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[REC]

Wenn man sich um 23:15 Uhr in ein Kino bewegt, um einen Horrorfilm zu schauen, muss man sich nicht wundern, dass Eingangshalle und Popcorntheke von einer Horde biertrinkender, pickeliger Teenagermutanten belagert wird. Ideale Einstimmung auf [REC], dem spanischen Remake eines eher mäßigen amerikanischen Splatterfilms der im Laufe dieses Jahres erst noch in die Kinos kommen wird (ich habs auch nicht verstanden). Dann der erste Schock-Moment: Der Kinosaal selbst war, uns eingeschlossen, ausnahmslos besetzt mit Pärchen. Sind wir am Ende im falschen Film gelandet? Die reinste Horrorvorstellung: Bilder von romantischen Liebeskomödien liefern vor meinem inneren Auge vorbei und kurzfristig brach mir der kalte Angstschweiß aus. Glücklicherweise stellten sich meine Befürchtungen als unbegründet heraus und als [REC] begann, konnte ich mich entspannt zurücklehnen. Lediglich die Frage, wohin die pickeligen Teenagermutanten verschwunden sind, beschäftigte mich noch eine Zeit lang. Der einzige Film, der zu dieser Zeit noch lief, war Sex in the City – na denn viel Spaß, Mädels.

Die Story ist kurz erzählt: Eine hibbelige Reporterin und ihr Kameramann mit beinahe ebenso hibbeliger Handkamera begleiten eine Feuerwehreinheit beim nächtlichen Einsatz. Eine alte Dame hat einen Notruf gesendet. Am Ort des Geschehens angekommen ist sie bereits in ein blutrünstiges Monster verwandelt und das muntere Gemetzel kann beginnen. Die Gebissenen mutieren, wie es Tradition und Drehbuch verlangen, nach und nach selbst. Und zu allem Überfluss ordnet die Polizei eine komplette Abriegelung des Hauses an, so dass keiner der Protagonisten entkommen kann – in Anbetracht der schauspielerischen Leistungen eine durchaus verständliche Entscheidung.

Betrachtet wurde das muntere Zehn-Kleine-Mieterlein-Spielchen originellerweise durchweg aus der Sicht des wackeligen Objektivs. Die Chancen standen also gut, dass der Kameramann die Sache ziemlich lange überstehen würde – im Gegensatz zum Zuschauer, dem vor lauter Seekrankheit irgendwann das Popcorn wieder hochkam (was die grünen Gesichter des in der Kinovorschau gezeigten Testpublikums erklären könnte). War der Magen erst einmal leer, konnte man aber einen durchaus passablen Kinospaß genießen, währenddessen die Darsteller gnadenlos durch den Wald getrieben wurden, Rotz und Wasser auf das Objektiv heulten und einer nach dem anderen von der Hexe niedergemacht… äh, falscher Film. Nichtsdestotrotz irgendwie nett.

Fazit: Nicht viel Neues, nicht viel Innovatives, aber darum geht es in diesem Film ja auch nicht. 6,3 von 10 Punkten.

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