Anwohner-Bosheit (Resident Evil)

Anno 2002:

Einleitende Bemerkung:
Jeder Film, in dem Heike Makatsch zweimal stirbt, ist sein Geld wert.

Ich wurde vorgewarnt (was ich hiermit weitergeben will) und habe dieses Mach…  diesen Film aus dem Berliner Untergrund in der erwartung besucht, jede Menge Blut, Leichen, Zeitlupengeschosse, inhaltliche Pannen und markige Sprueche („Wenn wir hier raus sind, wird erstmal richtig gef***ickt.“) zu erleben. Ich wurde nicht enttaeuscht!

Aber von Anfang:
Ein unpraktisches, zumindest aber huebsch designtes Virenbehaeltnis geht kaputt, 500 Menschen werden vergast (wir sehen: das erwarten die Amis von einer deutschen Produktion. Schon mal richtig erkannt, Herr Eichinger.), ein paar ersaufen in Loeschwasser, der Rest geht im Lift drauf. Punkt.

Dann wacht Milla Jovovich nackt auf, weiss von nichts und hat den Rest des Filmes Sprachprobleme. Wie üblich.
Das „Fuenfte Element“ durchwuehlt kurz ihre volle Klamottenkomode, wirft sich in das Unpraktischste, was sie finden kann (rotes Seidenminikleidchen) und trottelt durchs leere Herrenhaus (in dem z.B. der Hauptschalter fuer ALLE Lichter direkt neben der Schlafzimmertuer zu sein scheint…) und wird gleich darauf von einer Spezialeinheit aufgegriffen, die ihr zwar erzaehlt, was fuer einen Job sie hat, nicht aber, wie sie heisst.
Ist eigentlich aber auch unwichtig.

Sie stiefeln also mit ihr (und einem kurz eingesackten Dorfbullen) in die Ultrageheime Forschungsbasis (gleich hinter dem grossen Spiegel runter), genannt Hive, fahren mit einem Zug ! ins Herz der Anlage (sammeln noch kurz Millas ebenfalls hirntoten Lover ein) und sind mittels Schneidbrenner im Hochsicherheitsbereich, bevor auch nur eine Viertelstunde Film vorbei ist.
Natuerlich ohne Alarm oder so.

Gut, sie wissen alle: da unten leben noch nicht einmal mehr Kopflaeuse, nachdem alles mit Halon ausgegast wurde (die Frau, die das testet, ist daran zu erkennen, dass sie immer mit Messgeraet und ohne Gasmaske herumlaeuft). Aber scheinbar wissen sie, dass amerikanische Rednecks schwerer auszurotten sind, als Kakerlaken, denn sie sind bis an die Zaehne bewaffnet und rennen grundsaetzlich mit der Waffe im Anschlag herum. Prima. Alles bereit zum Zombies plattmachen.

Eine Gruppe wird schon mal gleich vom Sicherheitssystem des jetzt doch mal sich bequemenden Zentralrechners mittels Laser in dekorative Scheiben und Wuerfel geschnitten, dann kriegt die renitente KI des Teils eine EMP-Bombe um die virtuellen Ohren. Geschieht im Recht. Immerhin ist das holographische Goer derart nervig, dass die Frage im Raum steht, warum das nicht schon vorher ein Admin gemacht hat. Im amerik. Original spricht sie wenigstens Shakespeare-Englisch. Aber an der Synchronisation wurde wohl von einer Laienschauspielgruppe mal schnell vom Blatt abgelesen… Egal.

Hauptrechner platt (Und der ist gut! Der kann sich nach nem EMP-Schock innerhalb von 30 Sekunden selbst fehlerfrei rebooten!), Tueren auf, Zombies frei. Jeehaww!!!

Jetzt zurueck zum Zug… neeeein, jetzt quer durch die Anlage zu nem anderen Ausgang. Schade nur, dass wir zwar Waffen haben, aber die Magazine im Heli oder sonstwo vergessen.

Deshalb ist schnell die Munition alle, die Zombies nicht. Und weil die Untoten sauer sind, dass die Kantine in Wirklichkeit ein Lagerraum fuer Kontainer voller Mutanten ist, sie aber Hunger haben, fressen sie das Team und man wirft schnell wieder den Rechner an. Anschliessend kriecht man durch Kabelschaechte, watet durch Wasser, splattert Zombies mit Waffen, Haenden, Fuessen, nackten Oberschenkeln, Briefbeschwehrern und hat damit so seinen Spass.

Bis der unvermeidliche Supermutant auftaucht, Panzerglas und Stahltueren knackt, und haesslich weitermutiert, wenn er was zu fressen bekommt. So, wie man das ja von den ganzen hormonverseuchten Jugendlichen bei MacDonalds auch
kennt.

Woher der kam? Aus der Mutanten-Kantine. Kein Wunder, also. Also das nervige Goer von KI („Toete sie! Toete sie!“) wieder ausgeblasen, raus zum Zug, losgefahren und mit dem Mutanten zehn kleine Negerlein gespielt: einer gefressen, eine zum Zombie mutiert und erschossen, einer aufgeschlitzt und schliesslich Mr. Mutant plattgemacht und ordentlich in der – natuerlich – letzten Sekunde und mit dem Antivirus (Antivirus?! Was soll das eigentlich sein? Wenn, dann doch Antikoerper, ihr Hobbymediziner. Meinetwegen auch Serum.) aus dem Komplex spaziert. Happy End.

Neein, doch nicht.
Angriff der Killeraerzte, Gefangennahme – ja, Mila, die vorher noch untote Dobermaenner mit Flying-Kicks erlegt hat, schafft es nicht, ein paar Weisskittel zu verhauen – und am Ende des Filmes wacht sie mal wieder mit weissen Stoffbahnen allerspaerlichst bekleidet auf einem Behandlungstisch auf.
Muss ein Fetisch sein…

Also schnell noch mit dem High-tech-Equivalent von McGuyvers Bueroklammer (einer Infusionskanuele!) ein elektronisches Hochsicherheits-Magnetkartenschloss geknackt (haehh?) und schon steht sie samt Zuschauern in einer Stadt, die aussieht, wie nach einer Globalisierungskonferenz.

Tja, Schrotflinte in die Hand.
Nach dem Film ist vor dem Film.

So, daraus resultiert folgende Bewertung:

-Optik/Matrix-look-alike-Effekte: 8
-Sound/Musik/allgemeine Stimmung: 8
-Story/Drehbuch/Logik: 2
-Schauspiel/Dialoge/Synchronisierung: 1
-Schockeffekte: 5
-gelungene Umsetzung eines Videospiels: 6
-Splatterfaktor: 7

Gesamtbewertung: 6 + 1 (Heike-Makatsch-Splatter-Bonus und
Absurditaets-Fun-Faktor)

also: 7/10 Punkten

(Allerdings: Im Bewusstsein von herrlich splatterigem Schwachsinn reingehen, Hirn abschalten und geniessen, sonst max. 4 !)

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