Verwendung für Comic Sans!

Vor einigen Tagen habe ich über die schwierige Verwendung der Schriftart Comic Sans geschrieben.

Jetzt berichtet das Magazin Titanic von einer wirklich passenden alternativen Verwendung für einen hochoffiziellen Zweck. Ja, da kann ich mich nur anschließen. Hier „macht das Sinn“:

Armutsbericht reloaded

Bundeswirtschaftsminister Glos hat zentrale Passagen des Armuts- und Reichtumsberichts ändern lassen. Begründung: Der Bericht „erklärt zu wenig offensiv die Errungenschaften des Sozialstaats und zeichnet ein zu düsteres Bild der sozialen Realität“ (FTD). Der überarbeitete Armutsbericht heißt jetzt nur noch „Reichtumsbericht“ und ist nun wesentlich heller, freundlicher, stimmungsvoller; er ist nun in der Schriftart „Comic Sans Serif“ gehalten und auf Geschenkpapier (mit Clownsmuster) gedruckt. Weil nackte Zahlen „immer so nackt“ (Glos) aussehen, wurden sie durch onkelhafte Ratschläge („alles halb so wild“, „wird schon schiefgehen“, „Hals- und Beinbruch“) ersetzt bzw. gleich geschwärzt, „aber nicht mit Schwarz, wir wollen ja nicht als Schwarzseher dastehen“, sondern mit lila Nagellack. Auch das Vokabular ist wärmer, weihnachtlicher: Das unschöne „arm“ wurde ersetzt durch „finanziell chancenstark“, „abgehängtes Prekariat“ durch „nicht aus der Ruhe zu bringende Lebenskünstler“ und „systemimmanente Arbeitslosigkeit“ durch „Sonnenschein“.

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