Magische Nachwehen: Zwischen den Terminen

Schönen Nachmittag allerseits.

Heute also haben sich die meisten schon informiert, die Enttäuschung (aber auch die Erleichterung) ist allenthalben groß – und bei einigen auch die Freude. Lustig ist vor allem das mit der Erleichterung. Meist kann man es natürlich darauf schieben, dass man auf diese Weise die Enttäuschung (ein wunderschönes Wort übrigens. Denn wer ent-täuscht wird, sollte darob ja gar nicht böse, sondern vielmehr froh und dankbar sein. Denn um ent-täuscht zu werden, muss man ja vorher einer Täuschung unterlegen sein. Logisch, oder?) besser erträgt. Aber einigen nehme ich es doch ab, dass sie lieber nicht ins Wettbewerbs-Finale gekommen sind, als jetzt in knapp zwei Wochen aus ihrer Arbeit vorlesen zu müssen.

Aber hallo? Was glaubt ihr denn eigentlich, was ein Autor so macht, mit seiner Zeit? Dieser Job (und wir reden hier von einer Autorenarbeit als Job, nicht von einem Hobby) fördert nicht gerade das sozialphobische Sitzen und Schreiben im stillen Kämmerlein. Wer davon leben will, muss sich im Klaren sein, dass er ab dann auf Lesungen, Buchvorstellungen, Cons und anderen Öffentlichkeitsauftritten unterwegs sein wird. Bei den meisten Autoren spült tatsächlich diese Tingelei einen Gutteil des Monatseinkommens in die Kasse. Wer nicht im Mittelpunkt stehen will, der sollte sich dreimal überlegen, ob er wirklich als erfolgreicher Autor tätig sein möchte – oder nicht doch lieber Handgeklöppeltes über E-Bay verkaufen.

Wie dem auch sei: Heyne hat heute wieder einmal Hoffnungen geschürt: „(…) Wir haben eine Auswahl von Einsendungen getroffen, die uns besonders am Herzen liegen und mit denen wir gern weiterarbeiten möchten. Die betreffenden Autorinnen und Autoren kontaktieren wir ebenfalls in der Zeit nach der Buchmesse, also bitte nicht nachfragen: Don’t call – we call you. (…)“

Es ist also erwartungsgemäß noch nicht aller Tage Abend – und es KANN vermutlich sogar bedeuten, dass es den einen oder anderen treffen kann, der nicht einmal bis zur Jury vorgedrungen ist. Sicherlich haben aber die rund 30 Leute, deren Manuskript bis in die Hände der vier Juroren gelangt sind, die größeren Chancen auf einen Heyne’schen Anruf. Und bis dahin können alle, die jetzt schon wieder anfangen, zappelig zu werden, nochmals wirklich in sich gehen: Wollt ihr das? Zwar nicht in Leipzig, aber prinzipiell doch oft genug alleine vor Publikum zu sitzen und laut, deutlich und unterhaltsam aus euren Arbeiten vorlesen? Manche auf den diversen einschlägigen Foren klangen doch so, als würden sie ein mehrfach gebrochenes Bein vorziehen.

Was uns angeht: Wir schaun inzwischen, ob eines der anderen Eisen im Feuer schmiedebereit ist, denn zumindest unser Manuskript (aber auch das in meinen Augen sehr gelungene von Carsten Steenbergen) ist nach meinen Informationen gar nicht bis zu den Juroren vorgedrungen. Was mir jetzt auch nichts macht – es wird fertig geschrieben, überarbeitet und verlagsreif gemacht (Die letzten 50 Seiten sind immer noch nicht erstellt. Da klemmt es gerade ein wenig). Und dann wird das nächste Projekt angefangen. Entweder Heyne interessiert sich noch für uns – oder sie tun es nicht. Die Entscheidung kann ich ihnen auch nicht abnehmen. *g*

Aber sie so schön sagen: Das hat, samt Spekulationen, Zeit bis NACH der Buchmesse in Leipzig. Bis dahin ist Ruhe.

Und bis dahin (und um das Eisen, das da heißt „Hohe Besucherfrequenz auf dem Blog“ zu schmieden) kann ich heute schon mal teasern: Seit gerade eben gehört uns offiziell die Domain „Steamtown.de„. Und genau hier wird sich schon sehr bald ein Gemeinschaftsprojekt von Carsten, Stephan und mir finden. Für diejenigen unter meinen Besuchern, denen dies etwas sagt: Wir werden die Erfahrungen des Projektes „Kopfgeld“ auf das nächste, professionellere Level heben.

Mit einem etwas anderen Genre, hoffentlich aber mit genauso viel Spaß und Tempo. Geplant sind unter anderem Gastautoren und eine Vielzahl anderer Gimmicks. Und für die, die jetzt nicht wissen, wovon ich spreche – ratet und und lasst euch überraschen. Ich werde so schnell wie möglich Bescheid geben, wann ihr mit dem offiziellen Projektstart rechnen dürft. Kann sich eigentlich nur noch um Tage handeln.

Was sonst noch? Ach ja: Heute ist die neueste Ausgabe der „Phantastik-Couch“ erschienen (für die ich heute Nacht noch bis um halb zwei letzte Rezensionen geschrieben habe). Diesmal habe ich mir (schon in den letzten, hektischen Wochen, vor allem aber auf zahlreichen Bahnfahrten) Chris Wooding mit ihrem neuen Werk „Welt aus Stein“ zur Brust genommen. Dazu noch den neuesten Artemis Fowl von Eoín Colfer: „Das Zeit-Paradox“, sowie Thomas Thimeyers „Nebra“. Und ganz nebenbei haben wir es tatsächlich noch auf den letzten Drücker geschafft, am Montag noch ein Interview mit Thomas zu bekommen. Was ich sehr gehofft hatte, gehören doch zu seinen Vorbildern auch meine Idole Douglas Preston und Lincoln Child (auch wenn ich ganz anderes schreibe… *g*). Eine pralle Ausgabe mit überdurchschnittlich viel Arbeit für mich, diesmal. Und der Tipp des Monats könnte vielleicht (aber nur vielleicht) einen vagen Hinweis auf das Projekt „Steamtown“ geben.

Schönen Abend allerseits.

PS: Das Problem mit den Kommentaren hier im Blog besteht immer noch. Ich arbeite daran.

PPS: Aber das neue Gästebuch funktioniert seit heute. *g*

PPPS: Ach, und bevor noch weitere hilfreiche Anmerkungen kommen: Das mit der „Feuerdiebin“ hab ich jetzt dann auch kapiert. ;) Wobei ich nach wie vor finde, dass „Feuerdiebin“ von den fünf Finalisten-Titeln der interessanteste war. Obwohl er gar nicht dabei ist. *g*

P…PS: Übrigens kommt man seit heute auch einfacher über www.schreibblockade.com hierher. ;)

1 comment for “Magische Nachwehen: Zwischen den Terminen

  1. 5. März 2009 at 12:39

    Wie kommst du an so Infos vonwegen wie weit dein Manuskript gekommen ist?

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