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Archiv für April, 2009

29
Apr

Kapitel 2-04

   Posted by: Steamtown    in Kapitel 2

Sofort wechselte die Sicht des Paters von absoluter Schwärze wieder in die diffus leuchtende Welt der Plasmonen. Der Anblick, der sich ihm durch sein Okular bot, war am ehesten als ‘bizarr’ zu beschreiben.
Mr. Ferret hockte, kaum drei Schritte von ihm entfernt, auf etwas, das nur der Körper eines der Angreifer sein konnte. Und wenn sich Grand nicht ganz täuschte, dann hatte er dessen zerquetschten Kopf zwischen den Händen. Zwei weitere Köper lagen dicht neben ihnen und von ihrer verdrehten Haltung ausgehend, mussten auch sie tot sein. Nur wenig weiter lag, noch immer reglos, derjenige der Angreifer, den Grand selbst mit der Hoegle erwischt hatte.

Neben Grand stand schwer atmend und triefend vor Nässe Eric Van Valen und schwenkte seinen Revolver in der undurchdringlichen Dunkelheit ziellos hin und her.

“Hören Sie auf, Sie Idiot. Stecken Sie das Ding weg und reichen Sie mir endlich ihre verdammte Hand!” Zwischen den Worten spuckte der Pater immer wieder übelschmeckendes Abwasser aus, das ihm beim unerwarteten Sturz in den Rachen gelaufen war. “Ferret wird sie nicht ewig aufhalten können!”

Wie auf Kommando brandete ein infernalischer Chor von Schreien, angefüllt mit ungezähmter Wildheit und Wut in dem schmalen Tunnel auf, und überrollte sie förmlich mit einer Woge aus Lärm und Gestank.
In jenem Abschnitt, aus dem sie gekommen waren, drängte sich eine ganze Horde Angreifer. Wie es schien, besaßen sie ebenfalls die Fähigkeit, in der Finsternis der Tunnel sehen zu können, denn der Anblick von Mr. Ferret schien sie für einen Augenblick zurück zu halten. Aber angesichts der Größe der Gruppe war das nur eine Verzögerung von Sekunden.
Zumal in der anderen Richtung ebenfalls die Schemen von Gegnern auszumachen waren. Grand verlor die Geduld, als Eric immer noch keine Anstalten machte, ihm die Hand zu reichen.
“Nun machen Sie schon!”, brüllte er ihn an.

Mr. Ferret wandte Grand seelenruhig das Gesicht zu und in der verschobenen Sicht des Okulars schienen seine Augen grünlich zu glimmen.
“Wenn Sie keine besseren Vorschläge haben, Pater, dann würde ich diese Richtung empfehlen”, flüsterte Ferret trocken und seine Stimme war in dem Lärm beinahe nicht auszumachen. Er deutete auf die Öffnung einer Röhre in Bodenhöhe, aus der einer der Angreifer gekrochen sein musste. Sie maß kaum einen Meter im Durchmesser und führte schräg nach unten.

Endlich rührte sich auch Eric. Beinahe zu spät. Denn wie auf ein stummes Zeichen hin gingen ihre Gegner in diesem Moment zum Angriff über.
Grand gab einen lauten Fluch von sich und stieß Eric unsanft in die Röhre hinein. In der einen Hand die Waffe und mit der anderen den Zylinder auf seinem Kopf festhaltend, stürzte er sich hinterher. Mr. Ferrets Augen zuckten zwischen den auf ihn zu stürmenden Gruppen der Angreifer hin und her. Dann stieß er ein unwirsches Zischen aus und folgte den beiden anderen ohne weiteres Zögern in die Tiefe.

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