tom
      7. Mai 2009 at 23:31

      Letzteres hätte ich subjektiv dann noch gelten lassen – wenn der Rezensent nicht auf die Schwachpunkte im Buch hingewiesen hätte. 100% bei gleichzeitiger Erwähnung von Schwächen des Buches – das passt nicht einmal als subjektive Wertung zusammen.

      Übrigens, was mir gerade erst auffällt: Hieß das Werk nicht „AUF Des Teufels Maskerade“?
      Aber wir müssen ja zur Zeit alle sparen… *g*

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