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Nur wenige Schritte später sah Eric im grünlichen Schein der Laternen einen vom Schlamm unzähliger unterirdischer Fluten verkrusteten Torbogen auftauchen.
Vorsichtig stiegen sie über eine kurze Treppe hinab. Die Reste einer verrosteten Eisentür lagen hier, schon viel zu lange der steten Feuchtigkeit der Tunnel ausgesetzt. Unter ihren Stiefeln brachen große, braunrote Flocken aus dem zerfressenen Blech.
Stumm tasteten sie sich in die dahinter liegende Dunkelheit, während sich in den schmalen Lichtkegeln ihrer Lampen nach und nach eine wahrhaft phantastische Szenerie des Verfalls auftat: Filigrane Plasmalaternen, welche längst weder Glas noch Plasma aufwiesen und die über und über mit dem Schlamm vergangener Fluten verschmiert waren. Ein seltsam warmer Wind schlug ihnen aus der Finsternis entgegen und trug einen unmissverständlichen Geruch von Fäulnis, Brackwasser und Raubtier mit sich.

Argwöhnisch musterte Eric die im grünen Licht der Lampen dunklen Schlieren, Streifen und Handabdrücke, die die blinden Kacheln links und rechts des Torbogens bis fast zur Decke in bizarren Mustern überzogen.
Er brachte seinen Mund dicht an Cummins Ohr: “Ist das Blut…?”
Der Sergeant musterte die Wand. “Scheiße”, flüsterte er dann eben so leise zurück.
“Das ist Quexer-Scheiße. Diese Bastarde markieren ihr Revier damit. Fassen Sie hier besser nichts an, Sir.”
“Oh”, vorsichtig rückte Eric ein Stück von der Wand ab und sah sich um.
Der Raum hinter dem Torbogen war groß. So groß, dass die Lichtfinger kaum erfassen konnten, dass sie sich in einem weiten, lang gestreckten Saal befanden, dessen Deckenkuppel sich über ihnen im Dunkel verlor. Hoch über ihren Köpfen hingen schief und verdreckt die Reste eines gewaltigen Kristallleuchters, von denen lange, wie Seetang anmutende Fetzen von Unrat herab hingen.
Die Flächen zwischen den stählernen Rippen des Deckengewölbes waren einst wohl mit Spiegeln ausgekleidet gewesen. Die meisten waren allerdings inzwischen erblindet und gesprungen oder bedeckten als glitzernde Scherben den marmornen Boden. Eric hatte das vage Gefühl, einen zerstörten, vergessenen Himmel betreten zu haben.

Quälend langsam tasteten sie sich in die große Halle von Fools Court vor, die Waffen im Anschlag. Eric fühlte, wie sich der Schweiß auf seinem Rücken sammelte und über seine klammen Hände kroch.
Die Wand zu ihrer Rechten war mit aus zerbröckelndem Gips modellierten Säulen verziert, zwischen denen sich riesige Mosaike aus vermutlich farbigen, glasierten Kacheln befanden. Der junge Agent musterte eines von ihnen genauer. Es stellte eine von sanften, bewaldeten Hügeln überragte Landschaft dar, die von einem Fluss durchzogen wurde. An dessen Ufern standen die charakteristischen Gebäude großer Sägemühlen. Die Szenerie war unwirklich, beinahe wie das Gemälde in der Grabkammer auf einer archäologischen Expedition, wäre da nicht der Abfall gewesen, der sich am Fuß der Wand türmte. Im oberen Drittel der Wand war mit goldenen Lettern der Name “Lestor” eingelassen und plötzlich verstand Eric.
Die Lestors gehörten zu den reichsten Familien Steamtowns. Sie hatten ihr gigantisches Vermögen mit dem Bauholz für die rasant wachsende Stadt und ihre Flotte begründet. In den benachbarten Nischen entdeckte er nacheinander die Namen Willingsworth, Van Hurst, Barnsleigh, DeGuin und andere. Jeder einzelne von ihnen zierte ein weiteres Mosaik, das davon berichtete, wie die Reichsten der Reichen der Metropole zu ihrem Wohlstand gekommen waren. Eric verzog angewidert das Gesicht.

Ein eisernes Gitter tauchte im Schein der Lampen auf, dieses noch intakt und in seinen Scharnieren hängend. Schmutz und Klauenspuren am oberen Rand belegten, dass sich die Quexer nicht davon hatten aufhalten lassen und einfach darüber hinweg geklettert waren. Über dem Gittertor prangte in abblätternden Buchstaben der Schriftzug “Sampton Market, Aufgang Nord”. Direkt daneben wies ein Schild mit der Aufschrift “ZUM HOTEL” in einen kurzen Korridor mit zwei reich verzierten Fahrstühlen. Ein schimmliges Sofa lehnte sich müde an eine Wand und fauliges Rosshaar und rostige Federn quollen aus seiner Polsterung. Die von Grünspan überzogenen Messingtüren einer zerstörten Kabine standen weit offen und an ihrem Boden kringelten sich, metallenen Schlangen gleich, die gerissenen Aufzugskabel. Eine ebenfalls verschimmelte, von Würmern zerlöcherte Mahagonitafel trug die Aufschrift “Fahrplan”, ohne jedoch Zeiten oder Zielorte anzugeben. Was der junge Agent seltsam passend fand.

Stumm schritten sie weiter die langgezogene Halle hinab, stets darauf gefasst, sich von einem zum nächsten Moment kreischenden, blökenden und geifernden Horden der amphibischen Monster gegenüber zu sehen, in deren Reich sie eingedrungen waren. Doch die tiefe Stille wurde nur vom leisen Geräusch tropfenden Wassers unterbrochen, das an mehreren Stellen durch die Decke sickerte. Keiner der Lampenstrahlen traf auf ein lebendes Wesen und auch Mr. Ferret schüttelte auf Erics fragenden Blick hin nur den Kopf.
Dennoch wurde der brackige Gestank immer stärker.

Schließlich hob Cummins die Hand und signalisierte Halt.

Auf ihre fragenden Blicke hin deutete er auf das Plasmarohr, das bisher über ihren Köpfen an der Wand entlang gelaufen war und achtlos alle Mosaike zerschnitten hatte. An dieser Stelle jedoch verließ es die Wand und folgte einem der schmalen Eisenträger der Deckenkonstruktion hinaus in die Mitte der Halle.
Auf ein Nicken Erics hin änderten sie ihre Richtung und bewegten sich hinaus in den freien Raum.
Nach nur wenigen Metern erfassten die Kegel ihrer Lampen eine spiegelnde Fläche. Es dauerte einen Moment, bis Eric klar wurde, dass nicht der Boden der Halle verspiegelt war, sondern eine Wasserfläche vor ihnen lag, die sich unbewegt in die Dunkelheit erstreckte. Ein fischiger, fauliger Gestank stieg von ihr auf.
Stirnrunzelnd musterte der junge Mann die scharfe Kante, die die marmornen Bodenfliesen von dem stummen See trennte. “Der Bahnsteig”, flüsterte Whiggs mit ehrfürchtiger Stimme neben ihm. “Dort unten müssen die Gleise liegen.”
Eric nickte ehrfürchtig. Whiggs hatte recht. Sie standen hier an der Stelle, an der die Gleise zur Arminton Station hätten verlaufen sollen. Hier hätten Züge halten sollen, die jedoch nie gekommen waren.
“Ich frage mich, wo die Quexer geblieben sind”, murmelte er.
“Kann ich Ihnen sagen, Sir”, entgegnete Mr. Ferret dicht an seiner linken Schulter. Eric zuckte zusammen. Dann folgte sein Blick dem ausgestreckten Finger des Wiedergängers und er glaubte, einen unförmigen Schatten zu erkennen, der einige Meter entfernt von ihnen auf dem Bahnsteig lag.

Die Tunnler leuchteten angespannt in diese Richtung und im Schein der Laternen erkannten sie, dass Mr. Ferret recht hatte: Am Rande des Wassers lag der Leichnam eines der grotesk verwachsenen Amphibienwesen. Mehrere tiefe, klaffende Schnitte ließen keinen Zweifel daran, wie es zu Tode gekommen war.
“Wir sind bereits an mehr als einem Dutzend vorbei gekommen”, sagte Mr. Ferret leise und trat an den aufgeblähten Kadaver, um ihn eingehender zu mustern. “Seit mindestens drei oder vier Tagen tot”, stellte er fest. “Scheint so, als hätten sich nicht mal die Ratten hier her getraut.”
Coler zog scharf die Luft ein. “Das gefällt mir nicht, Chef”, flüsterte er. “Wir sollten machen, dass wir hier weg kommen. Diese Scheißviecher haben normalerweise vor nichts Angst.”
Cummins nickte düster. “In Ordnung, verschwinden wir hier.”
„Das Rohr führt dort drüben weiter, Sir.“ Bruggs trat aus der Dunkelheit hinzu und deutete über den See hinweg auf die andere Seite der Höhle.
Der Lederhaut-Sergeant schaute stirnrunzelnd auf die undurchdringliche schwarze Wasserfläche. „Gibt es einen Weg hinüber?“
„Samson meint, dass da vorn ein etwas erhöhter Fußweg ist. So einer wie in der Main-Station, den die Gleisarbeiter nehmen, um schneller zu den verschiedenen Bahnsteigen zu gelangen.“
„Keine Fußgängerbrücken?“
„Nein, Sir. Sind alle verrottet und zusammengebrochen.“
Cummins nickte. „Dann der Fußweg“, entschied er. „Hoffen wir, dass der uns nicht direkt auf den Präsentierteller führt.“

Einer nach dem anderen stiegen sie vorsichtig den Bahnsteig hinunter, in das dunkle Wasser.
Es war etwa hüfttief. Überrascht stellten sie fest, dass es sogar eine angenehme Temperatur hatte, beinahe schon zu warm für ihre dicken Stiefel und Jacken. Nachdem Samson wie immer den Weg erkundet hatte, folgten sie ihm, langsam und aufmerksam in die Dunkelheit spähend, auf dem schmalen Pfad über die Gleise.

Sie waren etwa bis zur Hälfte gelangt, als sie plötzlich ein lautes Platschen vernahmen. Erschrocken blieben sie stehen und leuchteten mit ihren Lampen in die Richtung aus der das Geräusch gekommen war.
Eric sah es als Erster. Instinktiv riss er die Waffe herum und feuerte. Wie ein Donnerschlag hallte der Schuss durch die Halle und ließ eine gewaltige Fontäne aufspritzen. Ein unförmiger Körper wurde in die Luft geschleudert, überschlug sich einmal und klatschte etliche Meter entfernt hart auf dem Wasser auf.
Dann sahen es auch die anderen: Dutzende längliche Schatten, die von allen Seiten lautlos auf sie zu geschwommen kamen. Sie waren umzingelt!

Sofort eröffneten sie das Feuer und schossen aus allen Rohren. Um sie herum schäumte und spritzte das Wasser auf und Angreifer für Angreifer wurde zerfetzt und verstümmelt. Doch je mehr von diesen Wesen sie töteten, um so mehr tauchten aus den Tiefen des Sees auf. Es schien kein Ende mehr zu nehmen.

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Dieser Eintrag wurde geschrieben am Freitag, August 14th, 2009 um 00:01 in der Kategorie Kapitel 5. Reaktionen zu diesem Eintrag können Sie mit dem RSS 2.0 Feed verfolgen. Die Kommentare für diese Seite sind geschlossen.

26 Kommentare bisher

Betti
 1 

Die Idee mit der Quexerscheiße gefällt mir.

Bin schon neugierig, mehr über die Wesen aus dem See zu erfahren.

August 14th, 2009 at 18:56
Magmar
 2 

Ich kapiere das einfach nicht. Steamtown ist ein digitaler Fortsetzungsroman? Unabhängig von den grossen Verlagen? Völlig frei von irgendwelchen Konventionen und Restriktionen? Warum zum Geier liest sich Steamtown dann stilistisch wie ein Völkerroman bei Heyne?!

Cummings nickte düster? Coler sog scharf die Luft ein? Sofort eröffneten sie das Feuer und schossen aus allen Rohren?

IHR KÖNNT HIER ZEIGEN WAS IHR DRAUFHABT UND SCHREIBT WIE IN EINEM GROSCHENROMAN? Warum??? Wieso tut ihr sowas nur??? Scheisse. Scheisse!

Es gibt Momente in denen ich bete dass ein gigantischer Atompilz über jenen aufgehen mag die im deutschsprachigen Raum Phantastik schreiben! ;(. Aber ich Idiot will einfach nicht aufhören zu hoffen…!

August 16th, 2009 at 00:46
 3 

Hallo Magmar, vielen Dank für deine offene Meinungsmitteilung.
Schade, dass dir offensichtlich nicht gefällt, was wir hier produzieren (was ja nicht schlimm ist, man kann es ja nun mal nicht jedem recht machen).
Allerdings bin ich der Meinung, dass man trotzdem versuchen sollte, nicht die grundsätzlichen Regeln des höflichen Umgangs zu missachten.
Dazu fände ich es durchaus passend, wenn du deine Meinung ein wenig untermauern würdest und nicht einfach nur “aus allen Rohren schießt”.
;)
Vielen Dank.

August 16th, 2009 at 12:33
 4 

Nur wenige Schritte später sah Eric im grünlichen Schein der Laternen einen vom Schlamm unzähliger unterirdischer Fluten verkrusteten Torbogen auftauchen.
- Sorry, aber… Kommas? Ich musste den Satz zweimal lesen um zu verstehen, wo ihr nen erklärenden Satz eingeschoben habt…
“Nur wenige Schritte später sah Eric im grünlichen Schein der Laternen einen, vom Schlamm unzähliger unterirdischer Fluten verkrusteten, Torbogen auftauchen.” und woher weiß Eric, dass er vom Schlamm unzähliger unterirdischer Fluten verkrustet worden ist? reicht nicht einfach ein “von Schlamm verkrusteter” Torbogen?

“Die Reste einer verrosteten Eisentür lagen hier, schon viel zu lange der steten Feuchtigkeit der Tunnel ausgesetzt. Unter ihren Stiefeln brachen große, braunrote Flocken aus dem zerfressenen Blech.”
- Irgendwie macht ihr gerade die düstere Atmosphäre kaputt… zuviele Erklärungen sind darin. Erwähnt einfach die Teile der Eisentür die unter den Stiefeln brechen… warum die Tür verrostet ist müsst ihr dem Leser nicht erklären.

des Verfalls auftat: Filigrane
- lasst den Doppelpunkt weg.

über mit dem Schlamm vergangener Fluten verschmiert waren.
- Logikfehler: Wenn die filigranen Objekte vom Schlamm erwischt wurden, sieht man das filigrane nicht mehr. (und schon wieder diese Flut… siehe oben)

musterte Eric die im grünen Licht der Lampen
- wir haben schon im ersten Absatz kapiert, dass das Licht der Laternen grün ist…

BTW: rotes Blut erscheint im Licht grüner Laternen schwarz (grün ist Komplementärfarbe zu rot und wird von roten Substanzen komplett geschluckt) woher erkennt Eric dann, dass es Blut sein könnte?

die die blinden Kacheln links
- unschön formuliert. Zumal die Kacheln wahrscheinlich verschmutzt sind (siehe euer Schlamm oben) und daher nicht “blind” im Sinne von “stumpf” oder “Matt”

Der Raum hinter dem Torbogen war groß. So groß, dass die Lichtfinger kaum erfassen konnten, dass sie sich in einem weiten, lang gestreckten Saal befanden, dessen Deckenkuppel sich über ihnen im Dunkel verlor.
- Wenn die “Lichtfinger?” das nicht erfassen können, dann gebt uns keine Beschreibung von dem Raum. Die Charaktere können ihn nicht sehen, also lasst ihn die Leser auch nicht sehen.

- Hoch über ihren Köpfen hingen schief und verdreckt die Reste eines gewaltigen Kristallleuchters, von denen lange, wie Seetang anmutende Fetzen von Unrat herab hingen.
Können sie den nun sehen oder nicht? Der Satz davor macht dies unklar…

Die Flächen zwischen den stählernen Rippen des Deckengewölbes waren einst wohl mit Spiegeln ausgekleidet gewesen. Die meisten waren allerdings inzwischen erblindet und gesprungen oder bedeckten als glitzernde Scherben den marmornen Boden. Eric hatte das vage Gefühl, einen zerstörten, vergessenen Himmel betreten zu haben.
- Ich dachte, da oben kann man nichts sehen? Ihr könnt einfach nur die Spiegelscherben auf dem Boden erwähnen…

Quälend langsam tasteten sie sich in die
- ich denke, das mit dem Tasten sollte sich nicht geändert haben… es reicht also zu sagen, dass sie sich quälend langsam vorwärts kämpfen…

Die Wand zu ihrer Rechten war mit aus zerbröckelndem Gips modellierten Säulen verziert
- 1. Kommas, 2. Wenn sich Eric schweiß auf dem Rücken sammelt, womöglich angstschweiß, dann wird er sich garantiert nicht überlegen, aus welchem material die Säulen modelliert wurden…

- die Mosakikbeschreibung ist überflüssig, zumal die Wände doch vom Schlamm verkrustet sein müssten…

Sie hatten ihr gigantisches Vermögen mit dem Bauholz für die rasant wachsende Stadt und ihre Flotte begründet.
- die Flotte der Lestors oder der Stadt? Wenn die Flotte der Lestors wuchs, hatten sie Geld dafür ausgegeben, also wuchs deren Vermögen nicht… ich gehe mal davon aus dass ihr “und ihrer Flotte” meint.

Eric hat in dieser Situation eindeutig zuviel Zeit, Sightseeing zu machen.

Dennoch wurde der brackige Gestank immer stärker.
- Wieso dennoch? “Der brackige Gestank wurde immer stärker”

Auf ihre fragenden Blicke hin deutete er auf das Plasmarohr, das bisher über ihren Köpfen an der Wand entlang gelaufen
- VORHIN ergeht ihr euch in der erklärung der Mosaiken, detailgetreu und lasst dieses wohl wichtigste Detail aus um es JETZT zu erwähnen? desweiteren wird vorher nicht klar, dass sie sich möglichst nah an der Wand halten…

die sich unbewegt in die Dunkelheit erstreckte
- unbewegt? Wer bewegt auch schon eine Wasserfläche… Wort streichen

Ein fischiger, fauliger Gestank stieg von ihr auf.
- Es stinkt die ganze Zeit schon… also würde ich glatt davon ausgehen, dass “DER Gestank” von diesem “Tümpel” ausgeht.

Warum sind sie hier “ehrfürchtig”? Die Truppe hat Angst jeden Moment von Monstern angegriffen zu werden, es stinkt unglaublich und sie sind “ehrfürchtig” ?

[...]sind”, murmelte er.
- Wer ist er? wenn es zu Eric gehört, nehmt den Absatz vor dieser wörtlichen Rede raus.

[...]entgegnete Mr. Ferret dicht an seiner[...]
- unschön formuliert… außerdem ist es eher eine Antwort, als eine Entgegnung.

undurchdringliche schwarze Wasserfläche.
- “schwarze” ist überflüssig, vermittelt außerdem einen womöglich falschen Eindruck…

Ich hätte mir die Fußgängerüberwege eher aus Stein vorgestellt… und Stein verrottet nicht, der bricht nur zusammen…

Einer nach dem anderen [...] über die Gleise.
- Moment… alle steigen ERST in das dunkle Wasser, warten dort gemütlich ab, bis einer den Weg erkundet hat und gehen DANN weiter? Mir wäre das zu unsicher, zumal man im Wasser nichts sieht und Quexer amphibisch sind (die könnten sich prima unter wasser nähern und zuschlagen) und ihr mehrere Male erwähnt habt, dass man durch das Wasser nichts sieht.

Dutzende längliche Schatten, die von allen Seiten lautlos auf sie zu geschwommen kamen.
- “auf sie zukamen” reicht… da sie im Wasser sind erklärt sich das “Schwimmen” von alleine, zumal die Schatten ja lautlos durchs Wasser gleiten…

Sofort eröffneten sie das Feuer und schossen aus allen Rohren.
- “Sofort eröffneten sie das Feuer” reicht. Rest ist überflüssig und hat was von “Ich muss die angepeilte Wortanzahl vollkriegen”

Um sie herum schäumte und spritzte das Wasser auf und Angreifer für Angreifer wurde zerfetzt und verstümmelt.
- Also wenn das Wasser schäumt haben unsere “Helden” keine Chance mehr, da sie durch den Schaum gar nix mehr im Wasser sehen werden… Wie sehen sie überhaupt die Schatten im “DUNKLEN, SCHWARZEN” Wasser?

Es schien kein Ende mehr zu nehmen.
- “Es schien kein Ende zu nehmen.” reicht… ansonsten klingt es so, als ob es jemals ein Ende gab.

Im Großen und Ganzen habt ihr hier mal DICKEN Verbesserungsbedarf, gerade auch was logische Fehler anbelangt.
Ich denke mal ungefähr DAS meinte Magmar, als er so… ungehalten reagierte.
Ihr KÖNNT das besser, verdammt!

August 16th, 2009 at 19:20
Magmar
 5 

Okay, sorry, wenn ich eure Gefühle verletzt habe. Wahrscheinlich reagierte ich deswegen so emotional weil mir die Schreibblockade Website doch sehr gefallen hat und ich mir gedacht habe Steamtown wird einiges zu bieten haben.

Was Nico gesagt hat ist die eine Seite. Er hat den Text zerpflückt wie ein Lektor und das werde ich hier jetzt sicher nicht tun. Mir geht es beim Text eher um gewisse Grundlagen die vielleicht auch zu den von Nico erwähnten Korrektionen geführt haben. Grundsätzlich sind aber Fehler in nichtlektorierten Texten immer häufig anzutreffen und ich würde bei den Logikfehlern einfach sagen, okay, die würden bei der Überarbeitung sicher auffallen oder von Testlesern/Lektoren aufgezeigt werden (wie es Nico gerade getan hat). Mir geht es deswegen um etwas viel Existenzielleres.

1. Stilwahl

Entscheidet VOR einer Geschichte was für einen Stil ihr gebrauchen wollt. Welche Strukturen, Wörter und Bilder ihr benutzen möchtet. Welches Stilbild zu der Geschichte passt. Welchen Rezeptionshintergrund ihr im Hinterkopf beim Schreiben mit euch führen wollt(d.h. welche Autoren ihr in eurem Text quasi “reflektiert” haben möchtet)

Diese “ach dann fange ich mal an einfach zu schreiben das passt schon” Attitüden führen geradewegs zu Uneindeutigkeiten, Fehlern und dem Fehlen von Atmosphäre. Wie gesagt, JEDER macht Fehler, aber warum merkt man die Fehler bei der Lektüre guter Autoren niemals? Weil du als Leser so in Trance bist, dass du sie nicht wahrnimmst. Und genau dies muss ein Autor schaffen. Und das geht nur über den Stil, wobei ich wieder betone absolute Fehlerlosigkeit ist nicht das Ziel, das es anzustreben gilt.

2. Manipulation des Lesers - Wie zum Geier geht das?

Das funktioniert über die Anwendung von stilistischem Know How…also bewussten Wiederholungen von Wörtern, Satzspannungen und dem kreativen Einsatz von Satz und Syntax. Mit anderen Worten: Wenn ihr wollt dann FURZT auf die Grammatik oder die Beistrichsetzung, aber verdammt nochmal denkt euch was dabei, versucht damit einen Effekt beim Leser hervorzurufen. Seht bitte den Satz nicht als reinen Informationsträger. Der Satz ist euer Ton. Der Satz ist euer Medium! Ihr knetet ihn in die Form, die euch am sinnvollsten erscheint. Und sinnvoll ist immer der emotionale oder ästhetische Effekt beim Leser. Das ist euer Ziel, muss euer Ziel sein!

Wenn also eure Helden einen dunklen Tunnel durchqueren dann versucht ob ihr mit euren Sätzen und eurer Wortwahl dem Inhalt nahekommen könnt. Versucht mit euren Sätzen eine Stimmung im Leser zu erzeugen. Damit hättet ihr dann nur VOrteile: Der Leser kippt in die von euch so sehr benötigte Trance und ihr hättet die Komprimierung, die Fehlerlosigkeit im Text.

3. Scheiss auf Figuren und den Plot und die Welt in eurer Geschichte!

Der Leser ist derjenige der zählt. Und der wird nicht durch Monster oder Tunnel oder Paläste oder Dampfmaschinen gefesselt sondern durch rhetorisches Geschick. Ihr sprecht zum Leser. IHR SPRECHT ZUM LESER! Ihr fragt den Leser nicht nach seiner Meinung. Ihr wollt dem Leser nichts erklären. Ihr wollt mit dem Leser nicht diskutieren. Ihr entscheidet über jedes Wort und es muss so sein, dass der Leser gar nicht auf den Gedanken kommt mit euch diskutieren zu wollen! Die Tatsache, dass Nico oder ich mit euch über euren Text quatschen wollen ist negativ zu sehen! Ein Hinweis auf mindere Qualität im Text. In Wirklichkeit sollten wir offenen Mundes vor dem Monitor sitzen. Total drinnen. Nicht mehr ansprechbar. So geht man mit dem Leser um! Man haut ihm mit dem literarischen Nudelholz auf die Birne! Kein Mitleid!!!

4. Zurück zum Start

Ich weiss ihr werdet das nicht tun aber vielleicht fürs nächste Mal: Überlegt euch VORHER welchen Stil ihr benutzen wollt. Welches Stilhandwerk. Überlegt es euch genau. Vielleicht genauer als die Welt die ihr erschaffen wollt mit ihren Sitten und Gebräuchen. Denkt es durch. BEVOR ihr mit dem Roman anfängt!

Wie gesagt ich wünsche euch viel Erfolg und Glück! Die deutschsprachige Fantasy kann es gut gebrauchen!

August 16th, 2009 at 20:11
 6 

Verdammt. Jetzt habe ich fast eine Stunde an einer Antwort zu diesem Posting hier geschrieben, Nico - und mich dann aus Versehen verklickt.
Das nächste Mal schreibe ich das extern. Hmpf.
Kurzfassung: abgesehen von den erwähnten Wortkürzungen (und auch nicht allen davon) hast du diesmal mit keinem deiner Kritikpunkte recht. (die, die ich selbst hätte, hast du tatsächlich alle nicht erwähnt. *g*) Nicht einmal, wenn ich mich mehr als eine Stunde damit beschäftige.
Die Nummer mit den Schiffen ist übrigens tatsächlich ein einfacher Schreibfehler. Sorry.

Danke für die Mühe, Nico. Ich schätze deine Lektorierungen sehr, aber in diesem Fall kritisierst du unlogisch und an den falschen Stellen. Ich empfehle tatsächlich eine Kanalisationsführung in einer Großstadt. Dieses Erlebnis dürfte 80% deiner Kritikpunkte hinfällig machen. (einer der wichtigsten ist aber damit hinfällig, dass dort erwähnt steht, dass die Lampen “kaum” erfassen können, was im dunkel liegt.
Kaum bedeutet nicht “nicht”, sondern “gerade so”).

Zum Rest vielleicht nochmals ausführlicher, wenn ich mich nochmal dazu aufraffen kann.
Hmpf. Das ärgert mich jetzt.

August 16th, 2009 at 22:32
 7 

Da bin ich trotzdem mal gespannt… ich lasse mich gerne überzeugen, habe aber durchaus auch Gegenargumente zu bieten…
und längere Dinge extern zu schreiben ist durchaus eine sehr gute Idee.

Gut, das mit dem “kaum” anstatt “nicht” dürfte gewisse Dinge wegfallen lassen, aber nicht alle… und in einer Kanalführung erlebst du sicherlich keine Spiegel an der Decke…

Naja, ich lass mich überraschen…

August 16th, 2009 at 23:00
 8 

Zuerst einmal vielen Dank für das Lob zu meiner Website (auch wenn diese stilistisch weit unreflektierter ist, als Steamtown) und natürlich auch dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, ausführlich zu analysieren und zu kritisieren. Ich denke, ich kann für uns alle drei sprechen, wenn ich sage, dass du unsere Gefühle keinesfalls verletzt hast - angemessene Kritik ist immer willkommen.

Wir sind uns auch darüber im Klaren, dass es auch stilistisch das eine oder andere zu verbessern gibt. Das gibt es immer.
Tatsächlich fragen wir den Leser aber nach seiner Meinung und wir wollen mit dem Leser diskutieren. Wenn er nicht auf den Gedanken kommt, dann haben wir etwas falsch gemacht.
Was ja zum Glück nicht der Fall zu sein scheint - denn offensichtlich hast du ja ebenfalls das Bedürfnis.
Von mir selbst als Leser ausgehend: Ich mache mir nicht einmal die Mühe, einen Text, der mir nicht zusagt, ausführlich zu diskutieren. Ich lese ihn einfach nicht mehr. Man kann nicht jedermanns Geschmack treffen (Autoren, die versuchen, mir “mit dem literarischen Nudelholz über die Birne zu hauen”, landen übrigens auf dem nächsten Flohmarkt in der Grabbelkiste. Ich bin gegen literarische Nudelhölzer ausgesprochen allergisch). Es tut mir persönlich leid, wenn wir zum Beispiel deinen nicht treffen.
Jedenfalls sieht es, wenn ich mir unsere Leserstatistiken so ansehe, so aus, als würden wir immerhin den des einen oder anderen Dutzends anderer Leser treffen. Natürlich ist die Frage immer: Wie begeistern wir noch mehr? Und sicherlich hilft es da, auch am Stil noch ein wenig zu feilen. Tun wir.
Wie gesagt: Vielen Dank für die besten Wünsche. Wir arbeiten daran.

August 16th, 2009 at 23:01
Magmar
 9 

[Zuerst einmal vielen Dank für das Lob zu meiner Website (auch wenn diese stilistisch weit unreflektierter ist, als Steamtown) und natürlich auch dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, ausführlich zu analysieren und zu kritisieren.]

Ich habe besonders deine Coverage der Magischen Bestseller toll gefunden…

[Wir sind uns auch darüber im Klaren, dass es auch stilistisch das eine oder andere zu verbessern gibt. Das gibt es immer.]

Sicher. Aber wie gesagt, ich bin nicht Nico. Nico sagt euch wo die Punkte sind die ihr noch verbessern könnt. Mir ging es eher um Grundlagen und Fundamente…

[Tatsächlich fragen wir den Leser aber nach seiner Meinung und wir wollen mit dem Leser diskutieren. Wenn er nicht auf den Gedanken kommt, dann haben wir etwas falsch gemacht.]

Siehst du da sind die Unterschiede zwischen uns. Ich will als Leser nicht mit meinem Autor diskutieren! Er schreibt. Ich lese.

[Was ja zum Glück nicht der Fall zu sein scheint - denn offensichtlich hast du ja ebenfalls das Bedürfnis.]

Du, das war eine absolute Ausnahmetat. Ein literarischer Amoklauf. Normalerweise hätte ich einfach weitergeklickt…

[Von mir selbst als Leser ausgehend: Ich mache mir nicht einmal die Mühe, einen Text, der mir nicht zusagt, ausführlich zu diskutieren. Ich lese ihn einfach nicht mehr. Man kann nicht jedermanns Geschmack treffen]

Naja, das stimmt schon aber es geht auch um Qualität, gell? Du liest auch Autoren nicht weil sie einfach nicht schreiben können, basta. Und mit nicht schreiben können will ich dich gar nicht beleidigen. 90% der veröffentlichten Fantasyautoren von Heitz bis Hardebusch schreiben ähnlich wie du.

[Autoren, die versuchen, mir “mit dem literarischen Nudelholz über die Birne zu hauen”, landen übrigens auf dem nächsten Flohmarkt in der Grabbelkiste. Ich bin gegen literarische Nudelhölzer ausgesprochen allergisch). Es tut mir persönlich leid, wenn wir zum Beispiel deinen nicht treffen.)

Versuche Autoren zu lesen, die dich umhauen. Das ist ein ernstgemeinter Rat. Solange du nur Meister Pratchett liest der dich zum lachen bringt ist es nicht weit her mit der literarischen Weiterentwicklung. Ich lese grad Paradise Lost von John Milton auf Englisch und glaub mir es ist harte Kost, keine Frage. Aber er haut mich um. Stilistisch. Inhaltlich. Mein Kopf tut mir weh, aber er macht mich besser. ;).

[Jedenfalls sieht es, wenn ich mir unsere Leserstatistiken so ansehe, so aus, als würden wir immerhin den des einen oder anderen Dutzends anderer Leser treffen.]

Dieter Bohlen hat hunderttausende Leser. Stephanie Meyer hat Millionen Leser. Paris Hilton liest ein ganzer Kontinent. Verstehst du worauf ich hinauswill?

[Natürlich ist die Frage immer: Wie begeistern wir noch mehr? Und sicherlich hilft es da, auch am Stil noch ein wenig zu feilen. Tun wir.]

Die Frage ist doch: Wie wirst du gut genug dass Leute zu dir stürmen und dir sabbernd ihr hart verdientes Geld in den Rachen werfen. Mit einem dankbaren Lächeln. Und einer Erektion. Wie schaffst du sowas? Was musst du dafür tun? Und weiter, denn Stephanie Meyer gelingt ja diese Sache sehr gut. Wie gelingt es dir in zehn Jahren Leute zu treffen die zu dir hinübergehen dich in den Arm nehmen ihren Kopf an deine Schulter legen und leise sagen: Dein Roman…hat mich vor zwanzig Jahren verzaubert. Danke. Danke!

[Wie gesagt: Vielen Dank für die besten Wünsche. Wir arbeiten daran.]

Gib mir den sardonischen Schreiber von schreibblockade zurück! Lasst ihn endlich aus der Gefangenschaft frei!! Es ist unfair einen literarischen LÖWEN einzukerkern!

August 16th, 2009 at 23:36
 10 

Ist die tatsächliche Frage nicht die, ob es zwischen der Mormonenprinzessin Stephenie Meyer (mit “e” übrigens) und dem verkopften Milton nicht irgendwo ein Mittelding gibt, das die Leute begeistert und trotzdem nicht an an Volksverdummung grenzt?

Oder ist die eigentliche Frage die, ob es drei Autoren mit zum Teil sehr unterschiedlichen Vorstellungen gelingt, in einem Schreibexperiment, ohne Zeit und ohne eine Möglichkeit der Redigierung (wenn es das Wort überhaupt gibt) Weltliteratur zu schreiben - ok, wir sind nah dran, aber, ganz unbescheiden, eben nicht perfekt.

Die tatsächliche Frage ist doch: Sollte ich nicht besser Pornofilme drehen, wenn ich das Bedürfnis habe, von Menschen bestürmt zu werden, die mir eregiert und sabbernd das Geld in den Rachen werfen und mich umarmen wollen?

In diesem Sinne ;-)

August 17th, 2009 at 08:44
 11 

> Wie gelingt es dir in zehn Jahren Leute zu treffen die zu dir hinübergehen dich in den Arm nehmen ihren Kopf an deine Schulter legen und leise sagen: Dein Roman…hat mich vor zwanzig Jahren verzaubert. Danke. Danke! <

Hm. Also DAS fände ich ausgesprochen gruselig.
Nicht allein, das ich derart… körperwarme Bewunderer als mehr als nur ein wenig unangenehm empfände - das würde auch bedeuten, dass derjenige bereits vor etwa 10 Jahren bei mir eingebrochen wäre, um meine Manuskripte aus den 90ern zu lesen (Ganz abgesehen von der Tatsache, dass das Zeug eher mies war). Eine unangenehme Vorstellung. Im Ernst.

Das Problem an der ganzen Sache ist aber vor allem: Ich stamme nicht aus einer begüterten, englischen Familie mit Landsitz und muss, wenn ich mir den Spaß des Schreibens zum Hauptberuf machen will, in erster Linie Geld verdienen. Wenn das bedeutet, neben dem einen oder anderen Kniff von Milton (oder lieber Chaucer. Deutlich eleganter) auch die richtigen Sachen von Stephenie Meyer zu lernen - dann muss das eben so sein.

Und wenn das den zusätzlichen Bonus hat, dass die unheimlichen Fans nicht mich, sondern die Schauspieler der Verfilmung (oder den Pornstar ihrer Wahl) verfolgen, dann ist das sicher auch nicht zu verachten.

;)

August 17th, 2009 at 09:57
TPF
 12 

Ehrlich gesagt, neige ich hier auch dazu, hier und dort Nicos Punkten zuzustimmen.
Unabhängig davon finde ich das Ende des Kapitels unschön. So, als hätte der Autor gewechselt. Bis dahin ist es eigentlich eine ganz schöne, spannende Szene, aber dann wird das Feuergefecht plötzlich so … gerafft.
Da fehlen mir ein paar Sätze.

August 17th, 2009 at 17:07
 13 

Akzeptierter Einwand.

Nicos Anmerkungen werde ich aber tatsächlich nochmal kommentieren. Sobald ich dazu komme.

August 17th, 2009 at 18:45
 14 

Dann haste auch gleich noch nen Absatz im nächsten Teil zu kommentieren, viel Spaß…

August 17th, 2009 at 18:55
 15 

so, wie versprochen, hier mal eine ausnahmsweise ausführlichere Antwort dazu (nein, ich werde mir das nicht zur Regel machen - aber ja: wir lesen jede Kritik aufmerksam und denken darüber nach. Wir müssen eben nur nicht immer zustimmen. ;)

Gruß, Tom

———————

1.
Nur wenige Schritte später sah Eric im grünlichen Schein der Laternen einen vom Schlamm unzähliger unterirdischer Fluten verkrusteten Torbogen auftauchen.
- Sorry, aber… Kommas? Ich musste den Satz zweimal lesen um zu verstehen, wo ihr nen erklärenden Satz eingeschoben habt…
“Nur wenige Schritte später sah Eric im grünlichen Schein der Laternen einen, vom Schlamm unzähliger unterirdischer Fluten verkrusteten, Torbogen auftauchen.” und woher weiß Eric, dass er vom Schlamm unzähliger unterirdischer Fluten verkrustet worden ist? reicht nicht einfach ein “von Schlamm verkrusteter” Torbogen?

Die Kommata gehören dort aber nicht hin… *g*
Eric weiß das, weil es ihm vorher erst erklärt worden ist, dass das ding bei Regen immer wieder (und wieder) überflutet wird.

2.
“Die Reste einer verrosteten Eisentür lagen hier, schon viel zu lange der steten Feuchtigkeit der Tunnel ausgesetzt. Unter ihren Stiefeln brachen große, braunrote Flocken aus dem zerfressenen Blech.”
- Irgendwie macht ihr gerade die düstere Atmosphäre kaputt… zuviele Erklärungen sind darin. Erwähnt einfach die Teile der Eisentür die unter den Stiefeln brechen… warum die Tür verrostet ist müsst ihr dem Leser nicht erklären.

Dieser Einschub erklärt aber nicht nur den zustand der Tür, sondern den genrellen Zustand der Umgebung. Feucht. Dauerhaft feucht.
Aber gut, akzeptiert.

3.
des Verfalls auftat: Filigrane
- lasst den Doppelpunkt weg.

Ohne funktioniert der Satz nicht ordentlich. Dann müsste er ganz anders lauten. Außerdem bildet er eine bewusste Zäsur im Lesefluss. Warum sollte er also weg?

4.
über mit dem Schlamm vergangener Fluten verschmiert waren.
- Logikfehler: Wenn die filigranen Objekte vom Schlamm erwischt wurden, sieht man das filigrane nicht mehr. (und schon wieder diese Flut… siehe oben)

Kein Logikfehler. Ich muss mir nur meinen Terrassen-Fußabstreifer ansehen, um zu wissen, dass filigranes Gusseisen auch dann noch als filigran erkennbar ist, wenn es mit Schlamm verkrustet ist. *g*

5.
musterte Eric die im grünen Licht der Lampen
- wir haben schon im ersten Absatz kapiert, dass das Licht der Laternen grün ist…

Okay. Einwand akzeptiert. Danke.

6.
BTW: rotes Blut erscheint im Licht grüner Laternen schwarz (grün ist Komplementärfarbe zu rot und wird von roten Substanzen komplett geschluckt) woher erkennt Eric dann, dass es Blut sein könnte?

Das ist vollkommen richtig. Aber erstens ist Eric in einer Stadt aufgewachsen, in der sämtliche öffentliche Beleuchtung grün getönt ist, sofern es sich nicht um Nobelvarianten handelt (die eher bläulich-weiß sind). Er hat also durchaus Erfahrung darin, so etwas zu identifizieren. Das Problem ist hier vielmehr, dass getrocknete Fäkalien und getrocknetes Blut (das eben nicht rot ist) einander in der Regel sehr ähnlich sehen. Egal, in welchem Licht. (Das kannst du dem Ex-Zivi glauben. ;) )

7.
die die blinden Kacheln links
- unschön formuliert. Zumal die Kacheln wahrscheinlich verschmutzt sind (siehe euer Schlamm oben) und daher nicht “blind” im Sinne von “stumpf” oder “Matt”

Das mit der Formulierung mag stimmen - das mit dem matten Zustand nicht.
Tatsächlich sind die in Kanalisationen recht häufigen Kacheln an den Rändern und in den Fugen in der Regel schmutzverkrustet - und in der Mitte eher schmutzfrei, aber angegriffen und damit “blind”. Das ist ein Normalzustand. wie gesagt: Kanalisationsführung hilft. ;)

8.
Der Raum hinter dem Torbogen war groß. So groß, dass die Lichtfinger kaum erfassen konnten, dass sie sich in einem weiten, lang gestreckten Saal befanden, dessen Deckenkuppel sich über ihnen im Dunkel verlor.
- Wenn die “Lichtfinger?” das nicht erfassen können, dann gebt uns keine Beschreibung von dem Raum. Die Charaktere können ihn nicht sehen, also lasst ihn die Leser auch nicht sehen.

Wie gesagt: Kaum. Nicht “gar nicht”.

9.
- Hoch über ihren Köpfen hingen schief und verdreckt die Reste eines gewaltigen Kristallleuchters, von denen lange, wie Seetang anmutende Fetzen von Unrat herab hingen.
Können sie den nun sehen oder nicht? Der Satz davor macht dies unklar…

Sie können ihn sehen. Sonst wäre er nicht beschrieben. Er hängt nicht so hoch, dass die Lampen ihn nicht erfassen (im Gegensatz zu seiner viel weiter oben befindlichen Aufhängung, vermutlich. weshalb diese auch nicht beschrieben ist).

10.
Die Flächen zwischen den stählernen Rippen des Deckengewölbes waren einst wohl mit Spiegeln ausgekleidet gewesen. Die meisten waren allerdings inzwischen erblindet und gesprungen oder bedeckten als glitzernde Scherben den marmornen Boden. Eric hatte das vage Gefühl, einen zerstörten, vergessenen Himmel betreten zu haben.
- Ich dachte, da oben kann man nichts sehen? Ihr könnt einfach nur die Spiegelscherben auf dem Boden erwähnen…

Man kann kaum etwas sehen. s.o.
Dazu kommt der umstand, dass es sich um ein Tonnengewölbe handelt. Das heißt, die unteren Bereiche sind sehr wohl zu erkennen und damit auch die Stahlkonstruktion. Der Scheitelpunkt der ganzen Geschichte allerdings nicht. Es reicht aber immer noch, um zu erkennen, dass die sichtbaren Bereiche mit spiegeln ausgekleidet waren und noch immer sind. Und da nur die meisten, nicht jedoch alle, erblindet oder gesprungen sind, reflektieren auch eine ganze Reihe von denen, die weiter oben im Dunkeln liegen das Licht der Lampen. Was besagten Sternenhimmel-Effekt hervorruft.

Trivial Knowledge: Exakt dieses Bild habe ich übrigends aus einem in seinem Genre anerkannt professionellen Bestseller entnommen - in dem es tatsächlich falsch ist, da der Protagonist die Spiegeldecke dort durch ein Nachtsichtgerät betrachtet - womit gar kein Licht zum reflektieren vorhanden ist. *gg*

11.
Quälend langsam tasteten sie sich in die
- ich denke, das mit dem Tasten sollte sich nicht geändert haben… es reicht also zu sagen, dass sie sich quälend langsam vorwärts kämpfen…

Sie kämpfen sich nicht voran - sie tasten sich über Marmorfliesen und Glasscherben.

12.
Die Wand zu ihrer Rechten war mit aus zerbröckelndem Gips modellierten Säulen verziert
- 1. Kommas, 2. Wenn sich Eric schweiß auf dem Rücken sammelt, womöglich angstschweiß, dann wird er sich garantiert nicht überlegen, aus welchem material die Säulen modelliert wurden…

Dafür ist doch keine Überlegung notwendig. Das ist ein pures Registrieren. zerbröckelnder Gips sieht sehr charakteristisch aus. Boden: Marmor. Wand: Kacheln. Decke: Spiegel. Säulen: Gips.
Ich seh das Problem nicht.

13.
- die Mosakikbeschreibung ist überflüssig, zumal die Wände doch vom Schlamm verkrustet sein müssten…

Das übliche U-Bahn-Wandmosaik ist rund 8-10 Meter hoch. *g* Selbst wenn dieses hier nur halb so hoch sein sollte - es gibt also auf jeden Fall jede Menge Platz für Schlamm und schmutz im unteren Bereich und erkennbares Bild weiter oben. ;)

14
Sie hatten ihr gigantisches Vermögen mit dem Bauholz für die rasant wachsende Stadt und ihre Flotte begründet.
- die Flotte der Lestors oder der Stadt? Wenn die Flotte der Lestors wuchs, hatten sie Geld dafür ausgegeben, also wuchs deren Vermögen nicht… ich gehe mal davon aus dass ihr “und ihrer Flotte” meint.

Stimmt. Schreibfehler. Danke.

15.
Eric hat in dieser Situation eindeutig zuviel Zeit, Sightseeing zu machen.

Warum? Gerade in angespannten Situationen neigen die meisten Leute dazu, auch noch kleinste Details überdeutlich wahrzunehmen. Was physiologisch und psychologisch belegbar ist. Adrenalin schärft alle Sinne und macht höchst aufmerksam.

16.
Dennoch wurde der brackige Gestank immer stärker.
- Wieso dennoch? “Der brackige Gestank wurde immer stärker”

Korrekt. Danke.

17.
Auf ihre fragenden Blicke hin deutete er auf das Plasmarohr, das bisher über ihren Köpfen an der Wand entlang gelaufen
- VORHIN ergeht ihr euch in der erklärung der Mosaiken, detailgetreu und lasst dieses wohl wichtigste Detail aus um es JETZT zu erwähnen? desweiteren wird vorher nicht klar, dass sie sich möglichst nah an der Wand halten…

Sie folgen ihm doch bereits die ganze Zeit. Erwähnenswert ist nicht sein Vorhandensein - sondern die Tatsache, dass es die Richtung ändert.
Dass sie sich an der Wand halten, wird doch eigentlich dadurch klar, dass nur diese und ihre fortgesetzte Ausstattung, ihre Details und Nichen beschrieben werden, während der Rest der Umgebung in Dunkelheit versunken liegt.

18.
die sich unbewegt in die Dunkelheit erstreckte
- unbewegt? Wer bewegt auch schon eine Wasserfläche… Wort streichen

Wer Wasserflächen bewegt? Wind und Strömung, normalerweise. Gelegentlich auch Bewohner wie Fische oder Insekten. Es ist selbst unter der Erde eher selten, dass eine Wasserfläche absolut unbewegt ist. Zumal eine große. Es ist also ein ungewöhnliches Feature. Warum also streichen?

19.
Ein fischiger, fauliger Gestank stieg von ihr auf.
- Es stinkt die ganze Zeit schon… also würde ich glatt davon ausgehen, dass “DER Gestank” von diesem “Tümpel” ausgeht.

Dann gehst du aber vom Falschen aus. Denn bisher waren es Schmutz, Brackwasser, Verwesung und Moder, die den Gestank ausmachten - die fischig-faulige Komponente ist neu. Und deshalb hier erwähnt.
Auch ein wenig als “Foreshadowing”.

20.
Warum sind sie hier “ehrfürchtig”? Die Truppe hat Angst jeden Moment von Monstern angegriffen zu werden, es stinkt unglaublich und sie sind “ehrfürchtig” ?

Whiggs als Tunnlerin ist ehrfürchtig. Sie befindet sich im Zentrum des Gegnerischen Bereichs der unterwelt, an einem der legendärsten Orte, der gigantisch und majestätisch ist. Das macht einen für gewöhnlich ehrfürchtig. Von der Art Ehrfurcht, die einen dzu bringt, in Katedralen zu flüstern. Auch wenn man nicht befürchten muss, angegriffen zu werden. Ehrfurcht und Furcht haben mehr als nur den Wortstamm gemeinsam.

Dass Eric gleich darauf ebenfalls ehrfürchtig ist, ist allerdings tatsächlich eine unglückliche Formulierungs-Dopplung. akzeptiert.

21.
[...]sind”, murmelte er.
- Wer ist er? wenn es zu Eric gehört, nehmt den Absatz vor dieser wörtlichen Rede raus.

?! - Den Einwand verstehe ich nicht. Warum sollte man das tun?

22.
[...]entgegnete Mr. Ferret dicht an seiner[...]
- unschön formuliert… außerdem ist es eher eine Antwort, als eine Entgegnung.

Was die Formulierung angeht - von mir aus. Allerdings sind “Antwort” und “Entgegnung” absolut synonym und damit austauschbar. Es besteht kein Bedeutungsunterschied zwischen ihnen. (du darfst gern in ein beliebiges Synonym-Wörterbuch schauen. *g*)

23.
undurchdringliche schwarze Wasserfläche.
- “schwarze” ist überflüssig, vermittelt außerdem einen womöglich falschen Eindruck…

Also wenn schon, dann vermittelt “undurchdringlich” den falschen Eindruck. ;)

24.
Ich hätte mir die Fußgängerüberwege eher aus Stein vorgestellt… und Stein verrottet nicht, der bricht nur zusammen…

Tja. Das wäre vermutlich auch eine gute Idee gewesen. Aber irgend so ein Star-Architekt musste ja unbedingt auf grazilen Holzbauten bestehen. Was in Ordnung ist, solange sie gewartet werden. Aber kaum lässt man sie mal 15 Jahre schimmeln…

25.
Einer nach dem anderen [...] über die Gleise.
- Moment… alle steigen ERST in das dunkle Wasser, warten dort gemütlich ab, bis einer den Weg erkundet hat und gehen DANN weiter? Mir wäre das zu unsicher, zumal man im Wasser nichts sieht und Quexer amphibisch sind (die könnten sich prima unter wasser nähern und zuschlagen) und ihr mehrere Male erwähnt habt, dass man durch das Wasser nichts sieht.

Akzeptiert. Reichlich dämlich von ihnen. Ich muss sagen - ich hätte an ihrer Stelle auch dafür gestimmt, dass Samson erst den Köder spielt. *g*

26.
Dutzende längliche Schatten, die von allen Seiten lautlos auf sie zu geschwommen kamen.
- “auf sie zukamen” reicht… da sie im Wasser sind erklärt sich das “Schwimmen” von alleine, zumal die Schatten ja lautlos durchs Wasser gleiten…

Hm… jein. Ich würde auch zum “geschwommen tendieren”, da ja auch die Möglichkeit besteht, dass da Schatten lautlos durch die Luft gleiten.
Verzichten kann man darauf erst dann, wenn sie Lautlos durchs Wasser gleiten. Was so aber da nicht steht. *g*

27.
Sofort eröffneten sie das Feuer und schossen aus allen Rohren.
- “Sofort eröffneten sie das Feuer” reicht. Rest ist überflüssig und hat was von “Ich muss die angepeilte Wortanzahl vollkriegen”

Okay. Kann man so sehen.

28.
Um sie herum schäumte und spritzte das Wasser auf und Angreifer für Angreifer wurde zerfetzt und verstümmelt.
- Also wenn das Wasser schäumt haben unsere “Helden” keine Chance mehr, da sie durch den Schaum gar nix mehr im Wasser sehen werden… Wie sehen sie überhaupt die Schatten im “DUNKLEN, SCHWARZEN” Wasser?

Tja. Das ist wohl der Grund, warum sie aus allen Rohren feuern. Bei einer gewissen Sperrfeuerdichte muss man nicht mehr sehen, worauf man schießt oder gar zielen.
Wie man schatten in schwarzem Wasser sieht? Das geht durchaus. Solange das “schwarz” eher eine dekorative Beschreibung für “ziemlich dunkel” ist.
“Schwarz wie die Nacht” ist ein ähnlicher Ausdruck. Dabei ist die normale Nacht zum einen eher bläulich und zum anderen durchaus so hell, dass man noch eine ganze Reihe Details erkennen kann.
Wer da kleinlich sein will, muss eher sowas sagen wie: “schwarz wie in einer extrem gut verschlossenen, mit Samt ausgekleideten Kiste in einem tiefen Keller ohne die geringste Lichtquelle”. Dann sieht man tatsächlich auch keine Schatten mehr. ;)

29.
Es schien kein Ende mehr zu nehmen.
- “Es schien kein Ende zu nehmen.” reicht… ansonsten klingt es so, als ob es jemals ein Ende gab.

Einwand akzeptiert. Danke.


30.
Im Großen und Ganzen habt ihr hier mal DICKEN Verbesserungsbedarf, gerade auch was logische Fehler anbelangt.

Gerade da finde ich nicht wirklich viele, Nico. *g*

August 17th, 2009 at 22:02
 16 

ok, rückantwort:

1) Die Gründe fürs verkrustete müssen nicht so ausführlich (oder überhaupt) erwähnt werden. Es reicht zu erwähnen, dass er schlammverkrustet ist.

3) schlecht ausgedrückt: Punkt statt Doppelpunkt. Reicht völlig es in zwei Sätze zu trennen

4) schlechtes gegenargument. Es wurde vom schlamm UNZÄHLIGER FLUTEN gesprochen… das ist verdammt viel (und flutenschlamm hatte ICH schon oft genug im Keller), glaubt mir, da erkennt man nichts filigranes mehr. Hättet ihr die Erklärung unter 1) weggelassen, wäre es weniger problematisch :P

6) getrocknetes Blut = rot-braun, kann scheiße auch sein… nichts destotrotz wirkt es unter grünem Licht eindeutig SCHWARZ… da hilft diese Ausrede auch nicht viel … Außerdem habe ich zwischen “Scheiße” und “Blut” nicht gemeckert…

7) Ok, meinetwegen… dann sind die Kacheln halt was größer, als in meiner Vorstellung… (von Mosaiken :P )

8) Auf die “Lichtfinger?” bist du nicht eingegangen, das andere ist akzeptiert…

10) Diese Reflektionen werfen aber ein schlechtes Licht auf euer “kaum” :P

11) “Kämpfen” war bildlich gemeint. Aber “getastet” haben sie schon zuvor. Es ging darum, ein anderes Wort zu finden, das ihr “vorsichtiges Vorgehen” beschreibt…

12) Boden: Marmor? Ich hoffe mal, Steamtown hat keinen sauren Regen/ saure Abwässer… die machen den Marmor nämlich kaputt… ansonsten lass ich “meinetwegen” mit mir reden. Ist mMn aber dennoch zuviel Erklärung. Es geht darum, sich aufs wesentliche zu konzentrieren und nicht die Spannung durch “unnötige Details” abzubauen.

13) 8-10 Meter? Ne normale U-Bahndecke ist da, wo ich normalerweise verkehre max. 3 Meter hoch… Wenn das in ST anders ist, müsst ihr das erwähnen!

15) Ja, aber nicht für Sightseeing-Details sondern eher für Dinge von denen Gefahr ausgehen könnte… außerdem macht es, wie o.a. die Spannung kaputt.

17) Tun sie das? Habe ich echt vergessen… bin mir auch nicht sicher, dass es explizit erwähnt wurde, dass sie ihm folgen. Könnte aber durchaus mein Fehler sein. Dennoch würde eine erneute unscheinbare Andeutung nicht schaden… Denkt dran, dass eure Leser den Text nicht wie in einem Buch durchgängig verfolgen.

18) Das sehe ich anders… wenn keine Strömung vorhanden ist (unterirdischer See) und es nicht gerade zieht… wer bewegt da die Wasseroberfläche? Desweiteren war das wieder ein kommentar der Marke “unschön” …

19) Dann kennzeichnet ihn doch meinetwegen auch explizit als “neu”, dass sich der fischige, faulige Gestank mit dem des Moders vermischt… “Foreshadowing” war das nicht wirklich…

20) des “_g_egnerischen Bereichs der _U_nterwelt” *rääusper* sorry…

21) Zusammenhängende Aktionen EINER Person in einem Absatz lassen… gerade wenn ihr mehrere agierende Personen hat, neigt man dazu, nach einem Absatz diese Aktion einer anderen zuzuteilen. Wenns also noch zu Eric gehört, dann packt es nach oben… sonst könnte es auch JEDEM ANDEREN “ER” gehören… und davon habt ihr verdammt viele da unten…

22) Ok, ich lasse mich gerne auch belehren… aber das “unschön” bleibt!

23) solange angekommen ist, worauf ich hinaus will…

24) Aha? wusste ich gar nicht, dass ihr solche “stararchitekten” am bau habt…

26) Dann formuliere es schön um ;) und ich möchte eure Monster sehen, die lautlos durch die Luft gleiten !!!(einseinself)

27) Ist so, glaubt mir…

28) Ihr wisst, auf was ich hinaus wollte. Es gab da gewisse Wortüberschneidungen, die etwas anderes vermitteln. Und Sperrfeuer kriegt man mit so wenigen Leuten eh nicht hin…

30) Naja, nicht mehr ganz so Dick, aber immer noch: Verbesserungsbedarf… PUNKT!

August 17th, 2009 at 22:46
Magmar
 17 

>Ist die tatsächliche Frage nicht die, ob es zwischen der Mormonenprinzessin Stephenie Meyer (mit “e” übrigens) und dem verkopften Milton nicht irgendwo ein Mittelding gibt, das die Leute begeistert und trotzdem nicht an an Volksverdummung grenzt?>

Sicher gibt es dieses Mittelding. Aber warum gelingt es gerade den Leuten nie dieses Mittelding zu erreichen, die am meisten darüber reden?

Ist das nicht seltsam? Wenn ich mir eure Texte ansehe dann sehe ich nicht die Fehler die Nico aufzeigt. Ich sehe eher wackelige Fundamente. Und es die selben Fundamente die man überall bei deutschsprachigen Autoren vorfinden kann. Und das ist eben das Problem. Du kannst nicht einfach sagen, tja, ich mache jetzt was anderes und dann ist es doch nur eine Veränderung des Inhaltes aber stilistisch bleibt man beim Heftroman. Die Leser, die den viel beschworenen Mittelweg mögen die lassen sich so nicht veräppeln. Das ist nicht nur auf euch bezogen sondern grundsätzlich ein Problem in der deutschsprachigen Fantasy. Jeder quatscht über Mittelwege und Kompromisse aber dann schaut alles doch so aus wie gehabt.

>Oder ist die eigentliche Frage die, ob es drei Autoren mit zum Teil sehr unterschiedlichen Vorstellungen gelingt, in einem Schreibexperiment, ohne Zeit und ohne eine Möglichkeit der Redigierung (wenn es das Wort überhaupt gibt) Weltliteratur zu schreiben - ok, wir sind nah dran, aber, ganz unbescheiden, eben nicht perfekt.>

Du, mir ist völlig wurscht ob drei oder fünf oder zehn Autoren daran schreiben. Mir wäre völlig egal ob die Autoren homosexuell oder sodomistisch veranlagt sind oder grüne Männchen auf dem Mars als ihre ganz persönlichen Inspirationsquellen benennen. Das interessiert mich nicht die Bohne. Glaubst du irgendwer würde das als Entschuldigung geltend machen? Oh, es waren drei Autoren, das war nicht einfach, man muss die Jungs unterstützen…das ist Blödsinn. Und auch das fehlende Redigieren ist nicht das Problem der Leser (mal abgesehen davon dass siehe oben bei meinem Posting bei einem guten Text nicht alles fehlerlos sein muss). Das Problem ist nicht dass Nico dauernd Fehler in den Texten findet. Er tut es. Das ist bereits der Fehler. Nico sollte von euren Texten so begeistert sein dass er nicht einmal daran denkt etwas verändern zu wollen!

Und das mit nicht ganz perfekt…O_o. Schön dass du dir deinen Humor bewahrt hast. Aber bitte sieh das als Antriebsvehikel zum Lernen und zum Studium. Und damit meine ich nicht Uni sondern lernen besser zu werden.

Dann klappt es auch mit dem vielzitierten und von mir langsam wirklich verhassten Mittelweg. Man sollte den aufhängen, der dieses Wort so populär gemacht hat…

August 18th, 2009 at 23:44
Magmar
 18 

>Das Problem an der ganzen Sache ist aber vor allem: Ich stamme nicht aus einer begüterten, englischen Familie mit Landsitz und muss, wenn ich mir den Spaß des Schreibens zum Hauptberuf machen will, in erster Linie Geld verdienen. Wenn das bedeutet, neben dem einen oder anderen Kniff von Milton (oder lieber Chaucer. Deutlich eleganter) auch die richtigen Sachen von Stephenie Meyer zu lernen - dann muss das eben so sein.>

Was hat dein Wunsch mit Schreiben Geld zu verdienen mit dem Erreichen von gewissen Fertigkeiten zu tun, die du brauchst, um gut schreiben zu können?

Das Problem ist doch nicht verkopft oder nicht verkopft. Sondern Wissen und handwerkliches Geschick. Gehst du zum Bäcker, der nicht backen kann? Nee, oder? Du gehst zu dem, der dir die besten Semmeln oder Brötchen backen kann, die möglich sind.

Das Problem bei STEAMTOWN sind nicht die Logikfehler. Es sind nicht die kleinen Details die Nico nimmermüde anprangert. Es ist das Fundament. Die Basis. Und damit meine ich vor allem ein vernünftiges Beschäftigen mit Stil und Stilbildern. Ihr wollt etwas Nicht-Mainstreamiges machen? Willkommen! Aber bitte glaubt nicht dass es nur am Inhalt liegt. Es liegt auch am Stil an der Art wie man Sätze zusammensetzt.

Mal ehrlich: Schreibt Chaucer so wie ihr hier? Nicht, oder? Und wenn ihr sagt, nein, wir wollen Chaucer nicht nachmachen…nun dafür macht ihr Hardebusch und Heitz nach. Was okay ist wenn ihr Völkerromane schreibt mit dem Titel: DIE BRÜSTE DER TROLLWEIBER oder einen ähnlichen Käse. Aber wenn ihr was mit Steam und Stadt und ähnliches macht…ihr kommt da in die Regionen von China Mieville und Freistatt die Diebeswelt und vielleicht Transmetropolitan von Warren Ellis hinein und dann BRAUCHT ihr ein anderes Stilbild als: Er sog scharf die Luft ein. Etc. usw.

Darüber würde ich mal scharf nachdenken. Das ist nämlich wichtiger als: Oh, schon wieder ein Logikfehler. Oder den Teil des Satzes könntet ihr doch weglassen…

August 18th, 2009 at 23:54
Tom
 19 

Nein, Chaucer schreibt nicht wie wir hier. Chaucer ist seit ein paar hundert Jahren tot.
Und sein Stil ebenfalls. Den lesen ein paar Exoten wie ich oder meinetwegen du, dazu eine Handvoll Anglisten und eine weitere Handvoll Cordsakko-Träger. so sehr ich ihn mag - aber auch Chaucer würde heute komplett anders schreiben müssen, um davon leben zu können (davon abgesehen, dass Milton völlig verarmt starb. Er hat also schon damals nicht den Nerv getroffen. Und er könnte auch von seinen Verkäufen heute nicht leben).
China Mieville zum Beispiel mag ich überhaupt nicht. Ich kann mit dieser Art Sprache nichts anfangen. Es langweilt mich. Die Diebeswelt von Asprin ist tatsächlich ein guter Ansatz - aber auch dort saugen Leute scharf die Luft ein, wenn ihnen danach ist. Ich tu’s ja selbst auch.
Es mag dich verwundern - aber zumindest mir ist nicht danach, den Stil von irgendwem zu kopieren oder mich dem auch nur anzunähern, um so zu wirken wie. Ich möchte Geschichten erzählen. Und zwar gute Geschichten. Dafür ist es natürlich richtig, dass der Stil mitreißend ist. Aber verkopfter Quatsch wie Mieville mit langweiligen Geschichten ist nicht ganz der Weg, der mir vorschwebt.
Trotzdem Danke für den Hinweis - wir werden ganz sicher auch daran noch arbeiten.

PS: “Die Brüste der Trollweiber”… klingt nach einer Parodie. Kann man in Deutschland ohnehin nicht verkaufen. *gg*

August 19th, 2009 at 09:49
Magmar
 20 

>Es mag dich verwundern - aber zumindest mir ist nicht danach, den Stil von irgendwem zu kopieren oder mich dem auch nur anzunähern, um so zu wirken wie. Ich möchte Geschichten erzählen. Und zwar gute Geschichten. Dafür ist es natürlich richtig, dass der Stil mitreißend ist.>

Das ist eben das Problem: Geschichtenerzählen und Stilistik bilden eine Einheit. Wie die Raumzeit. Du kannst die nicht von einander trennen. Ich habe auch mal geglaubt es ist nur wichtig eine Geschichte zu erzählen alles andere sei reiner Luxus. Hauptsache der Stil kommt einem nicht in die Quere. Aber die Wahrheit sieht anders aus, oder? Wenn du dann eine Passage schreibst die merkwürdig leblos ist oder dir aus irgendeinem Grund nicht gefällt…du kannst nicht den Finger drauf legen. Es hat meist nicht so sehr mit dem Inhalt zu tun sondern eben mit der Ausführung. Mit der Form…eben mit dem Stil. Und ich sage ja auch nicht dass man wie Chaucer schreiben sollte. Aber sehr wohl die stilistischen Kniffe die sollte man doch anwenden können, oder?

>China Mieville zum Beispiel mag ich überhaupt nicht. Ich kann mit dieser Art Sprache nichts anfangen. Es langweilt mich.>

Du mich langweilt “er sog die Luft scharf ein” oder “sie schossen aus allen Rohren”. Das kommt schnurstracks vom Heftroman. Damit kannst du dir doch keinen Namen machen. Und einen Namen musst du dir machen wenn du versuchst aus dem Internet (!) zu einem Buchvertrag zu kommen. Verstehst du worauf ich hinauswill? Ihr unterscheidet euch zuwenig von denen, die schon veröffentlicht worden sind, seid also zu wenig einzigartig, und seid doch nicht so wie sie (weil ihr nicht über Zwerge, Trolle und dergleichen schreibt). Ihr sitzt zwischen zwei Stühlen. Ihr verinnerlicht nicht das Beste zweier Welten sondern das Schlechteste.

> Aber verkopfter Quatsch wie Mieville mit langweiligen Geschichten ist nicht ganz der Weg, der mir vorschwebt.>

Verkopft? Wenn Mieville verkopft ist wie zum Geier kannst du dann Chaucer usw. lesen?! Dann ist ja alles über DIE WINZLINGE verkopft für dich!

Und langweilig? Was war langweilig an Perdido Street Station? Wie die gigantische Götterspinne wahnsinnig lallend Menschen die Ohren abgerissen hat, um sie aus der Gefahrenzone zu bringen? Wie die selbige Spinne gegen falterartige Monstren gekämpft hat, die mit ihrer Traumscheisse eine Metropole voller Magier und Superwesen an den Rand des Ruins gebracht hat? Hallo?! Bitte sei halb so langweilig! Nur ein Viertel so langweilig! Bitte!!!

>PS: “Die Brüste der Trollweiber”… klingt nach einer Parodie. Kann man in Deutschland ohnehin nicht verkaufen. *gg*>

Doch ;(. Kann man…aber man muss den Titel ändern. Dann geht es. Wobei 90% von dem was momentan erscheint Parodien sind…unfreiwillige Parodien…wir haben halt nicht einen Altmeister Pratchett aber andere…Altmeister.

Wie gesagt: Gute Geschichten=Guter Stil. Ohne die Stilistik wirst du keine guten mitreissenden Geschichten erzählen können…

August 19th, 2009 at 11:41
 21 

Das entwickelt sich ja direkt mal zu einer Diskussion, die ins Forum gehören müsste.

Aber von mir trotzdem nur eine kurze Zwischenfrage: Kennst Du Walter Moers? Und wenn ja, was hälst Du denn von dem? (nein, ich beziehe meine Frage nicht auf die ‘Kleines Arschloch’-Comics ;-)

August 19th, 2009 at 13:38
Magmar
 22 

>Aber von mir trotzdem nur eine kurze Zwischenfrage: Kennst Du Walter Moers? Und wenn ja, was hälst Du denn von dem? (nein, ich beziehe meine Frage nicht auf die ‘Kleines Arschloch’-Comics ;-)>

ja aber gerade deswegen ist der ja berühmt! Wegen den “Kleines Arschloch” und “Alter Sack” Comics. Ich glaube der hat auch diese Hitler Persiflage gemacht wenn ich mich nicht irre. Ist schon länger her, dass ich die gelesen habe…

Das Problem bei Walter Moers ist…er ist lustig. Und momentan macht die deutschsprachige Unterhaltungskultur nur das…sie ist nur lustig! Egal wohin du blickst: COmics, Filme, Bücher…alles ist lustig! Aber in dieser Lustigkeit verbirgt sich ein gähnender Mangel anderer Unterhaltungsformen. Wo ist die Spannung hin? Wo ist der konnte Umgang mit Atmosphäre und Stimmungen? Wo ist Horror? Wo ist Thrill?

Jetzt mal meine Gegenfrage: Kennst du Mathias Schultheiss? Piraten von Lagos? Ist ein Comic mit Piraten usw. in unserer Gegenwart aber echt stark. Voller Kraft. Bis an die Schmerzgrenze und wieder zurück. Das möchte ich mal gekonnt umgesetzt haben.

August 19th, 2009 at 15:50
 23 

Ich glaube, Stephan meinte eher seine Bücher. “Rumo und die Wunder im Dunkeln”, “Die Stadt der träumenden Bücher”, “Der Schrecksenmeister”, “Wilde Reise durch die Nacht”, etc.
Moers ist schon lange eher dafür bekannt, als für den Bonker oder Das kleine Arschloch.

Deine Ansicht dazu fände ich übrigens auch interessant.

August 19th, 2009 at 17:05
Magmar
 24 

>Ich glaube, Stephan meinte eher seine Bücher. “Rumo und die Wunder im Dunkeln”, “Die Stadt der träumenden Bücher”, “Der Schrecksenmeister”, “Wilde Reise durch die Nacht”, etc.
Moers ist schon lange eher dafür bekannt, als für den Bonker oder Das kleine Arschloch.>

Wusste ich nicht. Wie gesagt ich kenne ihn eher von der Comicecke her und da stand er sehr lange ausschließlich für Humoristisches.

>Deine Ansicht dazu fände ich übrigens auch interessant.>

Inwiefern?

August 19th, 2009 at 18:20
 25 

Du müsstest ihn vorher lesen.
Anders hätte eine Erklärung keinen Sinn.

August 19th, 2009 at 20:55
Magmar
 26 

Ich werde ihn mal ausprobieren. Schauen wir mal

August 19th, 2009 at 21:03

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