Das berüchtigte Moorhuhn

Der Anfang einer Kurzgeschichte.

Etwa 2. Entwurf, ursprünglich für eine Anthologie gedacht, fristet das Ganze (obwohl fertig) sein Dasein seit über einem Jahr in der Warteschleife, da es sich eventuell als Material für einen Roman eignet, der sich gerade in der Ausarbeitungsphase der Planung befindet. Den Rest kann ich gern mal als PDF einstellen. Falls ich daran denke.

Das Ganze spielt in einer (unserer) Fantasy-Welt, in der es, oh Wunder, auch sowas wie Kelten gibt. Also eigentlich ziemlich exakt so etwas. Sie haben sogar die selben Götter. App. Gott: Der „Fremde“ ist ein Gott von Weltruhm. Der gern Motorradklamotten trägt (fragt nicht…) und etwa die magische Begabung einer Sperrholzplatte (wie gesagt: fragt nicht…) hat.

Beste Grüße, Tom

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Das berüchtigte Moorhuhn

Padral Fingail schob sich auf dem Bauch vorwärts, bis er über die flache Kuppe des Hügels in das benachbarte, sumpfige Talblicken konnte.
Was an sich nichts Besonderes darstellte. Die Gegend bestand auf fünf Tagesreisen hin praktisch nur aus flachen Hügelkuppen und sumpfigen Tälern, nur unterbrochen von flachen bewaldeten Hügelkuppen und moorigen Tälern mit dem einen oder anderen kleinen, schwarzen See.
Es hatte wieder zu regnen begonnen, aus schmutziggrauen, zerfaserten Wolken, die so niedrig über die raue Landschaft jagten, dass sie an den vereinzelten Bäumen hängen blieben und überall unwirkliche Schemen entstehen ließen. Die Luft war von jener eigenartig würzigen, süßen Frische, die Padral an den Highlands so liebte. Ahhh. Frühling!

Er atmete tief durch und streckte die Rechte nach hinten.»Seamus.«
Eine kühle Tonflasche fand den Weg in seine Hand und folgerichtig das wärmende Feuer des Lebenswassers den in seinen Magen. »Danke, mein Sohn.« Er reichte die Flasche zurück. »Schon was zu sehen?«
»Nein, Pa. MacSimi und Grigor ham’ die O’Lorcaid mit dem jungen mac Ranall in den Nordwald geh’n seh’n, aber das war’n nur acht. Un’ es sieht nich’so aus, als wenn die Namarras noch komm’ wür’n.«
»Fein.«
Padral robbte einen Meter zurück und sah seinen Filius an. »Ok, Seamus. Du läufst jetzt los und sagst macSimi, er soll mit seinen Leuten hoch zur Furt laufen. Grigor und Cumail sollen mit ihren runter zum Haselwald am Moor. Sag ihnen, ah… drei Moorhuhnrufe. Und dann komm’ mit den Finns und dem Fremden hierher. Alles klar?«
»S’klar, Pa.« Seamus macPadrail schenkte seinem Vater ein schneidezahnloses Lächeln, winkte ungelenk und robbte durch die nasse Wiese hinab in die Nebelschwaden.
Padral seufzte aus tiefstem Herzen. Er liebte seinen Sohn – auch wenn er, den Göttern sei’s geklagt, allenfalls die Intelligenz von zwei Scheiben Sodabrot besaß. Immerhin, solange er Seamus mit Botendiensten glücklich und beschäftigt hielt, brauchte er nicht zu befürchten, noch einen Sohn in diesem Feldzug zu verlieren.
Diese eine Schlacht noch. Dann würde das Hochland einen neuen Hochkönig haben.
Ihn, Padral Fingail.
Lange genug hatte es ja gedauert.

Oh, nicht, dass er den alten Viehdieb Liam Connor nicht schon vor Monaten mit einer Schlacht aus den Hügeln und Mooren hätte fegen können.
Aber das hätte einfach nicht gegolten.
Es lag an der verdammten Tradition. Man wurde nicht einfach König, indem man alle Konkurrenten aus dem Weg räumte. MacBane hatte es vor fünf Jahren versucht. Und was hatte es ihm gebracht? Diese störrischen Holzköpfe von Clanfürsten hatten sich zusammen geschlossen und waren losgezogen, um ihm den Hintern zu versohlen. Und warum?
Nicht, weil MacBane den alten Hochkönig umgelegt hatte, quasi im Handstreich die Macht an sich gerissen und zur Sicherheit auch gleich noch 53 Angestellte, freie Hochlandkrieger, sowie Frauen und Kinder hatte hinschlachten lassen.
Nein. Das war legitim und sein gutes Recht.
Es war nur einfach zu schnell gegangen! Keine Helden hatten gekämpft, keine wundersamen Taten waren vollbracht worden. Gut, es hieß, er habe am Vorabend der Tat drei Hexen aufgesucht, aber auch das galt in den Augen der Druiden nicht, weil es sich dabei wohl um seine Mutter, seine Tante und deren alter, geistig verwirrter Nachbarin Maeve gehandelt hatte, die er wie jede Woche zu einer Partie Fidchel besuchte.
Die ganze Geschichte hatte Padral gelehrt, dass der kürzeste Weg mit Sicherheit nicht immer der beste war. Oh, meist freilich der schnellste, aber oft entwickelte dann die ganze Sache soviel Schwung, dass man am Ende weit über das Ziel hinaus schoss und sich dazu hinreißen ließ, Dinge zu sagen, wie: »Kein Mann, aus einer Mutter Schoß geboren, ist fähig, mich zu besiegen.«
Denn wie jeder wusste, stand hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau. In MacBanes Fall war ihr Name Brenda Keegan gewesen, und sie hatte dafür gesorgt, dass der frischgebackene Hochkönig doch den Kopf verlor.
Mit einer Axt.
Was jetzt ihn, Padral Fingail, dazu zwang, es auf die altmodische, jedoch anerkannte, Art und Weise hinter sich zubringen.
Er seufzte, nahm einen weiteren Schluck Schwarzgebrannten und zog sein Breitschwert, um es zum wiederholten Male zu polieren, wärend er wartete.
Ausnahmsweise war er es zufrieden zu warten. Es würde das letzte Mal sein, das er als kleiner König von gerade mal fünfundsechzig waffenfähigen Männern wartete.
Oh, er hatte den ganzen Quatsch durchgeführt, den das Volk von ihm erwartete. Es war wichtig, das zu tun, was das Volk erwartete. Dann sagte sich das Volk: »Seht diesen Mann an. Er hat all das getan, was wir und die Legenden erwarten. Er ist ein ziemlich bescheuerter Mann, wenn er all das freiwillig gemacht hat, aber, zum Teufel, sowas tut nun mal ein außergewöhnlicher Mensch, also hat er das Recht, Hochkönig zu sein. Dann stellt er wenigstens keinen weiteren Mist an.«
Er hatte den wilden Eber von Malloe gefangen und mit seinem Atem gebraten (beides unter Verwendung seines Schwarzgebrannten), er hatte drei mal drei Helden der Clans erschlagen (fünf davon, indem er eine Trinkhalle hatte einstürzen lassen. Aber danach hatte niemand gefragt.) und hatte sich in einen Fuchs, einen Schwan und einen Lachs verwandelt (wozu bezahlte er fünf Druiden). Zehn Tage hatte er kämpfend auf einem Stein eine Furt gehalten. Gut, der Stein hätte genügend Platz für ein Gelage geboten und die Angreifer waren zwei seiner Söhne und sein Pferdeknecht gewesen, die nur mit Haselruten bewaffnet waren.
Aber manchmal waren es nicht der Sinn der Worte, der zählte, sondern die Worte selbst. Und die hatte er erfüllt.

»Sire?«
Die Stimme riss ihn aus seinen Betrachtungen. Er strich sich eine feuchte Strähne aus dem Gesicht und wandte sich zu den Ankömmlingen um. Seamus, gefolgt von den Finns und ihrem Ehrengast, kam aus dem Nebel gestapft.
»Sire?« wiederholte der erste der Finns, ein baumlanger, blonder Sechzehnjähriger (er war der Jüngste der Gruppe und wurde deshalb der Kleine Finn genannt. Zur besseren Unterscheidung), »Wann werden wir angreifen?«
Padral warf ihm einen düsteren Blick zu und einer der älteren Männer (der Rote Finn, benannt nach der Farbe seiner Nase) begann belustigt zu kichern. »Kannstes wohl nich’ erwarten zu sterben, Kleiner? Hm?«
Der König betrachtete den Fremden, den seine Männer mit sich gebracht hatten. Anerkennend registrierte er das ganz und gar unbesorgte Interesse, mit dem sein Gegenüber die Musterung erwiderte.
»So«, grinste jener mit erstaunlich wenig Respekt, »Ihr seid also der große Chef hier?«

Der Mann war etwas kleiner als er selbst, beinahe so breitschultrig und sehniger als er das von einem Hexer, egal ob ausländisch oder nicht, eigentlich erwartet hätte. Genau genommen sah der schwarzhaarige Fremde in seiner Lederkluft eher nach einem Krieger als nach einem Magiekundigen aus.
Aber Ausländer war er auf jeden Fall. Das sah man schon an seiner seltsamen Kleidung: schwarze, speckig glänzende Lederhose mit sonderbaren Verschnürungen an den Seiten, schwere schwarze Lederstiefel mit fremdartigen Schnallen und ein erstaunlich makellos weißes Leinenhemd (sah man von einem langen Riss und einem hässlichen Flecken eingetrockneten Blutes ab). Darüber eine ebenso schwarze Jacke aus dickem Leder, an der einige glänzende Metallnieten und farbige Stoffstreifen mit ausländischen Runen befestigt waren (magische Beschwörungen, vermutete Padral, aufgrund der dazwischen vorkommendenTotenschädel und Blitze). Ein Paar schwarzer Lederhandschuhe im breiten Gürtel und ein schwerer Kampfdolch vervollständigten die Kleidung des Fremden.
Andererseits – was wusste er schon von den Sitten fremdländischer Hexer? Seiner Meinung nach waren körperliche Ertüchtigung und die Beherrschung des Schwertes ein Zeichen für geistige Gesundheit unter Männern. Und schließlich: wenn seine Druiden, Cumail und der Weiße Finn, sagten, jemand sei ein Hexer, dann stand es ihm kaum zu, ihre Worte anzuzweifeln (schon, um die beiden nicht zu verärgern).

Er setzte deshalb eine einigermaßen freundliche Miene auf und schenkte dem Fremden ein braunzahniges Lächeln. »Und Ihr seid der fremdländische Hexer, nehme ich an?«
»Es ist komisch, dass Ihr das ansprecht, guter Mann. Ich hab’ versucht…«
»Versucht, meine Männer zu verhexen. Hat nicht geklappt, wie? Ja. Das ist der Grund, warum ich die besten Druiden des ganzen Hochlandes um mich schare.« Ein gewisser Stolz schwang in der Stimme Padrals und der Weiße Finn kratzte sich geschmeichelt das unrasierteKinn.
»Ähm, nicht ganz.«
Der stämmige König nickte und betrachtete das ordentliche, wenn auch für seinen Geschmack zu dünne Langschwert des Fremden, das ihm Finn-mit-der-Silberstimme (die er schon vor langer Zeit durch intensiven Genuss von Schwarzgebranntem verloren haben musste) gereicht hatte. »So. Ein Flammenschwert könnt ihr hervorrufen. Keine schlechte Hexerei. Für einen Ausländer.«
»Meint Ihr? Und ich bin nicht mal…«
»Nicht was? Nicht der Beste?« Padral grinste verständnisvoll und zwinkerte dem Fremden zu, der tatsächlich den Anstand hatte, betreten auszusehen. »Kein Grund, sein Licht unter den Scheffel zu stellen, Fremder. Wir sind hier unter Profis. Und immerhin habt ihr einen Schwertstreich direkt durch die Brust überlebt und keine Wunde behalten, hat mir Seamus berichtet.« Jetzt war der Filius an derReihe, stolz zu strahlen. »Man kann sich zwar nicht immer auf Seamus’ Meinung verlassen, aber er lügt nicht, wenn Ihr wisst, was ich meine.«
Der Fremde nickte stumm. War ihm wohl etwas peinlich, seinen Ruhm so vor allen ausgebreitet zu hören. Padral schnippte mit einem schmutzigen Finger auf einen der bunten Flicken auf der Lederjacke des Hexers.
»Was heißt das da?«
»Ähm. Bonfire«, murmelte der Fremde.
»Feuer? Soso. Nützlich für einen Hexer, so ein kleiner Schutzzauber, vermute ich. Besonders, wenn man mit Feuerschwertern hantiert und so«, der König nickte wissend, ließ seinen Blick über den Aufnäher mit demTotenkopf schweifen und entschloss sich, die nächste Frage nicht zu stellen. Es gab Dinge, die er nicht wissen wollte. Stattdessen räusperte er sich und grinste abermals
»Entschuldigt, Meister. Aber ich bin wirklich nicht ganz…«
»Aye? Nicht im Bilde, was wir hier von Euch erwarten, Hexer? Nun, darauf wollte ich gerade zu sprechen kommen. Setzt Euch und trinkt mit mir.«

Wie auf Kommando ließen sich die Hochländer fallen und zogen den schwarzhaarigen Fremden mit hinab ins nasse Gras. Padral drückte ihm eine Flasche in die Hand, und als er nach einem vorsichtigen Zug nicht sofort mit Erstickungsanfällen zu kämpfen hatte, klopften ihm gleich drei der Finns anerkennend auf den Rücken (worauf hin er sich doch noch verschluckte). Die Flasche kreiste weiter und kam schließlich, merklich leichter, wieder beim Hochkönig in spe an.
»Also. Die Sache ist Folgende: Ich bin, falls Ihr es noch nicht wissen solltet, Padral Fingail mac Conn, der König und Herr über alles Land von hier bis zum Aill«, er machte eine halbkreisförmige Geste, die die Einöde vor ihm umfasste, »und bald werde ich Hochkönig auch über den Rest sein«. Er weitete die Geste über die nicht minder eintönige Gegend hinter ihm aus, »Dazu fehlt mir genau genommen nur noch eine einzige Schlacht, und diese wird heute stattfinden.«
»Prima«, murmelte der Hexer in einem Tonfall, der nicht auf sonderlich übermäßigen Enthusiasmus schließen ließ. »Würd’ ich mir ja gern anschauen. Wenn ich nichts Besseres zu tun hätte.«
Padral grinste. »Seid ein Scherzbold, hm? Nein, Ihr müsst natürlich nicht tatenlos zusehen. Würde ich von keinem aufrechten Mann verlangen, wenn Ruhm zu erlangen ist. Nein, Ihr, als ausländischer Hexer, seid genau das, was mir zu meinem sicheren Sieg noch gefehlt hat.«
»Bin ich?«
»Seid Ihr. Es steht prophezeit, dass der König einen fremden Hexer treffen wird, der ihm im letzten Kampf zum Sieg verhelfen wird. Natürlich steht es nicht, das war nur eine Redewendung. Die Druiden mögen es nicht, wenn Prophezeiungen aufgeschrieben werden. Weiß auch nicht warum, wo es doch außer ihnen sowieso keiner lesen könnte. Wie auch immer. Dort drüben sitzen die letzten Männer von Liam Connor, dem letzten, der zwischen mir und meiner Bestimmung steht. Also werdet Ihr, Hexer, dort hinunter gehen und mit ihrem Champion ringen, bis wir Connor und seine Leute besiegt haben. So steht es geschrieben. Metaphorisch zumindest, was das Schriftliche angeht.«
»Wie praktisch. Dass es nirgendwo geschrieben steht, meine ich. Das hätte ich zu gern nachgelesen.«
Eine gehörige Portion Sarkasmus sprach aus der Stimme des Fremden und ging an Padral spurlos verloren. »Und welchen Grund habe ich, Eurer Meinung nach, mich für Euch mit irgend jemandem zu schlagen?«
»Och, aye. Welchen Grund. Zuerst einmal ist es Eure Bestimmung. Wer versucht, der zu entfliehen, bekommt Ärger mit den Göttern. Das wisst Ihr vermutlich sogar als Ausländer und Fremder.« Padral wertete das belustigte Schnauben des Hexers als weiteres Zeichen seines Mutes. »Und außerdem«, ein breites Grinsen wanderte über seinGesicht, »habe ich hier um Euch zwei gute Dutzend der feinsten Krieger des Hochlandes, und weitere in der nächsten Umgebung. Wenn Ihr schon keine Angst vor Göttern habt, so werdet Ihr dieser Tatsache doch sicher Respekt entgegen zu bringen wissen.« Padral erwartete von einem gestandenen Mannsbild nicht wirklich Zustimmung und er wurde nicht enttäuscht. Er bekam keine.
Statt dessen seufzte der Fremde. »Lass’ es mich anders formulieren, König. Was springt für mich dabei raus, wenn ich euch die Kastanien aus dem Feuer hole?«
»Ah. Das meint Ihr. Hm. Wie wäre es mit: Ein Platz in unseren Legenden und Liedern? Es gibt gewiss keinen feineren Platz für einen Mann, um seinen Nachruf in alle Ewigkeit zu bewahren. Und drei goldene Halsringe, zweiJagdhunde und – «, der König betrachtete die Waffe auf seinem Schoß. »Und ein ordentliches Schwert, gefertigt von der Hand meines besten Schmiedes«, er nickte zum untersetzten Schlanken Finn hinüber, der ob des Lobes seine fassförmige Brust noch weiter reckte.
Ein unsicherer Ausdruck huschte über die Miene des Hexers. Er griff nach dem Tonkrug, nahm einen tiefen Zug und schien einige Augenblicke lang zu überlegen. »Hm. Und ihr habt nicht zufällig vor, mich zu eurem Gott oder so zu machen? Anbetung und so Sachen?«

Die Hochlandkrieger musterten ihn einen Moment lang stumm. Und brachen dann in schallendes Gelächter aus, was sie mit herzhaften Hieben auf die Schultern des Fremden begleiteten, bis Padral sie zur Ruhe rief.
»Ihr seid köstlich, Hexer!« grunzte er vergnügt. »Natürlich nicht! Zu einem Gott? Ha! Das würde Lugh und dem Dagda und Manannan kaum gefallen! Wie kommt ihr nur darauf?«
»Nur so«, seltsamerweise wirkte der dunkelhaarige Fremde beinahe erleichtert.»Da dürftet Ihr sogar mehr recht haben, als Ihr selbst glaubt.«
»Um Lugh müsstet Ihr euch keine Sorgen machen, denk’ ich, aber der Dagda und Manannan wären nämlich wirklich sauer«, fügte er, mehr zu sich selbst, hinzu.
Der Weiße Finn bedachte ihn mit einem seltsamen Blick. »Ihr redet wahrhaft seltsame Dinge, Fremder.«
»Och, achtet nicht auf mich. Das ist normal.«
»Na dann«, Padral klatschte in die Hände, »Wenn alles geklärt ist, dann wollen wir mal keine Zeit verschwenden. Je eher wir anfangen, desto eher können wir feiern!«
Er bedeutete den anderen, sich zu erheben und warf dem Hexer das Schwert zu. »Viel Erfolg. Macht uns keine Schande!«
»Was? Jetzt sofort?«
»Aye! Warum warten?«
»Ähm. Also…«, wie auf Kommando schob sich eine Nebelbank über den nächsten Hügelkamm, um die bis an die Grenzen ihres Fassungsvermögens vollgesogene Landschaft gnädig zu verhüllen. »Auf besseres Wetter?«
Die Hochländer kicherten. »Was wollt Ihr denn? Es regnet ja nicht einmal! Sieht mir nach einem guten Omen aus.«
Der Hexer seufzte. Dann schnallte er sich seinSchwertgehänge um und bedachte Padral mit einem seltsamen Blick. »Ich hoffe, Ihr wisst nicht, worauf ihr Euch da eingelassen habt. Aber Ihr wollt es ja unbedingt so.«
»Och, aye?«
»Aye. Aber Ihr lasst mir einige Zeit, bevor ihr eingreift. Der Tradition wegen.«
Das Argument leuchtete den Hochländern ein.
»Aye. Der Tradition wegen. Geht nichts über eine angemessene Beachtung der Tradition«, brummte der Schlanke Finn.
»Kann man nie vorsichtig genug sein, mit der Tradition«, pflichtete der Kleine Finn bei.
»Aye. Wenn man sie nicht beachtet, ist das nächste was passiert, dass das die anderen auch nicht tun, und ehe man’s sich versieht, hat man überall Dampfbäder und Zitronen und rote Kniestrümpfe und diese neuartigen Perücken mit Locken, die sie jetzt drüben…« Der Rote Finn ließ das Ende des Satzes in der Luft hängen, als er die befremdlichen Blicke der anderen auf sich spürte. »Fremde Sitten halt«, murmelte er, »Man hört ja von sowas…«
»Wenn das hier vorbei ist, Finn, müssen wir uns mal unterhalten.« knurrte der Schlanke Finn seinen betretenen Bruder an.
»Aye?«
»Aye!«

Der Fremde watete nach unten in die sumpfige Wiese und die Nebelbank hinein, bis er sich sicher war, dass man ihn vom Rücken des Hügels aus nicht sehen konnte.
Dann hielt er an, kämmte sich mit der Hand abermals die strähnigen Haare aus dem Gesicht und überlegte.
Welche Optionen standen ihm offen?

Er konnte einfach durch den Nebel davon marschieren.
Wobei er dann natürlich damit rechnen durfte, irgendwo herauszukommen, wo er noch weniger sein wollte, als dort, wo er jetzt gerade war.
Das hatten Nebel und sein unterentwickelter Orientierungssinn im Allgemeinen so an sich.

Er konnte dort bleiben, wo er war, und warten, bis sich die Nebel verzogen.
Allerdings würden die Hochländer bis dahin vermutlich die Geduld verlieren und er fände sich inmitten einer Horde von brüllenden, schwertschwingenden Rockträgern wieder, die sich nach ihm unverständlichen Erkennungsmerkmalen die Schädel einschlugen.
Und er fürchtete insgeheim, dass auch für die fraglichen Einheimischen die Unterscheidungsmerkmale so subtil waren, dass sie auf einem Schlachtfeld lieber auf Nummer sicher gehen und das Einzige angreifen würden, was nicht nach engem Verwandten aussah.
Also ihn.

Er konnte zurückgehen, und Padral und seinen Leuten erklären, wer er wirklich war.
Was vermutlich jedoch rein gar nichts an ihren Forderungen ändern würde.
Leute wie Padral waren so.
Sie ließen sich von kleineren Unannehmlichkeiten, wie zum Beispiel Irrtümern oder dem Willen und den Wünschen anderer Leute, nicht in ihren Entscheidungen beeinflussen.
Und Verstand in die Köpfe von Hochländern zu prügeln – nicht, dass er ihnen nicht gewachsen wäre. Aber vermutlich würde er sie dann umbringen müssen. Denn diesen Menschenschlag mit Gewalt zu etwas zwingen zu wollen, war in etwa eine so aussichtsreiche Idee, wie einen Stein zu schlagen, damit er laufen lernt.

Er konnte auch auf die andere Seite des Schlachtfeldes gehen, und versuchen, mit dem dortigen König… Nein.
Das war vermutlich auch keine Option.
Hochländer blieb Hochländer.
Und wenn er Pech hätte, würden sie ihn auch gleich noch zum Champion ernennen, und dann würde er gegen sich selbst antreten müssen.

Blieb noch…
»Hallo? Irgendwer da?« Eine gedämpfte Stimme drang durch die wattigen Nebelschwaden links von ihm. Sie klang vorsichtig und nicht unbedingt herausfordernd. Er konnte sich im Moment wesentlich schlimmere Stimmen vorstellen.
»Hm«, meinte er unbestimmt und lauschte. Die leise saugenden Geräusche von Stiefeln in sumpfigem Boden hielten inne.
»Was ‘Hm.’? War das ein Ja-Hm, oder ein Nein-Hm?«
»Hm.« Wer immer da ging, seine Logik war wohl etwas angeknackst. Der Fremde lockerte sicherheitshalber sein Schwert in der Scheide und horchte. Der andere dort im Nebel schien das gleiche zu tun, denn einen Augenblick war ein Nichts von der Sorte zu hören, die nur dann auftritt, wenn Leute herumstehen und angestrengt lauschen.
»Hm«, antwortete die andere Stimme wieder und der Fremde versuchte, mit den Augen den haferschleimdicken Nebel zu durchdringen, »Freund oder Feind?«
Der Fremde grübelte. »Freund?« schlug er schließlich vorsichtig vor. Er verlagerte das Gewicht auf den seiner Stiefel, der nicht bereits bis zum Knöchel eingesunken war.
Der Boden schmatzte missmutig.
»Oh.«
Pause.
»Wirklich?«
Pause.
Pause.
»Von wem?«
Was war gleich die Option? »Hm. Wirklich. Von jedem, der in den nächsten Minuten nicht versucht, mir den Schädel einzuschlagen.«
Pause.
Dann ein gedämpftes Schmatzen, das den Schluss nahelegte, dass auch jemand anderes das Gewicht verlagern musste, um einigermassen an der Oberfläche der Wiese zu bleiben. Die Situation begann, ihm auf die Nerven zu gehen.
»Klingt vernünftig.«
Pause.
Dann: »Auch ‘Fremder Hexer’?«
Die Betonung ließ ihn aufhorchen. »Auch?«
»Yep. Hab’ gehört, die da drüben hätten sich auch einen Fremden Hexer besorgt.«
»Die da drüben?« rutschte es dem Fremden heraus. ‘Und: wo drüben?’, setzte er in Gedanken hinzu.
Pause.
»Ok. Kann ich für den Moment annehmen, dass ich mit jemandem von wenigstens rudimentärer Vernunft spreche? Dann würde ich gern von Angesicht zu Angesicht weiterreden.«
Pause.
»Eine interessante Annahme. Ihr seid nicht zufällig auch kein Einheimischer?« erkundigte sich der Fremde vorsichtig.
Nachdenkliche Pause.
»Nein. Ich komm’ jetzt rüber. Also keine faulen Tricks.«
»Ok. Wenn Ihr selbst keine faulen Tricks beabsichtigt.«
Der Fremde zog seine Waffe und ließ die Klinge aufflammen.
»Ich habe hier ein geführtes Schwert. Und ich werde mich nicht scheuen, es zu benutzen.«
Pause.
»Klingt fair.«

Saugende Geräusche kündigten an, dass sich der Unbekannte näherte. Der Fremde versuchte, mit seinen Blicken die Nebel zu durchdringen. Einen Moment später zeichneten sich die schemenhaften Umrisse eines Mannes im unwirklichen Weiß ab. Er führte einen Stab, der von magischem Leuchten umgeben war.
Der Mann blieb stehen und musterte ihn. »So, da seid Ihr.« stellte er fest.
»Hm. Und jetzt?« entgegnete der Fremde und erwiderte die Musterung. Der andere war recht groß, rothaarig, jedoch im Gegensatz zu den Einheimischen eher knochig gebaut und trug Hosen, was ihn ganz klar von den Hochländern abhob.
»Ich denke, man erwartet jetzt von uns, dass wir uns ehrenvoll gegenseitig niedermachen.«
»Hm. Ich bin momentan allergisch gegen gegenseitiges Niedermachen, ehrenvoll oder nicht.«
»Sehr sympatische Einstellung«, nickte der andere,
»Andere Vorschläge?«
»Reden?«
»Klingt vernünftig.« Sein Gegenüber nickte und streckte, nach einem kurzen Zögern, die Hand aus. »Mein Name ist Troum. Pendius Troum.«
Der Fremde nahm die Hand. »Khas.«
»Khas wie?«
»Nur Khas. Kam bisher nie dazu, mir einen weiteren Namen zuzulegen.«
»Hmhm.« Pendius nickte. Aus dieser Nähe konnte der Fremde mit Namen Khas erkennen, dass der andere definitiv
unpassend für diese Gegend gekleidet war. Schwarze Seidenkleidung war mit Sicherheit etwas, was man hierzulande
nicht oft fand. So etwas schrie hier geradezu nach einer Lungenentzündung.
»Ihr seid also auch angeheuert, um wegen irgendeiner seltsamen Prophezeiung den fremden Hexer zu machen und den Sieg in dieser Schlacht zu erringen?«
»So in der Art.« Khas nickte seinerseits. »Man scheint hier viel Wert auf solche Vorhersagen zu legen.«
»Yep. Etwa soviel wie auf ehrenvolles Sterben. Dumm nur, dass ich diese Einstellung nicht teile.«
»Ah. Hm. Ihr habt also vor, Euren Chef zum König zu machen? Ohne Kampf?«
»Nein. Nicht direkt. Damit rechnet von den Jungs da wohl ohnehin keiner.« Pendius wedelte mit der Hand unbestimmt in den Nebel hinter sich. »Sie wollen diesen Kampf gewinnen. Oder zumindest so ähnlich.«

Khas wechselte das leise im Nebel zischende Flammenschwert in die andere Hand und fischte zwei zerknitterte Zigaretten aus einer Jackentasche. Eine bot er seinem Kontrahenten an, der sie mit einem Nicken annahm.
Sie entzündeten sie an der Klinge seiner Waffe und inhalierten tief. »So ähnlich?« erkundigte er sich dann.
»Yep. Dafür sorgen, dass Euer Chef nicht so leicht gewinnt und dabei ehrenvoll sterben. Hatt’ ich das nicht schon erwähnt?« Der Rothaarige grinste.
»Hm.« Khas grinste mit. »Und das können sie nicht ohne Euch auch?«
»Wenn’s nach mir ginge, würde ich ihnen viel Spaß dabei wünschen, mich möglichst weit von hier weg in eine zivilisiertere Gegend machen, um mich um meine eigenen Angelegenheiten zu kümmern. Dummerweise IST das meine Angelegenheit.«
»So? Inwiefern?«
»Erstens haben sie eine … Bekannte von mir als Geisel. Und zweitens gibt es da leider noch eine andere Prophezeiung. Und die betrifft direkt mich. Ich soll einen von ihnen zum König machen.«
»Liam Connor?«
»Nää. Einen MacFadh.«
Khas überlegte. »Hm. Sagt mir gar nichts. Wär’ er ein geeigneter Kandidat?«
Pendius grinste. »Geeignet wie in: ‘Geeignet, eine Horde rocktragender, sauflustiger Barbarenkrieger mit dem aufbrausenden Gemüt von vierzehnjährigen Dorfrüpeln zusammen- und bei Laune zu halten’? Kaum.«
Er bot Khas einen geöffneten Wasserbeutel an, dessen bloße Anwesenheit, die Ränder der Flammen des Schwertes blau flackern ließ. »Er ist fünfzehn. Sogar Liam Connor ist der Meinung, dass Padral Fingail der nächste geeignete Hochkönig ist. Er soll es verdient haben. Heldentaten und so.«
Khas nahm einen Schluck Hochprozentigen aus dem Beutel, blinzelte sich die Tränen aus den Augen und brummte: »So. Und warum wollen sie dann noch kämpfen?«
»Ehre. Liam ist König. Er kann sich wohl nicht einfach so unterwerfen.«
»Ah. Also lieber ein paar seiner Leute ehrenvoll auf dem Schlachtfeld verlieren.«
»Yep.«
»Und was hat das mit Euch zu tun? Wie wollt Ihr diesen MacDingens dann zum König machen?«
Pendius zuckte mit den Schultern und nahm einen tiefen Zug von seiner Zigarette. »Wenn ich diesen Kampf gewinne, kann ich Forderungen stellen. Schreibt ihnen die Tradition vor. Den Rest überleg ich mir, wenn’s soweit ist.«
»Hm. Klar. Und deshalb müsst Ihr gegen mich gewinnen.«
»Das war zumindest der Plan, ja.«
»Hm. Das heisst also, die Seite mit dem siegreichen Hexer stellt den König, richtig? Nur dass Eure Seite keinen geeigneten König hat, Ihr aber gewinnen müsst. Mit Prophezeiungen soll man nicht scherzen. Das ist eine der wenigen Sachen, die sie hier wirklich beherrschen.«

Beide Männer versanken in nachdenkliches Schweigen und einen weiteren Zentimeter in der sumpfigen Wiese.
Tonlos wallten die Nebel um sie herum.
»Und meine Seite kann ohnehin, nach der Prophezeiung, nicht gewinnen«, setzte Khas schließlich hinzu.
Pendius sah ihn fragend an.
»Die Seite mit dem Hexer gewinnt.« Khas zuckte mit den Achseln und ließ sein Schwert erlöschen, um es einzustecken. »Und ich bin keiner.«
»Nicht?« Erstaunen hielt auf dem Gesicht des Rothaarigen Einzug. »Warum haben sie Euch dann geschickt?«
»Sie haben sich nicht die Mühe gemacht, zu fragen. Ich war der erste Fremde, den sie betrunken in einer Taverne einsammeln konnten. Und der Trick mit dem Schwert reichte ihnen wohl komplett aus.«
»Hm.«, Pendius seufzte. »Schöner Scheiß. Ich bin der einzige Hexer hier, eure Seite hat den einzigen brauchbaren König, und dann haben wir noch einen Fünfzehnjährigen mit einer Prophezeiung, der mir am… um den ich mich kümmern muss. Vorschläge?«
Khas strich sich eine klamme Haarsträhne aus dem Gesicht und runzelte die Stirn. »Wie wäre es…«
»Hm?«
»Ich denke noch. Wie wäre es… Was spräche eigentlich gegen… hm. Also: Ihr scheint mir ein ziemlich vernünftiger Mensch zu sein. Etwas, was man hier draußen scheinbar nicht allzu oft trifft. Ich bin also durchaus geneigt, mit Euch zusammenzuarbeiten. Ich meine, Ihr wollt hier weg, ich will hier weg…«
»Schön. und habt Ihr auch eine Idee, wie sich das anstellen ließe?«
»Hm. Hat irgendwer festgelegt, wieviele Seiten es in dieser Schlacht geben darf?«
»Wieviele Seiten? Reichen zwei nicht normalerweise aus?«
»Normalerweise. Aber heute?«
»Oh. Und was schlagt Ihr vor? Dass irgendjemand noch eine weitere aufmacht? Und wer, bittesch…« Pendius verstummte, als er das Grinsen im Gesicht des anderen sah.
»Ich?«
»Wir«, korrigierte Khas, »Ich hab’ schon immer am liebsten auf meiner eigenen Seite gespielt.«
»Und wie wollt Ihr das gewinnen? Beide Seiten haben Dutzende von Kriegern und eine Handvoll Magiekundige. Druiden. Da haben wir wohl kaum eine realistische Chance.«
»Vielleicht doch. Die Seite mit dem Hexer gewinnt. Schon vergessen?«
»Ach. Und wie?«
»Ganz einfach. Wenn diese Leute hier eines noch lieber machen als trinken und Krieg führen, dann ist es spielen.«
»Spielen?« Pendius sah nicht sonderlich begeistert aus.
»Was denn?«
»Ball.«
»Bitte? Ball spielen?«
»Ja. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es hier ein Ballspiel. Badrag. Und das wird mit drei Mannschaften gespielt. Wir schlagen ihnen ein Ballspiel vor und wer gewinnt, bestimmt den Ausgang der Schlacht.«
»Und Ihr kennt die Regeln?« der Rothaarige wirkte nicht gerade überzeugt.
»Hm. Nicht genau«, gab Khas zu, »Aber soweit ich mich erinnere, ging es darum, einen Ball zu seinem eigenen Tor zu bringen. Ansonsten war einfach so ziemlich alles erlaubt, außer den Gegner zu töten.«
»Oh. Na toll.«
»Keine Angst. Ein Gott wird uns gewogen sein.«
»Götter? Und die verstehen was von Ballspielen?«
»Nicht mehr als ich, vermute ich.« Khas hob die Schultern.
Pendius schnaubte verächtlich. »Bleibt mir bloß weg mit denen. Ich kann Götter nicht ausstehen!«
Khas bedachte ihn mit einem seltsamen Blick. »Alle Götter?« Dann grinste er plötzlich.
»Hm. Wann kam schon mal was Gutes von Göttern?«
»Gefährliche Einstellung.«
Pendius zuckte mit den Schultern. »Ich lebe noch.«
»Scheint so. Also: Fällt Euch was Besseres ein?«
»Nein«, gab Pendius zu und seufzte, »Einen Versuch ist es wert, schätze ich.«
»Also gut. Dann werden wir ihnen erzählen, dass die anderen ein Badrag-Spiel vorgeschlagen haben. Und wenn sie zustimmen, bilden wir die dritte Mannschaft.«
Pendius seufzte abermals und massierte sich mit Daumen und Mittelfinger die Nasenwurzel. Er schien unter einem
Migräneanfall zu leiden. »Ich möchte mal anmerken, dass ich schon wesentlich bessere Pläne gehört hab’. Nur leider
im Moment nicht.«
Khas grinste und gab ihm seinen Lederbeutel zurück.
»Abgemacht?«
»Abgemacht. Versuchen wir’s.« Der Rothaarige nickte und verschwand mit schmatzendem Schritt im Nebel.

(…)

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