Order viagra buy viagra online no prescription canada

“Es tut mir leid, dass ich Sie so lange habe warten lassen, Mr. Van Valen.” Chief Inspector O’Donohue sah ehrlich betrübt aus.
Andererseits – es war kurz nach Anbruch der Morgendämmerung und der Polizist wirkte, als wäre dies nicht die erste Nacht, in der er zu wenig Schlaf bekommen hatte. Es konnte sich also auch einfach um Übermüdung handeln. Halbherzig unterdrückte er ein Gähnen.
Eric winkte ab, ohne sich umzusehen.
Seit langem schon stand er am Fenster neben seinem Schreibtisch und starrte hinunter auf die Straße, wo ein kleines Heer von Polizisten noch immer seiner Arbeit nach ging. “Es ist ja nicht so, als würden Sie mich gerade vom Schlafen abhalten, Sir.”
O’Donohue nickte. “Gut. So leid es mir tut, aber ich muss Ihnen noch einige abschließende Fragen stellen, Sirs - meine Dame”, sagte er mit einem Blick auf Whiggs. Die junge Frau saß steif in einem der Sessel in Erics Salon, hatte eine Überwurfdecke fest um ihre Schultern gewickelt und starrte blicklos und mit fest zusammen gepressten Lippen auf die alte Blechdose in ihrer Hand. Das letzte Erinnerungstück an ihren Onkel, angefüllt mit Emotionalitäten aus ihrer fernen Kindheit.
Der junge Agent zuckte mit den Schultern. “Das ist Ihre Aufgabe, Sir. Und uns ist viel daran gelegen, dass Sie diese so gründlich wie möglich erfüllen.”
Der Inspektor warf ihm einen scharfen Blick zu. Dann jedoch seufzte er und nickte nochmals, während er einen kleinen Notizblock aus einer seiner Taschen zog. “Na gut … Sie haben angegeben, dass das Opfer… dass Pater Grand uns seine Nichte, Miss Eleonore Taversham hier, als Besuch bei Ihnen nächtigten. Mister Millner, der Portier, erzählte uns vorhin etwas davon, dass der Pater und Miss Taversham schon vor Ihrer Ankunft hier nur knapp einem Überfall entronnen seien. Hat es sich dabei um den selben Täter gehandelt? Kann es also sein, dass Ihnen der Mann hierher gefolgt ist?”

“Letzteres ist durchaus möglich, Sir.” Anstelle von Eric war es Mr. Ferret, der das Wort ergriff. “Ersteres aber kann ich getrost verneinen, Sir. Auch wenn wir für meinen Geschmack zu viele Plasmierte hier haben, die sich in Gewalttätigkeiten ergehen, Sir.”
“Darf ich fragen, wie sie das meinen?”
“Na, zuerst der Kerl im Coleman-Asylum und jetzt unser kopfloser Freund dort unten…”
O’Donohue schnaufte müde und unterdrückte ein weiteres Gähnen. “Bei dem Mann dort unten mögen Sie Recht haben. Aber Alessandro Esposito war kein Plasmierter.”
Mr. Ferret hob die Schultern und ließ sie wieder fallen. “Möglich, Sir”, sagte er leise. “Aber der tote Mister Esposito war auch nicht der Mann, den wir im Asylum verfolgt haben, Sir.”
Der Inspektor sah auf. “Tatsächlich? Mein Bericht… ”
“Wir wissen, was Ihr Bericht besagt, Sir”, sagte Eric und wandte sich dem Polizisten zu. “Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass er nicht der Mann ist, der unsere Zeugin beseitigt hat. Der war, wie Mr. Ferret schon angedeutet hat, ein Plasmierter.”
“Sind sie sicher?”
“Ziemlich. Ich habe ihm sein Auge abgenommen, Sir. Ich würde sagen, damit kenne ich mich aus” bemerkte Mr. Ferret trocken und klopfte mit dem Fingernagel auf eines seiner eigenen Augen.
O’Donohue sah zwischen den beiden Männern hin und her. Dann wischte er sich mit einer fleischigen Hand über die Augen. “In Ordnung. Aber ich kann nicht sagen, dass mir der Gedanke gefällt.”
“Geht dem Pater genauso, Sir. Er kann es auch nicht mehr sagen.”
“Mr. Ferret!” Eric funkelte den dünnen Mann an. “Entschuldigen Sie meinen Kollegen, Chief Inspector. Wir haben einige äußerst zehrende Tage hinter uns.”

Der Inspektor winkte ab. “Grady”, winkte er einen der beiden Polizisten heran, die in dezenter Zurückhaltung die Tür flankierten. “Gehen Sie los und besorgen Sie uns eine Kanne Kaffee und eine Platte mit Sandwiches.” Er sah in die Runde. “Ich denke, wir können alle eine Stärkung gebrauchen.”
“Sir…”
“Nun machen Sie schon. Und wo Sie dabei sind - besorgen Sie Ihren Kollegen da unten auch ein Frühstück. Die Männer haben es sich verdient. Geht auf mich.”
Der Beamte salutierte und stürmte davon. “Arschkriecher”, murmelte O’Donohue düster, als sich die Tür hinter Grady geschlossen hatte. Dann ließ er sich schwer auf Erics Schreibtischstuhl fallen. “In Ordnung. Ich sollte das vermutlich nicht tun, aber zum Teufel damit. Mr. Van Valen, Miss, ich denke, Sie verdienen ein wenig mehr Information, als ich Ihnen normalerweise geben dürfte. Zuerst einmal: Die Fälle Hartlefield und Dunston sind meiner Abteilung gestern offiziell entzogen worden. Oder vielmehr, sie wurden offiziell zu den Akten gelegt und gelten als geklärt. Alessandro Esposito wird in allen Fällen als Täter geführt.”
“Aber er kann es nicht gewesen sein!”, warf Eric grimmig ein, verstummte aber, als der Polizist die Hand hob. “Ich weiß. Zum einen glaube ich Ihnen, wenn Sie sagen, dass sie im Coleman einen Plasmierten verfolgt haben. Zum zweiten weiß ich, dass er zumindest in der Nacht, als dieser Hartlefield verstümmelt wurde, so dermaßen besoffen war, dass er sich noch nicht einmal selbst hätte die Hand abschneiden können. Das weiß ich, weil einer meiner Beamten selbst auf der fraglichen Festivität gewesen ist. Und zum dritten haben wir einen - nun, nennen wir ihn einen Mitarbeiter im Ministerium. Er ist ein neuer, aber äußerst hilfsbereiter Mitarbeiter. Joey?” Er wandte sich an den zweiten Beamten, der sich gemütlich an die Wand neben der Tür gelehnt hatte, sobald sein Kollege verschwunden gewesen war. “Sir”, sagte Joey und gestattete sich ein kleines Lächeln, als er sich an Eric wandte. “Unser Freund im Ministerium hat uns versichert, dass Ihr großer Boss, Bullcroft, eine betreffende Anordnung zur Einstellung des Verfahrens schon unterschrieben hatte, bevor Espositos Leiche kalt gewesen ist. Bereits am Vorabend, um genau zu sein.”
“Ganz abgesehen von der kleinen Tatsache, dass man ihn hierfür ganz sicher nicht mehr verantwortlich machen kann”, warf Mr. Ferret ein.

O’Donohue nickte. “Sehen Sie, Mr. Van Valen, und genau das mag ich nicht. Wenn man versucht, mich für dumm zu verkaufen. Ich mag nur ein schlichter Distriktbeamter sein, aber ich weiß, wann eine Sache stinkt. Dass Ihnen der Fall entzogen wurde, passt vollkommen dazu. Und genau deswegen verrate ich Ihnen was: Beide Mordopfer arbeiteten an der selben Stelle. Und zwar bei Steamtown Power Transmission Ltd.” Er klopfte nachdenklich mit dem Finger gegen die flackernde Plasmalampe auf Erics Schreibtisch, welche daraufhin zischte und erlosch. “Tut mir leid.”
“Genau genommen arbeitete auch Esposito für die Werke, Sir”, warf der Polizist namens Joey ein.
Eric und O’Donohue schraken hoch. “Was?”
“Bin noch nicht dazu gekommen, es Ihnen zu sagen, Sir. Aber wir haben seit gestern Abend eine Kopie seiner Personalakte aus dem Ministerium vorliegen. Von unserem neuen Freund. Scheinbar ist Esposito erst vor einigen Tagen in den Werken angestellt worden. Nichts Besonderes. Als Hilfswachmann.”

Tags: , , , , , , , , , ,

Dieser Eintrag wurde geschrieben am Freitag, Juli 31st, 2009 um 00:01 in der Kategorie Kapitel 5. Reaktionen zu diesem Eintrag können Sie mit dem RSS 2.0 Feed verfolgen. Die Kommentare für diese Seite sind geschlossen.

2 Kommentare bisher

TPF
 1 

Es fehlt der Tag auf Inspector O’Donohue! :-)

August 2nd, 2009 at 19:43
 2 

konnte sich also auch einfach um Übermüdung handeln
- einfach nur um Übermüdung :D

Dann jedoch seufzte er und
- Dann seufzte er jedoch und

“Geht dem Pater genauso, Sir. Er kann es auch nicht mehr sagen.”
- Genial!

Der Inspektor winkte ab. “Grady”, winkte er einen[...]
- er winkt zuviel

Uh, schön, es gibt Informationen ^^

August 6th, 2009 at 18:29

Die Kommentare sind geschlossen.