Mit einem Seufzen brach der dünne Mann die rast- und fruchtlose Suche seiner im Schatten der Hutkrempe verborgenen Augen ab. Wer immer ihn beobachtete – falls irgendjemand ihn beobachtete! – er gab sich nicht zu erkennen. Und schließlich bestand immer noch die Möglichkeit, dass er einfach nur paranoid war.

Ein Pfiff und das unmittelbar darauf folgende Rasseln verborgener Ketten lenkten seine Aufmerksamkeit wieder auf die Grube. Dort öffneten sich jetzt zwei der Luken und aus dem Dunkel dahinter huschten die beiden Hauptakteure des Abends und reckten ihre zitternden, fleischfarbenen Nasen in die Luft. Ein Raunen ging durch die Menge, vermischt mit einigen ‘Oh’s und ‘Ah’s und dem spitzen Schrei einer der Damen.

Der dünne Mann hatte kaum einen Blick für die Wesen übrig.
Wie die meisten der ernsthaften Wetter hatte er die Tiere schon früher am Abend in ihren Käfigen begutachtet. Das kleinere hatte die Größe eines Kampfhundes und wies das graue, borstige Fell und die überlangen Zähne einer typischen Kanalratte der Docks von Steamtown auf. Diese Biester waren für ihre außerordentliche Wendigkeit und Intelligenz und bekannt und in Gruppen selbst für erfahrene Jäger gefährlich. Und dies hier war ein ungewöhnlich beeindruckendes Exemplar.
Ihr Gegner allerdings war beinahe dreimal so groß. Ein von schmutzig-weißem Fell bedeckter, unförmiger Klumpen aus Muskeln und Zähnen, dessen rechte Körperhälfte von unansehnlichen Wucherungen gräulichen Fleisches bedeckt waren. Nur der nackte Schwanz von der Dicke eines Kinderarmes wies auch dieses Tier als Ratte aus. Eine Mutation aus den Tunneln unter den Fabriken von Tanners Flats. Sie schienen jetzt öfter vorzukommen.
Er hatte die beiden Kontrahenten ausgiebig studiert und war zu dem Schluss gekommen, dass der Mutant ohne Zweifel überlegen war. Die Arena war schlicht nicht groß genug, als dass die andere Ratte ihre Gewandheit würde ausspielen können. Oh, es würde sicherlich ein denkwürdiges Schauspiel werden – aber am Ende würde die gesunde Ratte unterliegen.

Aber was wichtiger war: Ernsthafte Wetter würden zum selben Schluss gekommen sein. Die unerfahreneren Zuschauer mochten auf die Wendigkeit und Intelligenz der kleineren setzen – aber wer immer bereit war, größere Summen in diesem Spiel zu setzen wusste, dass diese Mutationen nie müde wurden.
Und genau darum ging es heute.
Die richtigen Leute mussten auf die richtige Ratte setzen. Dieser Teil war Thurgoods Sache. ein Wort hier, ein Zwinkern da, ein Nicken dort und Geld, unverschämt viel Geld, würde fließen.
Die Sache des dünnen Mannes war es, dafür zu sorgen, dass es am Ende in die richtige Richtung floss.

Während die letzten Wetten getätigt wurden, überprüfte er zum wiederholten Male den Sitz des kleinen Gerätes in seinem linken Ärmel. Sein Blick begegnete dem Thurgoods, welcher kaum merklich nickte. Er verzichtete auf eine Reaktion und konzentrierte sich stattdessen auf das Geschehen. Auf einen Wink des Hausherrn wurde das Gitter in der Mitte der Arena hochgezogen und der Kampf begann.
Die starren, schwarzen Augen, die so sehr denen der Ratten unten in der Arena glichen, waren unverrückbar auf ihr Ziel gerichtet. Es würde ein außerordentlich schwieriger Schuss werden. Und er hatte nur einen Versuch.

Von einem allgemeinen Aufbranden des Lärmpegels begleitet prallten die Kontrahenten unten in der Grube aufeinander.

Johlend beugten sich die gewöhnlicheren unter den Zuschauern über die Brüstung, begierig, kein noch so kleines Detail des blutigen Schauspieles zu versäumen. Aufgepeitscht, hungrig und vor dem Kampf zusätzlich bis zur Wut gereizt fielen die beiden so unterschiedlichen Ratten übereinander her und rollten in einem knurrenden, geifernden Knäuel durch die Arena. Gelbe Zähne blitzten und schnappten, Krallen rissen tiefe Furchen in Fell, Haut und Muskeln und vereinzelte Blutstropfen sprühten noch hinauf bis auf die Kleider der Zuschauer. Eine der feinen Damen am Grubenrand fiel in Ohnmacht, aber der dünne Mann war sich nicht sicher, ob dies Furcht, Ekel oder einfach nur der Aufregung und einem zu eng geschnürten Korsett zuzurechnen war. Unauffällig löste er seine linke Manschette.

In der Grube trennten sich jetzt die Gegner voneinander. Beide bluteten bereits aus mehreren, tiefen Wunden und der kleineren Kanalratte war eines ihrer Ohren zum größten Teil abhanden gekommen. Knurrend und schrill quiekend umschlichen sich die Tiere. Besser gesagt: die graue Ratte schlich - immer an der Wand der kreisrunden Arena entlang, ohne ihren größeren Gegner aus den Augen zu lassen, der sich in der Mitte der Arena um die eigene Achse drehte. Mit einem Zischen huschte der Mutant vor und versuchte, seine krummen Zähne in die Seite des anderen Tieres zu schlagen, doch der flinkere Gegner sprang, landete auf ihrem Rücken und hinterließ eine weitere, klaffende Wunde in der Flanke des Kolosses.

Murren kam rings um den kleinen Mann auf, das meiste geäußert von den zahlreichen Arbeitern. Interessiert stellte der dünne Mann fest, dass auch das Fräulein DeGuin voll Unmut die Stirn kräuselte und der Pulk der jungen Adeligen in das allgemeine Buhen einfiel. Der Gesichtsausdruck des Grauen Anzuges blieb unlesbar und der dünne Mann wandte seinen Blick dem Ringträger in Grün zu. Auch dieser Mann trug das unlesbare Gesicht des professionellen Spielers zur Schau. Und doch vermeinte er, eine gewisse Anspannung in dessen Kiefermuskeln zu sehen. Nun, der Mann konnte es nicht wissen, aber seine Besorgnis war durchaus berechtigt.

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Dieser Eintrag wurde geschrieben am Montag, März 30th, 2009 um 00:01 in der Kategorie Kapitel 1. Reaktionen zu diesem Eintrag können Sie mit dem RSS 2.0 Feed verfolgen. Die Kommentare für diese Seite sind geschlossen.

14 Kommentare bisher

Heimchen
 1 

Hallöchen,

nur eine kurze Anmerkung: Du schreibst am Anfang zweimal “Mutation”, um die riesige Ratte zu beschreiben. Mutationen bezeichnen jedoch die ungewöhnlichen Merkmale des Tieres, es selbst ist ein Mutant - wie du dann später auch richtig schreibst.
Es klingt für mich etwas merkwürdig, wenn “Mutationen nie müde wurden”, wenn du verstehst ;o)

Gruß, Heimchen

März 30th, 2009 at 11:17
Alex R.
 2 

Zugegebenermaßen der erste Text hier, der mir gut gefallen hat, auch wenn es noch viel zu tun gibt. Die Beschreibung der Ratten - vermischt mit den Reflexionen des erzählenden Beobachters! - waren plastisch und originell.

Die Perspektive muss dennoch geschärft werden. Zunächst einmal sachlich:

“Mit einem Seufzen brach der dünne Mann die rast- und fruchtlose Suche seiner im Schatten der Hutkrempe verborgenen Augen ab.”

Vor wem verborgen? Wessen Perspektive wird hier kurzzeitig eingenommen? Seine Augen können perspektivisch nicht verborgen sein, weil wir die Welt ja durch sie sehen.

Dann aber auch einfach nur von er Satzkonstruktion, Stichwort Bezugsfehler (siehe auch 1-01):
“Dieser Teil war Thurgoods Sache. ein Wort hier, ein Zwinkern da, ein Nicken dort und Geld, unverschämt viel Geld, würde fließen.
Die Sache des dünnen Mannes war es, dafür zu sorgen, dass es am Ende in die richtige Richtung floss.
Während die letzten Wetten getätigt wurden, überprüfte er zum wiederholten Male den Sitz des kleinen Gerätes in seinem linken Ärmel. Sein Blick begegnete dem Thurgoods, welcher kaum merklich nickte.”

“Murren kam rings um den kleinen Mann auf, das meiste geäußert von den zahlreichen Arbeitern. Interessiert stellte der dünne Mann fest, …”

Man versteht nur unter größter Mühe, wer jetzt genau wer ist. Ich möchte nicht auf das Icon “Der dünne Mann” angewiesen sein, um zu dechiffrieren, wer gerade handelt. Ich möchte es FÜHLEN. Abgesehen davon, dass hier stärkere Worte als “der dünne bzw. kleine Mann” eingesetzt werden sollten.

Proteststürme sind erlaubt, ich halte daran fest: Obiges um mindestens 30% kürzen und die Perspektive säubern, dann ist es GUT.

März 30th, 2009 at 17:04
 3 

Bis auf das Kürzen muss ich Alex dieses Mal voll und ganz zustimmen.
Der Leser möchte einfach nur lesen und nicht dauernd überlegen, wer jetzt eigentlich gemeint ist… Leser sind faul, sonst würden sie selbst schreiben :D

März 30th, 2009 at 18:29
Tom
 4 

Okay.
Ich beuge mich. *g*

1. Mutationen: Touché. Ich gelobe Besserung.
2. Kürzen: eine der wichtigsten Übungen für mich in diesem Projekt (glaubs oder glaubs nicht, aber ich habe etwa 20% bereits gekürzt. Was im Übrigen ein Grund für die gelegentliche Unklarheit in der Perspektive sein könnte).
3. Die Beschreibung des dünnen Mannes:
Im Moment ist er absichtlich genau und nur das: der dünne Mann (der “kleine” Mann ist übrigens ein echter Fehler. Das aber nur am Rande. Dort ist ein Teil der Kürzung zum Opfer gefallen, ohne vollständige Überarbeitung. Ein Versehen).
4.Ich verstehe die Anmerkung “Bezugsfehler” auch beim wiederholten Lesen nicht. Welche Stelle macht Schwierigkeiten, den jeweils Gemeinten zu identifizieren? Immerhin wechsle ich nicht ein einziges Mal die Perspektive. (Wobei mir so etwas grundsätzlich nur bei anderen auffällt. Bei mir selbst rutscht es immer wieder mal durch. Zugegeben) Nähere Erläuterung ist also durchaus erwünscht.

Letzter Punkt: die verborgenen Augen.
Nicht vor ihm verborgen, jedoch bewusst VON ihm verborgen, deshalb auch aus seiner Perspektive genau das: verborgen. Meiner Ansicht nach also eine zulässige Formulierung. Würde ich in jedem Roman genauso sehen.
Aber gut. Registriert.

Ich danke euch und schönen Abend wünsch ich.

März 30th, 2009 at 22:09
Tom
 5 

Nur nebenbei:
Alex, bei deinen Äußerungen zur Länge vermute ich mal, dass du z.B. dem Herrn der Ringe oder den Arbeiten von Susanna Clarke (bsp. “Jonathan Strange and Mr. Norrell”) nicht viel abgewinnen kannst. Oder täuscht das?

März 31st, 2009 at 08:52
Heimchen
 6 

Ich finde, gerade ein Text, der von der Atmosphäre lebt, braucht nun einmal Beschreibungen der Umgebung, auch wenn diese nicht unmittelbar mit der Handlung verknüpft sind. In diesem Fall finde ich jedenfalls nicht, dass etwas gekürzt werden müsste (auch bei den vorherigen Kapiteln nicht).

März 31st, 2009 at 09:05
Alex R.
 7 

Ich fand Jonathan Strange und auch den Herrn der Ringe sehr schön. Aber es fruchtet - glaube ich - nicht so sehr, ein unredigiertes Manuskript neben die bedeutenden Hausnummern der Phantastik zu stellen.

Natürlich ist es lustig, hier meistens alle Stimmen gegen sich zu haben. Ist ja alles anonym. Wenn ihr übrigens in ein Schreibseminar geratet, wo ihr gelobt werdet, dann müsst ihr abhauen. Nur Kritik bringt euch weiter.

Ich werde mir mal die Mühe machen und den obigen Text kürzen, einverstanden. Und dann sagt ihr, bei welcher Fassung ihr euch mehr vorstellen könnt. Kürzere Texte sind immer stärker. Wenn man soviel “kürzeren Text” hat, dass er 1200 Seiten füllt, hat man ein dicken Buch. Aber das lässt nicht den Rückschluss zu: Dickes Buch = aufgeblähter Text.

März 31st, 2009 at 14:24
Alex R.
 8 

So, jetzt wird es eng auf der Seite. Ungefragt habe ich diesen Text gekürzt, hat ungefähr eine Viertelstunde gedauert. Mit mehr Zeit wäre auch mehr rauszuholen gewesen, aber das reicht für den Anfang. Keine Sorge, das wird nicht zur Gewohnheit.

Den letzten Absatz habe ich nur halb mitbearbeitet und mitberechnet, weil ich ihn nicht verstanden hatte.

Die Fakten: 25% gekürzt. Wer vermisst etwas?

“Der dünne Mann seufzte. Weit und breit war niemand zu sehen, der ihn beobachtete. Die Verkleidung, der Schal, der Hut mit der breiten Krempe wären wohl nicht nötig gewesen. Vermutlich war er einfach nur paranoid. Das brachte sein Beruf mit sich.

Unten in der Grube pfiff jemand. Ketten rasselten. Ein Raunen ging durch die Menge, dann ertönte der spitze Schrei einer Dame. Endlich öffneten sich zwei der Luken. Aus dem Dunkel dahinter huschten die Hauptakteure des Abends und reckten ihre zitternden, fleischfarbenen Nasen in die Luft. Die Menge tobte.

Sollten sie nur. Dem dünnen Mann war es gleich. Er kannte die Tiere bereits.
Wie die meisten ernsthaften Wetter hatte er sie am frühen Abend begutachtet. Das kleinere von ihnen hatte die Größe eines Kampfhundes und das graue, borstige Fell und die überlangen Zähne einer Kanalratte. Diese Biester waren für ihre Wendigkeit und Intelligenz bekannt. In Gruppen waren sie eine echte Gefahr. Und dieses Vieh stellte ein ungewöhnlich beeindruckendes Exemplar dar.
Sein Gegner allerdings war beinahe dreimal so groß. Ein unförmiger Klumpen aus Muskeln, Zähnen und schmutzig-weißem Fell. Die rechte Körperhälfte von gräulichen Fleisches überwuchert. Nur der nackte Schwanz von der Dicke eines Kinderarmes wies das Ding als Ratte aus: Eine Mutation aus den Tunneln unter den Fabriken von Tanners Flats. Die Biester wurden häufiger, hatte der dünne Mann gehört.

Der Mutant würde heute das Rennen machen, so viel war sicher. Die Arena war zu eng, als dass die andere Ratte ihre Gewandheit ausspielen konnte. Sollte sie ruhig. Jeder ernsthafte Wetter würde zum selben Schluss gekommen sein. Unerfahrenere Zuschauer setzten wahrscheinlich auf die Wendigkeit der kleineren Ratte. Aber Mutation wurden nie müde.

Der dünne Mann gab einen Pferdeschiss darauf, womit die Leute ihr Geld verprassten. Das Geld musste am Ende in die richtige Richtung fließen, das war das einzige, was zählte. Dieser Teil war das Spezialgebiet von diesem Thurgood, ein Wort hier, ein Zwinkern da, ein Nicken dort. Hoffentlich konnte man sich auf diesen Typen verlassen.

Während die letzten Wetten getätigt wurden, überprüfte der Dünne zum wiederholten Mal das kleine Gerät in seinem linken Ärmel. Aber es funktionierte einwandfrei. Endlich war es so weit. Thurgoods nickte ihm unmerklich zu. Auf einen Wink des Hausherrn wurde das Gitter in der Mitte der Arena hochgezogen und der Kampf begann.

Begleitet vom Johlen der Menge prallten die Kontrahenten in der Grube aufeinander. Aufgepeitscht, hungrig und vor dem Kampf zusätzlich bis zur Raserei gereizt, fielen die beiden Tiere übereinander her. In einem knurrenden, geifernden Knäuel schossen sie durch die Arena. Gelbe Zähne blitzten und schnappten, Krallen rissen tiefe Furchen in Fell, Haut und Muskeln und vereinzelte Blutstropfen sprühten bis in die Reihen der Zuschauer. Eine der feinen Damen am Grubenrand fiel in Ohnmacht, aber der dünne Mann war sich nicht sicher, ob dies Furcht, Ekel oder einfach einem zu eng geschnürten Korsett zuzurechnen war. Unauffällig löste er seine linke Manschette. Es war Zeit, das Spiel zu beginnen.

In der Grube trennten sich jetzt die Gegner voneinander. Beide bluteten aus tiefen Wunden, und der kleineren Kanalratte war das linke Ohr zum größten Teil abhanden gekommen. Knurrend und schrill quiekend umschlich das Tier seinen viel größeren Gegner, der sich in der Mitte der Arena um die eigene Achse drehte. Träge sprang der Mutant vor und versuchte, seine krummen Zähne ins Fleisch seines Kontrahenten zu schlagen. Doch wich aus und hinterließ eine weitere, klaffende Wunde in der Flanke des Kolosses.

Die Arbeiter, zwischen den sich der dünnen Mann verborgen hielt, begannen zu murren. Auch das Fräulein DeGuin kräuselte voll Unmut die Stirn. Schließlich fiel sogar der Pulk der jungen Adeligen in das allgemeine Buhen ein.

März 31st, 2009 at 14:49
Tom
 9 

*ggg*
Interessanter Ansatz, Alex.
Lassen wir ihn einfach mal stehen und du kannst ihn später noch mal vergleichen.
Einigen deiner Kürzungen stimme ich tatsächlich zu (ich sage ja, ich arbeite daran). Andere deiner Satz-Sequenzen sind mir wiederum viel zu kurz, was vermutlich aber Geschmackssache ist. Amüsanterweise hast du einige der wichtigeren Formulierungen entfernt. Was du natürlich nicht wissen kannst. *g*
Deine Interpretation des “dünnen Mannes” und des Geschehens übrigens zeigt mir, dass ich ziemlich richtig liege - du schärfst es in exakt die Richtung, in der ich es von jemandem erhofft habe, der nicht mehr als die bisherigen Fakten hat. Diese Schärfung habe ich aber bewusst unterlassen. Du wirst sehen, warum.
Aber dessen ungeachtet sind tatsächlich noch ca. 15% Kürzung erzielbar.
Nur am Rande: Der dünne Mann ist nicht verkleidet. Er sieht immer so aus.
Ansonsten: Wie üblich herzlichen Dank für Kritik und Anregungen. Ich finde sie tatsächlich hilfreich.

März 31st, 2009 at 15:41
Heimchen
 10 

Hallo Alex,
ich zweifle nicht daran, dass du Ahnung vom Schreiben hast, und auch ich vertrete die Auffassung, dass schlechte Kritik gut ist und die Würze in der Kürze liegt, aber ehrlich gesagt: Unabhängig davon, ob in deiner Version irgendwelche wichtigen Fakten fehlen (von denen ja auch ich nichts wissen kann), finde ich einfach, dass die Atmosphäre nicht so gut rüberkommt.
Ja, Einiges kann man straffen, wie Tom ja selbst sagt, aber ein wenig Beschreibung ist hier m.E. notwendig, um zu zeigen, wo wir uns befinden und wie es sich anfühlt, dort zu sein.
Ein Mittelding aus beiden Versionen würde wohl das Rennen machen ;o)

März 31st, 2009 at 16:28
 11 

@Alex:
Oh ha… Ich habe auch die gekürzte Variante überflogen… und irgendwie ist m.M.n. die komplette atmosphäre flöten gegangen… es klingt wie ein schnell runtergerasselter Text…
Gut, einige Formulierungskürzungen wären an einigen stellen nicht schlecht, aber irgendwie glaube ich, dass du über das Ziel hinausgeschossen bist…

@Tom:
Vielleicht noch generell etwas geschmackliches: “Der dünne Mann” klingt irgendwie einfach… naja… sagen wir so: es gefällt mir nicht.

Zum perspektivischen:
“Dieser Teil war Thurgoods Sache. ein Wort hier, ein Zwinkern da, ein Nicken dort und Geld, unverschämt viel Geld, würde fließen.
Die Sache des dünnen Mannes war es, dafür zu sorgen, dass es am Ende in die richtige Richtung floss.
Während die letzten Wetten getätigt wurden, überprüfte er zum wiederholten Male den Sitz des kleinen Gerätes in seinem linken Ärmel. Sein Blick begegnete dem Thurgoods, welcher kaum merklich nickte.”

Genau hier liegt ein wenig das Problem… Man ist eher bereit das ER im letzten Satz auf Thurgood zu beziehen, als auf “den dünnen Mann”… Mag aber vielleicht auch daran liegen, dass ich dieses umschreibende synonym… s.o.

Wenn ich genau drüber nachdenke: “Der dünne Mann” ist nicht gerade eindeutig - außer es sind sonst nur dicke Männer in der Arena - es könnte sich theoretisch auf zig andere beziehen… unter anderem auch auf Thurgood…

Soviel zu meiner Erklärung… ^^

März 31st, 2009 at 20:05
Tom
 12 

Äh - nein. Nein zum vorletzten Satz.

Ich zitiere aus 1-03:
Wenige Schritte weiter schließlich fiel sein Blick auf einen bulligen Mann, der aufmerksam zu ihm herüber sah. Teurer, schlecht sitzender Anzug, rotfleckiges, verschwitztes Gesicht, Goldzähne im jetzt aufblitzenden Grinsen. Layton Thurgood.
Thurgood kann also unmöglich der dünne Mann sein.

Aber keine Angst, der “dünne Mann” wird bald einen Namen haben. Ganz davon abgesehen, dass natürlich eine Menge Leute als dünne Männer bezeichnet werden können - aber sobald sie neben dem dünnen Mann stünden, würde jeder diese Bezeichung nur für ihn verwenden. Aber gut, ich hätte vermutlich Eingangs ein wenig mehr blumige Beschreibungskraft auf ihn verwenden müssen. Andererseits… ihr steht ja wiederum ebenso wie ich nicht sonderlich auf genaue Beschreibungen von Figuren. Und in diesem Fall ist es eben das, was übrig bleibt und im Gedächtnis des nur zufälligen Betrachters: Unauffällig und keiner Betrachtung wert. Aber dünn. ;)
Trotzdem natürlich: Anmerkung zur Kenntnis genommen. Danke.

März 31st, 2009 at 21:02
 13 

Also ist der “dünne Mann” keine bewußte Anspielung auf den gleichnamigen Krimi bzw. seine Verfilmungen? (–> http://de.wikipedia.org/wiki/Der_dünne_Mann )

April 1st, 2009 at 08:38
Tom
 14 

*g* Nicht schlecht, TPF, nicht schlecht.
Das Buch habe ich nie gelesen, aber den Film (zumindest das Original und After the Thin Man, die anderen kenne ich nicht) mag ich tatsächlich.
Wunderbare Screwball / PrivateInvestigator-Noir-Filme. Was jetzt aber nicht heißt, dass man davon auf Steamtown schließen kann, soll, darf oder muss.

April 1st, 2009 at 10:12

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