Order viagra buy viagra online no prescription canada

Archiv für August 24th, 2009

24
Aug

Kapitel 6-02

   Posted by: Tom    in Kapitel 6

“Das denke ich allerdings auch”, bestätigte der in eine makellos karmesinrote Uniform gekleidete Wachmann und nickte seinem massigen Kollegen zu. Er überflog das Blatt, das ihm jener gereicht hatte, noch ein zweites Mal und faltete es dann sorgsam zusammen.
“Also hören Sie mal!” fuhr Cummins auf. Sofort richteten drei weitere Wachleute ihre Waffen auf ihn. Der Sergeant der Seuchenkontrollbehörde schluckte eine scharfe Bemerkung hinunter und setzte sich schleunigst wieder hin. “Hören Sie mal, Mister. Sie haben unsere Dienstmarken und unsere Ausweisdokumente. Sie können gern bei unserer Dienstaufsicht Beschwerde einlegen, aber sie haben kein Recht, uns hier noch länger festzuhalten.”

Der dünne Wachmann durchstöberte gelangweilt die vor ihm auf dem Tisch verstreuten Dokumente und musterte ihn dann mit kühlem Blick. “Mr. James Curtis Cummins - falls das Ihr richtiger Name sein sollte - wir haben im Moment jedes Recht. Sie wurden auf dem Privatbesitz der Steamtown Power Transmission Ltd. aufgegriffen, welches Sie widerrechtlich, bewaffnet und ohne vorherige Kontaktierung betreten haben. Selbstverständlich werden Sie sofort auf freien Fuß gesetzt, sobald Ihre Identität bestätigt sein sollte. Bis zu diesem Zeitpunkt sind wir berechtigt, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um das durch uns betreute Objekt gegen Ihr Eindringen zu sichern. Was einschließt, Sie in Gewahrsam zu nehmen und zu geeigneter Zeit den Behörden zu überstellen.”
“Es war keinesfalls ersichtlich, dass es sich um privates Firmengelände handelt”, knurrte Coler.
“Tatsächlich? Sie haben eine verschlossene Tür durchbrochen. Sie hätten also durchaus annehmen können, dass es einen Grund gibt, warum dieser Durchgang verschlossen war.”
“Eine Tür, die dort nicht hätte sein dürfen”, sagte Cummins.

Mit einer nachlässigen Handbewegung wischte der Dünne den Einwand beiseite und strich seinen bleistiftdünnen Oberlippenbart mit dem Daumen glatt. “Nichtsdestotrotz war sie verschlossen und markierte die Grenze zu Privatgelände.”
“Einige Hundert toter Quexer sind aber auch ein interessanter Grund, eine Tür verschlossen zu halten”, sagte Mr. Ferret leise vor sich hin. Er saß hinter Cummins und Eric auf einer harten Holzbank an die Wand gelehnt. Rechts und links von ihm hatte man den Rest der Lederhäute, sowie Whiggs platziert. Während seine Begleiter handelsübliche Handschellen trugen, hatte man seine Arme mit massiven Stahlschellen fixiert, deren kurze, am Boden befestigte Kette es ihm nicht erlaubte aufzustehen.
Der massige Wachmann warf ihm einen abfälligen Blick zu. “Wenigstens haben sie den Anstand und laufen nicht auf unserem Verladehof herum, wie gewisse andere Kadaver.”

“Agent Ferret hat durchaus recht”, warf Cummins ein und betonte dabei den Status des Widergängers besonders, “Vor allem sind jedoch einige hundert Leichen hier unten ein triftiger Grund für uns als Einsatztrupp der Seuchenkontrollbehörde, sofort einzugreifen. Das nennt sich ‘Gefahr im Verzug’ und gibt uns jedes Recht auch auf Privatbesitz zu agieren – wie Sie sehr wohl wissen, junger Mann, wenn Sie ihre Hausaufgaben gemacht haben.”
“Und wennse wollen, dass wir fragen, dann beschriften se Ihre Scheiß-Türen gefälligst”, knurrte Samson durch zusammengebissene Zähne. Sein rechtes Auge war zu geschwollen, da er sich geweigert hatte, sich Handschellen anlegen zu lassen. Nicht, dass es ihm genutzt hätte.

Der Wortführer der Wachmannschaft würdigte ihn keines Blickes. Stattdessen strich er abermals nachdenklich über seinen Oberlippenbart und vertiefte sich in Erics Papiere. “Die Seuchenkontrollbehörde wäre zu angemessener Zeit informiert worden, Sir. Im Moment liegt hier nichts vor, das der Werkschutz der SPC nicht selbst handhaben könnte. Ihr Eindringen kann also nach wie vor als unberechtigt betrachtet werden. Wir werden…”
Eric lehnte sich vor und stützte die gefesselten Hände auf dem Tisch ab. “Wenn ich es recht verstanden habe, Sir, dann handelt es sich bei diesem Bahnhof um kein genehmigtes Bauwerk, bei den toten Quexern um das Ergebnis einer nicht gerechtfertigten Säuberungsaktion, bei der von uns verfolgten Leitung handelt es sich um eine nicht registrierte Installation - und nebenbei ist besagte Tür ein nicht berechtigter Durchgang, der vom Privatgelände Ihres Arbeitgebers auf öffentlichen Grund und Boden führt. Dieser Tunnel sollte, wie mich Mr. Cummins hier informiert hat, verschlossen und unzugänglich sein. Wenn Sie die verdammten Quexer von Ihrem Firmengrund hätten fern halten wollen, dann hätten sie diesen Tunnel besser zugemauert gelassen, Sir.” Sein Tonfall war noch um einige Grad kühler als der des Wachmannes und veranlasste diesen, endlich aufzublicken.

“Mister Van Valen”, sagte er, “Ich sehe keinen Grund, warum ich die Baugenehmigungslage unserer Firma in diesem oder jedem anderen Punkt mit Ihnen diskutieren sollte. Gerade mit Ihnen nicht. Soweit ich informiert bin, befinden Sie sich hier als Privatperson und können damit nicht darauf hoffen, sich auf Ihre Behörde berufen zu können. Das macht zumindest Sie, und Ihre Begleiter, Einheit” er konsultierte abermals die Papiere vor ihm, “682-423877-32-06 und die junge Dame, die sich außerstande sieht, sich auszuweisen, zu Straftätern im Sinne des Gesetzes, die auf jeden Fall zur Verantwortung gezogen werden. An Ihrer Stelle wäre ich also ganz ruhig, um meine Lage nicht noch zu verschlimmern.”
“Ich zeig dem gleich, wie sich seine Lage verschlimmert”, grollte Bruggs, doch Coler legte ihm eine Hand auf den Arm und nickte zu den drei Bewaffneten.
“Haben Sie eigentlich die Papiere gelesen, Sie arroganter Schwachkopf?” polterte Cummins, “Mister Van Valen ist offizieller Agent des Stadtsekretariats für Innere Angelegenheiten und mit der Aufklärung von einigen heiklen Mordfällen betraut. Deren Spuren uns direkt hierher geführt haben.”

Der Schnurrbärtige lächelte Eric ölig an. “WAR betraut”, stellte er richtig. “Mister Van Valen ist zur Zeit mit überhaupt keinem Fall betraut, sondern im Gegenteil derzeit wegen Insubordination suspendiert, wie man uns soeben mitteilte. Hier, überzeugen Sie sich selbst, Mr. Cummins.”
Er entfaltete nochmals den Bogen Papier, den er soeben erhalten hatte, und schob ihn über den Tisch.
Der Sergeant der Lederhäute warf einen Blick auf das Dokument, das vom schlichten Briefkopf des Staatssekretariats gekrönt wurde. Dann wandte er Eric einen fragenden Blick zu. “Ist das wahr, Sir?”

Eric starrte einen Moment vor sich hin und seine Kiefer mahlten. Dann seufzte er und sah Cummins an. “Rein faktisch ist das korrekt, Sir. Offiziell gilt der Fall als geklärt und der Täter als gefunden und unschädlich gemacht. Sie wissen jedoch ebenso gut wie der Inspector und ich, dass wir es hier unmöglich mit einem Einzeltäter zu tun haben, Mr. Cummins.”
“Das ist Ihre Interpretation, Van Valen”, sagte der dünne Wachmann. “Wie Sie ja selbst sagen, Sie haben kein Recht, hier zu ermitteln und…”
“Mein Gewissen und meine Auffassung vom Dienst sagen mir jedoch, dass es sich hier um einen Irrtum handeln muss und ich bin deshalb verpflichtet, trotzdem weiter zu ermitteln.”
Der rundliche Sergeant der Lederhäute seufzte und schüttelte den Kopf. “Das hätten Sie mir ruhig sagen können, Sir. Ich fürchte, dann haben Sie jetzt wirklich ein Problem.”

Der Schnurrbart grinste schmierig, als sich hinter ihm die Tür öffnete.
Zwei weitere Uniformierte betraten das Büro, gefolgt von einem hoch gewachsenen Mann, der sich mit einem leichten Ausdruck von Abscheu in dem spartanischen Raum umsah. Er trug einen dunklen, exquisit geschnittenen Anzug, an dessen akkurat gebundener Krawatte eine silberne Nadel prangte. Das Emblem darauf war das selbe, wie jenes auf den Uniformen der Wachleute. Dies jedoch war das einzige Zeichen dafür, dass es sich auch bei ihm um einen Angestellten der Steamtown Power Transmission Ltd. handelte. Seine gesamte, sonstige Erscheinung hätte weit eher auf eine formale Abendgesellschaft der oberen Zehntausend Steamtowns gepasst, als in diesen eher funktionalen Wachraum in einem Seitentrakt einer Industrieanlage. Seiner Miene nach zu schließen empfand er es ziemlich genau so.
Schließlich blieb sein Blick an Eric hängen. “Mr. Van Valen, nehme ich an? Folgen Sie mir.” Er winkte seinen beiden Begleitern, die daraufhin Eric wortlos flankierten.
“Aber, Sir, ich bin gerade dabei, diese…” setzte der Schnurrbart zu einem Protest an, doch ein Blick des Anzugträgers ließ ihn verstummen.
“Ich kann mich nicht erinnern, Sie um Ihre Meinung gebeten zu haben, Krever. Oder irgend jemanden sonst hier”, fügte er hinzu, als Cummins seinen Mund zum Protest öffnete. “Also halten Sie den Rand und machen Sie Ihren Job. Worin immer der bestehen mag”, sagte der Anzugträger kalt. “Van Valen.” Er wandte sich, ohne auch nur irgend jemanden sonst eines Blickes zu würdigen. um und verließ den Raum. Eric, eingeklemmt zwischen den beiden Wachleuten, blieb nichts anderes, als ihm zu folgen.

Tags: , , , , , , ,