Wiedergänger
auch: Wandelnde Tote
Die wandelnden Toten sind ein Problem, das zuerst vor etwas über vier Jahrzehnten in Steamtown aufgetreten ist.
Bis heute sind sich die führenden Wissenschaftler und Ætheromanten über ihre Herkunft oder ursprüngliche Entstehung nicht einig.
Zahlreiche Theorien bestehen und haben Eingang in die Lehrbücher der Akademien und der königlichen Universität gefunden, doch eine abschließende Erklärung steht bislang aus. Es kann jedoch als gesichert betrachtet werden, dass wir es hier nicht, wie von Vertretern diverser religiöser Gruppierungen behauptet, mit einem göttlichen Strafgericht zu tun haben. Zu unregelmäßig sind die Muster des spontanen Auftretens.
Grundlegend lässt sich sagen, dass heute bei jedem Toten eine geringe Chance besteht, dass sein Körper als Wiedergänger aus dem Grabe aufsteht. Dieses Geschick mag nur einen aus über Hundert Verstorbenen betreffen und doch sind es so viele, dass man in den letzten Jahren mehr und mehr zu einer Feuerbestattung der Verstorbenen über gegangen ist.
Die meisten der wandelnden Toten sind wenig mehr als leere Hüllen, die ziellos durch die Gegend streifen. Gelegentlich hat es den Anschein, als seien sie auf der Suche nach etwas; meist jedoch überwiegt ihr animalischer Hunger nach dem Fleisch der Lebenden. Glücklicherweise wandeln die Toten nur eine begrenzte Zeit, bis ihre Körper weit genug der natürlichen Verwesung anheim gefallen sind, um sie abermals bewegungsunfähig und damit unschädlich zu machen.
Experimente haben jedoch ergeben, dass eine wohldosierte Zufuhr von hochenergetisiertem Plasma (=“Plasmierung”)sowohl den Verfall der toten Körper stoppt, als auch den Hunger der bedauernswerten Verstorbenen dämpft. Verschiedentlich wurde von Medien geäußert, dass es sich bei den meisten der Wiedergänger um von Geistern besessene Hüllen handele. Dafür konnte jedoch auf wissenschaftlicher Basis keinerlei Beweis erbracht werden. Zudem widerspricht das gelegentliche Auftauchen von sich selbst bewussten, mit noch begrenztem Willen und Intelligenz ausgestatteten Wiedergängern dieser esotherischen Theorie.
Ein halbes Jahrzehnt wurden öffentliche, streng methodische Versuche unternommen, auf diese Weise die wandelnden Toten durch kontinuierliche Plasmierung einer der Gesellschaft nützlichen Verwendung zuzuführen. Eine gesellschaftliche Akzeptanz der wandelnden Toten konnte jedoch zu keiner Zeit etabliert werden. Nach einigen höchst bedauerlichen Zwischenfällen kam die königliche Kommission schließlich zu dem Schluss, dass diese Versuche sowohl unrentabel als auch die öffentliche Sicherheit gefährdend seien, woraufhin das Programm eingestellt wurde.
Seitdem ist es per ministerialem Dekret untersagt, weitere sogenannte “Plasmierte Wiedergänger” (im Volksmund auch: Plasma-Zombies). herzustellen.Bis auf wenige Ausnahmen gelten Wiedergänger als hygienisch höchst bedenklich und überdies nicht mit Sicherheit kontrollierbar. Sofern nicht offiziell registriert und mit Sondererlaubnis versehen, unterliegen diese unseligen Kreaturen der Meldepflicht im Sinne der Bestimmungen zur öffentlichen Sicherheit sowie der Seuchenschutzgesetze und einer daraus abzuleitenden Eliminierungsauflage.

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