Eric wurde an der Schulter getroffen und zurück geschleudert. Auf dem Rücken liegend rutschte er hilflos über den glitschigen, algenbewachsenen Boden, bis er schließlich gegen die Wand der Halle stieß und mit dröhnendem Schädel und schmerzenden Knochen liegen blieb.

Als er sich stöhnend hochstemmte und zurück schaute, befand sich das Monster direkt zwischen ihm und Grand. Von dem Pater war hinter dem Wald der unzähligen wurmartigen Arme nichts mehr zu sehen. Dafür um so mehr von der seltsamen Kreatur, die sich drohend über Eric aufgerichtet hatte.
„Das ist nicht möglich!“ entfuhr es ihm. „Was zum Teufel bist du?!“ Seine Hand fuhr beinahe reflexartig zur Innentasche seiner Jacke. Doch dann erinnerte er sich daran, dass er den Revolver während des Sturzes verloren hatte. Er brauchte dringend eine neue Waffe!
Hastig schaute sich der junge Mann um. An einer der Wände, einige Meter entfernt, entdeckte er eine Halterung in der eine lange Stange mit einer Art Haken daran befestigt war. Das war genau was er suchte.
Eric versuchte aufzustehen, rutschte auf dem glitschigen Boden aber immer wieder aus. Schließlich kroch er auf allen Vieren los und zog sich dabei an hervorstehenden Steinen und Algenbüscheln voran.

Der blassgraue, tonnenartige Leib mit den weißlichen Tentakel am oberen Rand, der sich vor ihnen aus dem Wasser gewuchtet hatte, stand nun genau vor Eric. Der Pater sah keine Möglichkeit, dem Agenten zu Hilfe zu eilen, beobachteten ihn doch unzählige, an schwarze Knöpfe erinnernde Augen auf Schritt und Tritt. Die Tentakel zitterten unter gewaltiger muskulöser Anspannung und wenn sie losschlugen, dann droschen sie mit purer Gewalt auf alles, was sich bewegte.
Vorsichtig hob er die Hoegle, doch das Monstrum reagierte mit einer blitzschnellen Attacke seiner Tentakel.
Mit Mühe und Not brachte sich Grand in Sicherheit, als ein Bündel mehrerer der weißlichen Stränge auf ihn zu flogen und einen Teil der Mauer an der Stelle, an der er sich eben noch befunden hatte, pulverisierten.
Noch während er über den Boden rollte, brachte der Pater die Hoegle in Anschlag und schoss.
Mit einem durchdringenden Pfeifen und einem erneuten Angriff quittierte der riesige Polyp den Treffer, eine andere Wirkung hatte der Schuss jedoch nicht.
Wenn sie sich nicht bald etwas einfallen lassen würden, dann endeten sie jetzt und hier als Zwischenmahlzeit dieses monströsen Müllschluckers.
“Verdammte Scheiße”, fluchte Grand.

Für eine Sekunde war sich der Polyp offensichtlich uneins, wen der beiden Gegner er angreifen sollte, besonders, da sich beide in unterschiedliche Richtungen von ihm fortbewegten. Dann entschied er sich, dem langsameren Feind zuerst den Garaus zu machen. Dem kriechenden Eric.
Grand bemerkte die Absicht des Monsters und feuerte eine weitere Ladung aus seiner Waffe. Dieses Mal reagierte der Polyp überhaupt nicht mehr, sondern näherte sich weiterhin dem jungen Agenten.
Ferret, dachte Grand. Er wird helfen können, wenn ich ihn wieder zum Laufen bekomme.
So schnell es auf dem rutschigen Untergrund ging, lief der Pater zu der Stelle hinüber, an der Ferret nach seinem Zusammenstoß mit dem Polypen gelandet war.

Mr. Ferrets Körper lag immer noch reglos und ungesund verdreht an der Stelle, an der ihn das Monster offensichtlich ausgespuckt hatte.
Sein Anzug hatte die Knöpfe eingebüßt und die Vorderseite seines Hemdes war zerrissen und gab den Blick auf die zerkratzten Messingplatten frei, die auf seinem Brustkorb verschraubt waren. Ein glanzloses, fast schwaches Glimmen ging von dem zentralen Plasmabehälter aus, der immerhin unbeschädigt und funktionstüchtig aussah. Direkt darunter klaffte jedoch ein beinahe zwei Finger breites Loch, aus dem die Leinenummantelung eines zolldicken Schlauches hing. Zähes, schwach leuchtendes Plasma trat aus und lief als grünliches Rinnsal über Ferrets bleichen Bauch. Mindestens ebenso hässlich wirkte auch der Knick in Ferrets rechten Oberarm.
Mit einer routinierten Bewegung klappte Grand das Okular herab und betrachtete den Schaden mit seiner zusätzlichen Sicht.
Das sah verdammt noch mal nicht gut aus. Und dazu lief ihm auch noch die Zeit davon. Eric war in großer Gefahr und nun zählte jede Sekunde.

Mit dem knallenden Geräusch von einem Dutzend Fuhrwerks-Peitschen schnellten die Fangarme der Monstrosität abermals vor und griffen nach Erics Füßen.

Dieser Eintrag wurde geschrieben am Montag, Mai 4th, 2009 um 00:01 in der Kategorie Kapitel 2. Reaktionen zu diesem Eintrag können Sie mit dem RSS 2.0 Feed verfolgen. Die Kommentare für diese Seite sind geschlossen.

7 Kommentare bisher

 1 

Da ist der Müllschlucker ja schon wieder *g*

Und das mit Ferret ist eine nette Überraschung

Mai 4th, 2009 at 09:19
 2 

*räusper*
Für eine Sekunde war sich der Polyp offensichtlich uneins, wenn der beiden Gegner

wen - da isn n zu viel ^^

*reicht Grand das nötige Werkzeug zur “reparatur” von Mr. Ferret*

Mai 4th, 2009 at 11:04
 3 

Das ist eines der schwächsten Kapitel der letzten Zeit, finde ich.
Also.

Grundsätzlich dachte ich, der Sims, auf den die Beiden sich gerettet haben, sei nur eine kleine Plattform. Ich muß das nochmal nachlesen, wieso mir das so im Gedächtnis blieb.

“Boden bis er” -> Komma nach “Boden”

“Von dem Pater war zwischen den unzähligen wurmartigen Armen nichts mehr zu sehen.” Das erweckt den Eindruck, als hätte die Kreatur den Pater bereits umschlungen oder steht SEHR dicht bei ihm.

“Dafür um so mehr von der seltsamen Kreatur, die sich drohend über ihm aufgerichtet hatte.” - Über WEM aufgerichtet? Über dem Pater? Oder über Eric? Das wird auch später nicht klar, die Kreatur scheint so weit weg vom Pater, daß dieser ihren Angriffen ausweichen kann, aber auch so weit weg von Eric, daß sie sich ihm zuwenden muß, als er wegrobbt.

“„Das ist nicht möglich!“ entfuhr es Eric. „Was zum Teufel bist du?!“ ” - Zuviel Text für einen erschrockenen Menschen, finde ich. Besser ein “Eric keuchte entsetzt, als er im schwachen Licht die widernatürliche Natur des Monsters erkannte.” Oder vielleicht “Was, zur Hölle, ist DAS!” rief Eric dem Padre zu.

” An einer der Wände, einige Meter entfernt, entdeckte er eine Halterung in der eine lange Stange mit einer Art Haken daran befestigt war.” Halterung: Komma.
“An einer der Wände” macht bei einem quadratischen Raum nicht viel Sinn. Es ist wohl eindeutig die Wand, an die er auch geschleudert wurde, oder?
Was ist “eine Art Haken”? Warum ist nicht einfach ein Haken an der Stange?

“Der (…) Leib (…) stand genau zwischen Grand und Eric.” Das wissen wir schon (s.o.)!

“auf alles was sich” Komma nach “alles”

“Der Pater sah keine Möglichkeit, dem Agenten zu Hilfe zu eilen, beobachteten ihn doch unzählige, an schwarze Knöpfe erinnernde Augen auf Schritt und Tritt. ” Es ist wohl eher die Tatsache, daß das Monster zwischen ihnen steht, als die Tatsache, daß ihn das Monster beobachtet? Außerdem ist es ja schon eine Hilfe (wie wir noch lesen), daß er das Monster ablenkt.

“als ein Bündel mehrerer der weißlichen Stränge auf zu flogen” auf IHN zuflogen

“und die Mauer an der Stelle, an der er sich eben noch befunden hatte, pulverisiert wurde.” Die GANZE Mauer wird pulverisiert?
Wohl kaum. Besser wäre, wenn nur der Putz oder Stücke oder einzelne Ziegel der Mauer regelrecht pulverisiert wurden.

“Noch während er über den Boden rollte, brachte der Pater die Hoegle in Anschlag und schoss.” Dazwischen vielleicht: “Die Mündung der Waffe spuckte ihre Ladung aus Schrappnellgeschossen und Plasma, die auch direkt den kaum zu verfehlenden massigen Leib traf.”
“Mit einem durchdringenden Pfeifen und einem erneuten Angriff quittierte der riesige Polyp den Treffer, eine andere Wirkung hatte der Schuss jedoch nicht.”

Der Schluß ist dann wieder sehr gut. Und das Ferret ein Plasma-Cyborg ist, freut mich. Eine schöne Überraschung!

Mai 4th, 2009 at 15:35
Tom
 4 

Herzlichen Dank für die Korrekturen - wir werden die Anmerkungen beherzigen. Aber, TPF, “Was zum Teufel bist du?” habe ich zumindest sofort und eindeutig als Hommage erkannt. Insofern darf das natürlich nicht anders formuliert sein. ;)
Na? Welcher Film?

Und noch eines: Die 22er Hoegle ist keine Schrapnell-Waffe (siehe Enzyclopaedia) Auch wenn so ein Spielzeug in der derzeitigen Situation natürlich enorm nützlich wäre.

Aber wie gesagt: Wir werden es beherzigen.

Mai 6th, 2009 at 09:41
 5 

Ja, das mit der Hoegle habe ich auch nachgelesen, mein Fehler.
Der Gedankengang war: Polizist schießt auf bedauernswertes Opfer - Opfer von Schrappnells zerschnitten - also Polizeiwaffe = Schrappnellwaffe…
Aber offensichtlich ist alles noch VIEL komplizierter, hätte ich mir denken können! :-)

Mai 6th, 2009 at 10:35
Tom
 6 

Okay, Steamtown ist ein harsches Pflaster - aber eine Flechette als serienmäßige Polizei-Dienstwaffe… Auf so eine Idee komm nicht mal ich! *g*

Keiner einen Tipp, was das Zitat angeht?

Mai 6th, 2009 at 12:02
 7 

Ach kommt schon - so schwer ist das mit dem Zitat wirklich nicht. *g*

Juni 14th, 2009 at 13:02

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