Per Anhalter durch die Galaxis…

soll einen sechsten Teil bekommen.

andanotherthing_coverDas habe ich absichtlich nicht gestern veröffentlicht, um heute nicht deutlich erklären zu müssen, dass das KEIN Aprilscherz ist. Andrea hat mich mit ihrem Blog Katastrophengebiet darauf gebracht und für einen Moment hätte ich es selbst für einen Witz gehalten – aber es war erst der 31. März und nach entsprechenden Recherchen sieht es wohl so aus, als ei das tatsächlich ernst gemeint.

Das gute Stück soll „And Another Thing…“ heißen (Kenner der Kultserie ahnen: Das ist wieder mal ein Zitat, allerdings nicht wie bei den restlichen Titeln eines aus dem 1. Band, sondern dieses Mal aus dem 3. Kapitel von „So long and thanks for all the fish“: „The storm had now definitely abated, and what thunder there was now grumbled over more distant hills, like a man saying „And another thing…“ twenty minutes after admitting he’s lost the argument.“) und wird von Mr. Eoín Colfer, dem Autor der genialen „Artemis Fowl“-Serie geschrieben. Ganz offiziell, denn sowohl Pan McMillan, Adams‘ alter Verlag, als auch seine Witwe Jane Belson haben ihr ‚Okay‘ dazu gegeben.

Man könnte sogar so weit gehen und behaupten, Adams selbst wäre damit einverstanden, schreibt man ihm doch zu, gesagt zu haben: I might write a sixth book in the near future. Five is such a weird number to finish on.“ – „Ich könnte in der näheren Zukunft noch ein sechstes Buch schreiben. Fünf ist so eine seltsame Zahl, um damit aufzuhören.“

Andererseits bleibt die Frage: MUSS das sein?!

Okay, für Penguin, die den neuen Band veröffentlichen und auch für Pan und Mrs. Belson (die vermutlich ordentlich mitverdienen mögen) dürfte die Antwort eindeutig „Ja!“ lauten. Immerhin wird dieser Band pünktlich zum 12. Oktober 2009 erscheinen, exakt zum 30. Jubiläum des Erscheinens des ersten Bandes, der ja mittlerweile als absoluter Meilenstein des Genres (bzw. mehrerer davon. SF ebenso wie Humor und Persiflage) gilt. Und natürlich legt im Fahrwasser dieses Marketing-Coups und denkwürdigen Anlasses Pan die gesamte Serie neu auf. So wie Penguin eine neue Taschenbuchausgabe passend zum neuen Titel bringt. Aus finanzieller Hinsicht dürfte das also für alle Beteiligten, einschließlich natürlich Herrn Colfer, ein ganz leckerer Weihnachtsbonus werden. Einer, mit dem man auf jeden Fall rechnen kann, denn wie immer es wird – die Leute werden es kaufen.

Aus Sicht eines alten Fans der Arbeiten Adams‘ muss ich allerdings sagen: Nö. Das musste nicht sein.

Nicht gegen Herrn Colfer – ich liebe seinen Artemis Fowl und ich traue ihm durchaus zu, einen ordentlichen Anschluss zu liefern. Was im Übrigen auch Terry Jones gekonnt hätte, vermute ich. Der hat ja als Co-Autor von „Raumschiff Titanic“ bereits Erfahrung mit der Arbeit und dem Stil von Adams, wäre aus meiner Sicht also sogar der näher liegende Kandidat gewesen. Seine Aussage dazu (denn offensichtlich stammte die Idee nicht von ihm, sondern von Penguin und Pan):

„Meine erste Reaktion war eine gelinde Empörung, darüber, dass es irgend jemandem erlaubt sein sollte, an dieser unglaublichen Serie herum zu pfuschen. Aber nach etwas Nachdenken realisierte ich, dass dies eine wundervolle Gelegenheit ist, mit Charakteren zu arbeiten, die ich seit meiner Kindheit geliebt habe und ihnen etwas von meiner eigenen Stimme zu verleihen, während ich am Geist von Douglas Adams festhalte. Ich verspüre jetzt einen größeren Druck, Hervorragendes abzuliefern als ich es je bei meinen eigenen Büchern getan habe.“

Arthur Dent (in seiner Verkörperung durch Simon Jones, der ihn in der Radio- und der Fernsehserie gespielt hat) äußerte sich allerdings ungehalten darüber, dass er „von den Toten zurück geholt“ wurde.

Ich stimme Arthur hier sogar zu. Denn erstens war „Einmal Rupert und zurück“ (Englisch: „Mostly harmless“) schon unnötig – und das war von Adams selbst. Es war wirr und unpassend und hat die Serie vielleicht nicht würdig beendet – aber es hat sie beendet. Dabei hätte man es belassen können.

Und zum anderen gibt es da noch immer das Rohscript zu „The Salmon of Doubt“. Das wurde zwar schon im gleichnamigen Hommage-Buch zu Adams veröffentlicht – aber eben nur die ersten zwei oder drei Kapitel im Rohzustand. Wie das Manuskript eben war, als Adams verstarb. Salmon of Doubt war das letzte Projekt, an dem er gearbeitet hat – und das, worauf ich mich am meisten gefreut habe: der dritte Band seiner „Dirk Gently“-Privatdetektiv-Saga. Persönlich, und auch wenn mich einige dafür nicht mögen werden, halte ich sie für die bessere von Adams Geschichten (nur Arthur und Trillian in Islington kommen da ran) und eine Fortsetzung dieser Serie – beispielsweise durch Neil Gaiman, der das sicher würdig schaffen würde – wäre aus meiner Sicht viel lohnender (natürlich aber nicht kommerziell profitabler. Schon klar). Und es wäre auch sinnvoller, nicht zuletzt, weil eben davon schon Manuskriptteile und Notizen von Adams selbst bestehen, die durchaus beendet werden dürften. Das wäre dann wenigstens so etwas wie die Fortsetzung der Arbeit von Robert Jordan durch Brandon Sanderson. Ein sechster Band der Anhalter-Trilogie hingegen ist so unnötig wie ein vogonischer Literaturpreis oder ein Remake von „Casablanca“.

Keine Panik, ich weiß (und auch keine Vorverurteilung. Immerhin steh ich im Allgemeinen auf Colfers Arbeiten). aber dann lieber Towel Day. Der übrigens auch bald wieder ist. 25. Mai – nicht vergessen!

So. And now for something completely different.

Also nichts, das ich hier großartig schreiben muss. Ich sollte nämlich jetzt hier Schluss machen und mich an den Rest der Arbeit setzen. Zum einen muss ich noch zwei Rezensionen schreiben (na gut, nur noch eine halbe und eine noch mal überarbeiten) und zum anderen hoffe ich inständig, dass die gute Feuerdiebin, Victoria Schlederer, sich wirklich beeilt und mir heute Nacht irgendwann noch das Interview für die Phantastik-Couch schickt. Denn eigentlich soll die neue Ausgabe morgen erscheinen. Mann, das wird alles knapp… *urgs*

Deswegen jetzt Schluss für heute.


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